Frankenbräu (Heidingsfeld)

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frankenbräu Schmelz

Die Frankenbräu (auch: Brauerei Reuter, Brauerei zum grünen Baum oder Frankenbräu Schmelz) war von 1865 bis 1918 eine Brauerei im damals noch eigenständigen Städtchen Heidingsfeld An der Jahnhöhe.

Geschichte

Die Braustätte war zunächst über zwei Generationen bis 1916 im Besitz der Familie Reuter und wurde dann an Georg Schmelz verkauft, dessen Witwe nach seinem Tod die Brauerei noch weiterführte. [1] Die Brauerei belieferte u.a. das Ausflugslokal Waldesruh im Steinbachtal. [2] Zum Ende des Ersten Weltkrieges übernahm im Juli 1918 die Würzburger Hofbräu (damals: Brauhaus AG) das Bierkontingent. Die Brauereigebäude wurden etwa ein Jahr später veräußert. [3] In den 1920er Jahren erwarb der Turngemeinde Heidingsfeld (TGH) das Areal und benannte die Wilhelmshöhe fortan nach Turnvater Jahn. Nachdem die Turngemeinde Mitte der 1960er Jahre ihr neues Gelände auf der Jahnwiese am Wiesenweg bezogen hatte, ging das Gelände in den Besitz der Stadt Würzburg über, die es wiederum 1973 zum Bau eines Altenheimes veräußerte. [4] Am 21. November 1979 erfolgte die Grundsteinlegung des Evangelischen Wohnstifts St. Paul.

Bierkeller

Ende des 19. Jahrhunderts wurde für den Bierkeller der Frankenbräu ein umfangreiche System von Gewölben, Gängen und senkrechten Luftschächten in den als anfangs als Wilhelmshöhe und ab den 1920er Jahren als Jahnhöhe bezeichneten Hügel getrieben. Während des Zweiten Weltkrieges erfüllten die Brauereikeller im Untergrund der Jahnhöhe eine wichtige Funktion: Als verhältnismäßig sichere Luftschutzräume retteten die Gewölbe vielen Heidingsfeldern das Leben. Für den Luftschutzbau hatte man damals Zugänge in das unterirdische Gewölbesystem geschaffen, bzw. die alten Eingänge ausgebaut. Zugleich wurden in dieser Zeit sogar Turnstunden der Turngemeinde Heidingsfeld in den Gewölben abgehalten, da die Turnhallen für militärische Zwecke beschlagnahmt waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die Keller und angrenzenden Ruinen als Notwohnungen für Ausgebombte. [4] Auch eine Champignonzucht und Lagerräume eine Küferei (Fassbinderei) beherbergten die Keller nach dem Krieg. Beim Bau des Wohnstifts wurden die Keller teilweise abgerissen. [4] Aktuell stehen die verbliebenen Keller leer.

Bilder 2020

Siehe auch

Quellen

  1. Klausehm.de: Frankenbräu
  2. Werner Dettelbacher: Von der Fähre zum Steg: Eine Informationsschrift über das Naherholungsgebiet Steinbachtal, anläßlich der feierlichen Eröffnung der Sebastian-Kneipp-Steges, am 22. Juli 1978, Würzburg 1978, Werbe-Verlag Ingrid Beck, S. 13.
  3. Albert-Giesler.de: Firmengeschichte Würzburger Hofbräu AG
  4. 4,0 4,1 4,2 Main-Post Mediathek: Grundaushubsarbeiten zum Bau des Altenheimes (veröffentlicht am 19. September 1979)

Kartenausschnitt

Ehemaliger Standort:

Die Karte wird geladen …