Ehlerskeller (Heidingsfeld)

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Ehlerskeller

Der Ehlerskeller ist ein denkmalgeschützter Bierkeller im Stadtbezirk Heidingsfeld.

Lage

Der nach seinem letzten Besitzer benannte „Ehlerskeller“ ist der letzte noch existierene Bierkeller unter der Heidingsfelder Wilhelmshöhe, nach 1929 umbenannt zur Jahnhöhe. Er gehörte zu der bis zum Jahr 1924 bestehenden traditionsreichen Heidingsfelder Gastwirtschaft mit Brauerei „Zum Schwan“ gegenüber des alten Heidingsfelder Rathauses. Das Areal mit dem Bierkeller gehört gegenwärtig der Diakonie Würzburg. Das ehemals zugehörige Schankhaus, ein freistehendes zweigeschossiges Mansardwalmdachhaus mit Zugang zum Keller befindet sich am Weg „An der Jahnhöhe“ und ist in Privatbesitz.

Geschichte

Ehemaliges Schankhaus der Brauerei Ehlers

Unter der heutigen Jahnhöhe existierten seit Anfang des 19. Jahrhundert insgesamt drei Bierlagerkeller, die im damaligen Sprachgebrauch „Felsenkeller“ genannt wurden. Errichtet wurden diese durch die Bierbrauer Fritz und Georg Reuter, die Großbrauerei von Franz Eckert und durch einen „großherzoglich würzburgischen Oberstleutnant“ Weidner.

Bereits im Jahr 1812 erschien im Mitteilungsblatt Würzburger Intelligenzblatt vom 1. August 1812 die Bekanntmachung über die Vermietung der Brauerei mit Gastwirtschaft „Zum Goldenen Anker“, gelegen in der damaligen Heidingsfelder Marktgasse, heute Wenzelstraße, durch den Eigentümer Oberstleutnant Weidner. Mitvermietet sollte damals werden, Zitat: „Außer dem Städtchen Heidingsfeld ein ganz neu erbauter Felsenkeller samt dem neuen Hause und der englischen Anlage worauf ebenfalls die Gerechtigkeit zum Schenken und kalte Speisen zu geben haftet“. Gemeint war damit ein neu erbauter Bierkeller, das neu erbaute Schankhaus (siehe Baudenkmal An der Jahnhöhe 2) sowie die umgebende, im englischen Stil angelegte Gartenwirtschaft. Im Jahr 1841 übernahm „Braun- und Weißbierbrauer und Gastwirt“ Philipp Albert die Gastwirtschaft „Zum Goldenen Anker“ mit den außerhalb des Städtchens liegenden Anlagen. Seine Gartenwirtschaft (englische Anlage) an der späteren Jahnhöhe nannte er fortan „Albertsgarten“. Öffentlich versteigert wurden der „Goldene Adler“ und alle Liegenschaften im Jahr 1859. Der neue Eigentümer um das Jahr 1859 hieß Wilhelm Ehlers. Er war seit 1853 bereits Besitzer der Gastwirtschaft mit Brauerei „Zum Schwan“. Um das Jahr 1860 erhielt die Anhöhe mit den Bierkellern außerhalb des Städtchens Heidingsfeld den Namen „Wilhelmshöhe“. Das Ehlers'sche Bier wurde etwa ab 1860 nur noch in der Gaststättenbrauerei „Zum Schwan“ gebraut durch Wilhelms Sohn Georg bis zu dessen Tod im Jahr 1924. Kurz nach Georg Ehlers‘ Tod wurde die Gaststätte und Brauerei „Zum Schwan“ aufgegeben und das Anwesen am Heidingsfelder Marktplatz im Jahr 1928 an die Bayerische Hypotheken und Wechsel-Bank verkauft. Der Bierkeller wurde seither nicht mehr genutzt. Ein Sohn Georgs ließ an der Jahnhöhe die über dem Eisschacht des Kellers bestehende Halle im Jahr 1945 zu Wohnzwecken umbauen. Dort wohnte bis Ende der 1990er Jahre dessen Tochter. Sie verstarb im Jahr 2014.

Bierkeller

Der Bierkeller mit seinen verzweigten Gewölben wurde ab 1810 in die Anhöhe westlich von Heidigsfeld hineingetrieben. Gemauert wurde er mit Bruchsteinen aus den Steinbrüchen der Umgebung. In den mindestens 6 Meter unter der Oberfläche liegenden Kellerräumen wurden auf beiden Seiten Fasslager mit Abflussrinnen aufgemauert. Mehrere Lüftungsschächte führten Gärgase nach oben und sorgten für Luftzirkulation im Keller. Um das Bier auch über den Sommer lagern und ausschenken zu können, ließ Wilhelm Ehlers Sohn Georg im Jahr 1891 den Keller mit einem ca. 6 Meter tiefen Eisschacht ausstatten. Dessen Fassungsvermögen betrug etwa 250 Kubikmeter. Im Winter wurde im Main Natureis gebrochen, mit Fuhrwerken angefahren und dieser Schacht damit befüllt. Vom ehemaligen Schankhaus führen 15 Stufen hinunter in den Bierkeller. Ein früherer Zugang im Schankhaus nach außen wurde vermauert. Den Haupteingang des Kellers bilden zwei metallbeschlagene Türen, auf denen Wilhelm Ehlers seine Initialen anbringen ließ. Er liegt hinter dem Anwesen Reuterstraße 16.

Im Gegensatz zu dem unmittelbar benachbarten öffentlichen großen Jahnhöhe-Luftschutzkeller wurde der Ehlerskeller nicht zu Luftschutzzwecken genutzt. Der Ehlerskeller verfügt deshalb auch nicht über eine luftschutzgerechte Ausstattung.

Bilder

Denkmalschutz

Das ehemalige Schankhaus An der Jahnhöhe 2 genießt seit den 1980er Jahren Denkmalschutz. Seit August 2021 steht auch der unmittelbar von diesem Schankhaus erreichbare Bierkeller etwa aus dem Jahr 1810, sowie der im Jahr 1891 nachträglich eingebaute Eiskeller unter Denkmalschutz, Denkmalnummer: D-6-63-000-20. Das Ensemble ist eines der letzten Zeugnisse der im 19. Jahrhundert aufblühenden Heidingsfelder Brauereikultur.

Zum Bierkeller heißt es in der Denkmalliste: „Weit verzweigte Bierkelleranlage, um 1850, im Kern älter; zugehöriger ehem. Eiskeller, 1891.“

Siehe auch

Quellen

Kartenausschnitt

Ehemaliger Standort:

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