Johann Prokop Mayer

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Johann Prokop Mayer

Johann Prokop Mayer (* 2. Juli 1735 in Smetzna/Böhmen; † 25. Juli 1804 in Würzburg) war fürstbischöflicher Hofgärtner in Würzburg und maßgeblich an der Gestaltung des Hofgartens der Residenz beteiligt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Lehr- und Gesellenjahre[Bearbeiten]

Johann Prokop Mayer studierte bis 1752 in Prag und begann danach eine dreijährige Gärtnerlehre bei Johann Wiseck, dem „Gräflich Martiniszischen Gärtner“ des Schlosses Smeszna. 1755 arbeitete er acht Monate als Gehilfe des Hofgärtners Franz Weppel im Lustgarten des Grafen Tczernin und bildete sich als Gärtner in Wien und Deutschland weiter, wo ihm am 2. Februar 1761 Georg Joseph Oth, Hofgärtner im „Lust und Zir Garten zu Veitshöchheim“ einen Gesellenbrief ausstellte.

Bis zu seinem 31. Lebensjahr reiste er durch Holland, England und Frankreich und sammelte dort gärtnerische Erfahrungen und Ideen. Unter anderem war er dabei in den großen Gärtnereien von Versailles und Issy tätig.

Seine erste feste Anstellung erhielt er auf dem Familiensitz des Grafen von Seinsheim zu Sünching (bei Regensburg). Dort gestaltete er unter anderem den Schlossgarten sowie andere Gartenanlagen und wurde daraufhin dem Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim empfohlen, welcher ihn 1770 als Hofgärtner nach Würzburg berief.

Hofgärtner in Würzburg[Bearbeiten]

Vermutlich bestand schon früher eine Verbindung von Mayer zum Würzburger Fürstbischof. [1] 1770 heiratete Mayer Eleonora Winterstein, Tochter des Gräflich Schönbornschen Hofgärtners zu Gaibach. Mayers Schwester Barbara heiratete 1774 den Juliusspital- und botanischen Gärtner Ignaz Heller. Heller war 1774 einer der Gehilfen im Hofgarten und Zeichner seiner Pläne, besonders des Gesamtplanes.

Mayer wird als Mann mit hohen fachlichen Qualitäten und als entgegenkommender, gastfreundlicher, herzensguter und religiöser Mensch geschildert, konnte aber auch stolz und hochfahrend sein. Einer seiner Gehilfen beschwerte sich über seine zu rasche Entlassung. [2]

Johann Prokop Mayer verstarb mit 68 Jahren und wurde am Kirchhof zu St. Peter und Paul begraben.

Publikationen[Bearbeiten]

Die „Pomona Franconica“ von Johann Prokop Mayer (3 Bände, Nürnberg 1776/1779/1801) gehört zu den berühmtesten und aufwendigsten Pflanzenbüchern überhaupt; die Illustrationen gelten als die schönsten Früchtedarstellungen der deutschen Barockzeit. Das Pflanzenwerk ist aufs engste mit der Vollendung des Baus der Würzburger Residenz und insbesondere des dazugehörigen Hofgartens in der Regierungszeit des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim (1754 - 1779) verbunden. Der Hofgärtner Johann Prokop Mayer war „der erste wissenschaftlich arbeitende Gärtner in Süddeutschland“. [3]

Zeugnis davon legt noch heute seine „Pomona Franconica“ ab, in der er unter anderem die Grundsätze darlegt, die ihn bei der Anlage des Würzburger Hofgartens leiteten. Von dem äußerst seltenen Stichwerk besitzt die Universitätsbibliothek Würzburg zwei Exemplare. Im Jahr 2000 wurden bei Christie's in London 407 Originalentwürfe und 272 Probedrucke für die „Pomona Franconica“ versteigert. Die Bemühungen um eine Erwerbung seitens der Universitätsbibliothek Würzburg scheiterten an finanziellen Grenzen.

Porträtbilder[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 hat das Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg zwei 1786 entstandene Pastellbilder von Mayer und seiner Frau erworben [4], die einen optischen Eindruck seiner Person ermöglichen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich Kreisel: Der Rokokogarten zu Veitshöchheim. München 1964, S. 31 ff. und Anmerkung 71, Gärtnerfamilie Oth, S. 10 und Anmerkung 8
  2. Staatsarchiv Würzburg, Adm. 88/536-816: Beschwerde des Hofgartengehilfen Schimanschek zu Würzburg gegen den Hofgärtner wegen unbegründeter Entlassung.
  3. Christian Bauer: Der Würzburger Hofgarten. in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 13, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. (Hrsg.), Würzburg 1961, S. 21 ff.
  4. Pressestelle der Universität Würzburg: „Aufgetaucht: Porträt des Hofgärtners Mayer“ (5. Mai 2009)

Quelle und Literatur[Bearbeiten]