Ellentor

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Das Ellentor war Teil der nördlichen mittelalterlichen Stadtmauer.

Lage[Bearbeiten]

Das Ellentor lag an der heutigen Einmündung Dominikanerplatz/Juliuspromenade und führte zur Ellenmühle und den Grundstücken im Vorgelände der Stadtmauer. Auf das Tor zu führte die „Ellentorgasse“, deren Verlauf sich aber nicht mit der heutigen Klinikstraße deckte, sondern sie, vom jetzigen Barbarossaplatz herkommend, mit mehr nordwestlicher Richtung kreuzte. Die Klinikstraße erhielt ihren heutigen Verlauf erst durch die Erbauung des Juliusspitals in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Tor wird erstmals 1416 als Nebentor der ersten Stadtbefestigung erwähnt. [1] Es war kein Hauptausgang, sondern diente nur dem Nahverkehr mit der Ellenmühle und den draußen liegenden Grundstücken. In unruhigen Zeiten wurde es, ebenso wie manch andere Tore, bisweilen für längere Zeit verschlossen.

Zur Abrundung seines Spitalgrundstückes benötigte Bischof Julius Echter von Mespelbrunn auch den Raum um das Ellentor und hatte deswegen die Ellenmühle für sein Spital angekauft. In den Ratsprotokollen von 1588 (S. 108) steht geschrieben, dass der Bischof das Ellentor „versetzen lassen“ wolle und im gleichen Jahr (S. 109) wird von dem „neuen Ellenthore“ berichtet, das an Dr. Hartmanns Garten (heute Klinikstraße 8) angesetzt worden war. Offenbar hatte man dort die Stadtmauer mit einer einfachen Pforte durchbrochen. Das alte Tor blieb aber noch einige Zeit stehen. 1590 plante der Bischof sogar, den Weg zum (alten) Tor bestehen zu lassen, damit man es im Notfall wieder öffnen könne. Noch 1663 wird das alte Tor bei einem Scheuerbau im Spitalgarten als ein „derzeit zugemauertes Thor der Stadtmauer“ erwähnt. [2] Endgültig verschwand es bei der Errichtung des sogenannten „Schüttungsbaues“ am Ende der Klinikgasse 1678 - 1681. [3]

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Eine verlässige Abbildung des Ellentores ist nicht vorhanden. Nach den Notizen in den städtischen Quellen war es ein einfacher Bau mit einem Obergeschoss, in welchem der Wächter wohnte. Über den Graben führte eine einfache Holzbrücke.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Universitätsbibliothek Würzburg St. Stephan II Nr. 588
  2. Ratsprotokolle 1663, S. 71
  3. Juliusspitalarchiv Akt 4699, mit Plänen

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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