Grupshausen

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Petruskapelle

Grupshausen ist der Name einer ehemaligen Siedlung südwestlich von Unterleinach.

Name und Geschichte[Bearbeiten]

Vieles deutet darauf hin, dass das Gut, der spätere Hof zu Grubshausen, der Spitalhof des von Johann von Allendorf 1496 gestifteten Spitals zu den 14 Nothelfern war, das nachweislich in Unterleinach einen Spital- oder Bauhof besaß. Dieser Hof war ursprünglich im Besitz der Familie von Leinach und wurde ab 1375 vom Benediktinerkloster St. Burkard an etliche Ritterbürtige verliehen, bis ihn 1473 Johann von Allendorf, Propst des inzwischen zum Ritterstift St. Burkard umgewandelten Klosters kaufte und 1496 dem von ihm gestifteten Spital zu den 14 Nothelfern testamentarisch übertrug.

Christine Demel hat in ihrer Chronik die Namensfindung von Grupshausen ausführlich untersucht. Bei der Suche in den Ortsnamenslisten des Staatsarchivs Würzburg war sie nicht fündig. 1607 beschreiben die Karmeliten-Brüder von St. Barbara in Würzburg eine große „Hofrieth, Kropshausen genannt“, in deren Nähe das Haus und die Äcker lagen, davon sie selbst Zinsgefälle erhielten. 1745 erhielt das gleiche Kloster „8Pf Zins von einer Hoffrieth bey dem Haus Grobshausen / nun der Trusten genannt“. [1] 1787 wurde die Lage eines kleineren Hauses und Wiesen des Ritterstiftes St. Burkard „an der Grobshausen“ beschrieben. Die „Grobshausen“ war also ein Gut, so groß, dass die Lage kleinerer Häuser „an der Grobshausen“ beschrieben wurde, da es ja noch keine Hausnummern gab.

Der Hof kam schließlich an die Pfarrkirche Unterleinach, die von den wechselnden Bewohnern Abgaben erhielt. Im 20. Jahrhundert diente das Haus als Bauernhaus, Gastwirtschaft und Konsum.

Im Kataster für Unterleinach von 1938 wird dieser Hof mit der alten Hausnummer 138 noch folgendermaßen beschrieben: „Wohnhaus mit Keller unter einem Dach, Hofraum, Scheune, Würzgarten an der Scharrwiese. Würz- und Grasgarten im Hofe zu Grubshausen oder an der Scharrwiese ...“

„Kleines Dorf“[Bearbeiten]

1896 schrieb August Amrhein in seiner Beschreibung der Pfarrei Unterleinach: „Das Pfarrdorf Unterleinach besteht zu 3 Theilen: dem sog. unteren Dorf gegen Zellingen zu, dem oberen Dorf an den Bergabhang hügelich angebaut und dem kleinen Dorf, Grubshausen genannt, in einer Mulde am Fuße des oberen Dorfes gegen Oberleinach gelegen, mit der St. Peterskapelle.“

Das „kleine Dorf“ war also eine innerörtliche Bezeichnung für das „kleine“ Drittel des Dorfes Unterleinach und nie eine Ortschaft mit eigener Markung und Verwaltung.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Der Hof „Grubshausen“ ist auf einem Luftbild von 1930 noch mit der sehr großen Scheune und dem großen Baumgarten, der mit einer ursprünglich mehr als 2 Meter hohen Mauer umgeben war, gut zu erkennen. Die Scheune wurde 1970 abgerissen, die Mauer hinter dem Baumgarten ebenfalls. Nur noch Reste im vorderen Bereich sind vorhanden. Innerhalb des ehemaligen Baumgartens oder der Scharrwiese stehen inzwischen andere Häuser.

An das „kleine Dorf“ erinnert heute noch die Grupshausener Straße in Unterleinach.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Christine Demel: Leinach. Geschichte - Sagen - Gegenwart. Selbstverlag Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 310 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. 1745 nannte man dieses Gut auch „der Trusten“. Die Drustenquelle und die Flurlage „in der Drusten“ gibt es bis heute hinter der Petruskapelle.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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