Ellenmühle

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Ellenmühle befand sich außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer, zu der und zu den Grundstücken im Vorgelände das Ellentor führte, das 1416 erstmals erwähnt wird. [1]

Lage[Bearbeiten]

Die Mühle lag an Stelle des Gartenpavillons des Juliusspitals. [2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Mühle gehörte dem Benediktinerkloster St. Stephan und wird 1336 als „frowen Ellen mul“ genannt. [3] 1580 erwarb Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn die Mühle, 1581 die Grabenmühle, die von der Kürnach gespeist wurde. Julius Echter erwarb die Grabenmühle, um sie in seinem Spital als solche zu verwenden. Es mag sein, dass Julius Echter die Wasserkunst seines Gartens im Juliusspital mit der Grabenmühle zusammenlegte, für beide Zwecke reichte aber die geringe Wassermenge der Kürnach, welche die Juliusspitalmühle betrieb, nicht aus, weshalb er versuchte sie aufzubessern. Es kann sein, dass diese Schwierigkeiten der Grund waren, warum Julius Echter die Ellenmühle auch noch kaufte; durch ihren Erwerb erhielt er außerdem noch ein gewissen Verfügungsrecht über den Bach nördlich des Spitals, von dem er einen Zufluss in seinen Seegarten leitete.

Die Mühle wurde 1627 neu verpachtet, 1631 dann als Pulvermühle eingerichtet und blieb es als solche bis 1650. Danach scheint die Ellenmühle in einem schlechten Zustand gewesen zu sein, wohl durch den Verfall im Dreißigjährigen Krieg. Von 1663 bis 1670 verwendete man sie als Walkmühle. [4]

Seit der Neubefestigung wurde die Ellenmühle so wichtig, dass in den Jahren 1673 bis 1675 ein gründlicher Neubau erfolgte. Das ganze Triebwerk wurde neu gemacht mit zwei Wasserrädern von 4,23 m und 4,73 m Durchmesser bei 73 cm Breite.

Mit dem Bau des Gartenpavillons ab 1705 im Garten des Juliusspitals endete das Dasein der Ellenmühle. Das Ellenmühle wurde ganz neu eingerichtet und in die Kuppel des nördlichen Turms ein Hochbehälter gelegt. Die früheren zwei Wasserräder wurden durch ein einziges ersetzt. Bereits 1917 war sie außer Betrieb und verschwand anschließend ganz.

Antrieb[Bearbeiten]

Die Ellenmühle wurde vom Pleichachmühlbach gespeist, der den Ablauf der Reißgrubenmühle bildete und hatte zwei versetzt nebeneinanderliegende Räder.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise, Hinweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Universitätsbibliothek Würzburg St. Stephan II Nr. 588
  2. Uraufnahme im geoportal.bayern.de/bayernatlas
  3. Hauptstaatsarchiv München, Hochstift Würzburg, Wzb. Fasz. 23 und Urkunde bei St. Stephan I Nr. 398
  4. Eine Walkmühle ist eine seit dem Hochmittelalter eingesetzte Maschine zur Verarbeitung, Verdichtung und Veredelung von Geweben bei der Herstellung von Walkstoffen, die früher als Tuch bezeichnet wurden. Nähere Informationen hierzu bei Wikipedia [1].

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …