Capri Blaue Grotte

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Älteste Pizzeria Deutschlands
Capri Blaue Grotte
Außengastronomie des Capri Blaue Grotte

Das Capri und Blaue Grotte ist ein Restaurant mit fränkischer und mediterraner Küche in der Elefantengasse im Stadtbezirk Altstadt (Stadtteil Peter). Es hat einen kleinen Außenbereich. Im Keller kann man in der sogenannten „Blauen Grotte“ essen, einem Nachbau der „Grotta Azzurra“ auf Capri. Sie wurde als „Bier- und Speisewirtschaft Capri (Sabbie di Capri)“ am 24. März 1952 von Nicolino di Camillo eröffnet und galt bis zum Wechsel der Pächter 2021 als älteste Pizzeria Deutschlands.

Geschichte

„Bier- und Speisewirtschaft Capri (Sabbie di Capri)“ um 1952

Der Begründer, Nicolino di Camillo, verließ in der Nachkriegszeit seine Heimat Abruzzen (Italien) und zog mit einer amerikanischen Armee-Einheit nach Nürnberg. In Fürth arbeitete er in einer Küche und wurde von den Amerikanern meist nur „Nick“ genannt. In einer Nürnberger Oper lernte er Janine Schmitt aus Würzburg kennen, mit der er schließlich im kriegszerstörten Würzburg ein kleines Restaurant eröffnen wollte. Das Uffenheimer Bräustüble in der Elefantengasse bot sich für diese Zwecke an, da das eingeschossige Gebäude die Bombardierung Würzburgs fast unbeschadet überstanden hatte und bis dahin als Schuhlager diente. Zu Beginn bestand die Kundschaft hauptsächlich aus amerikanischen Soldaten, was sich dann jedoch schnell änderte. [1] Später übernahm dann für viele Jahrzehnte Nicolinos Bruder „Peppino“ di Camillo (* 15. Juli 1927; † 26. November 2014) mit seiner Frau Vera das Capri.

Von 1993 bis 2000 war Biggi Seuffert Wirtin im „Capri“, bevor sie das Postkutscherl übernahm und mit ihrem Partner dort ein Hotel angliederte. 2014 haben die Wirtsleute des „Postkutscherl“ das kleine Haus in der Elefantengasse komplett übernommen. Seit 2000 wurde das „Capri“ vom „italienischen Jugoslawen“ Giovanni und von Andrea Christoph geführt, die vor einiger Zeit das „Il Felice“ in der Pleicherschulgasse 6-8 übernommen und im Juni 2016 wegen der Doppelbelastung das „Capri“ aufgegeben haben. Biggi Seuffert und ihr Partner, die Besitzer des Hauses, versicherten gegenüber der Main-Post, dass die Wiedereröffnung nicht mehr lange auf sich warten lässt. [2] Im März 2017 wurde das Restaurant mit neuem Pächter (Familie Roth) wieder eröffnet. [3]. Seit August 2021 hat das renovierte Restaurant wieder einen neuen Pächter. Der junge Würzburger Dominik Schraut löste den Münchner Franz Rickauer ab, der wohl wegen Corona aufgeben musste. Der neue Wirt hat im Rokoko in Veitshöchheim das Kochen gelernt, war Souschef auf der „Vogelsburg“ bei Volkach und zuletzt Koch im Würzburger Stachel. Unterstützt wird er im Service von seiner Frau Ruth Lopez, die aus Spanien stammt. [4]

Namensgeber

Nicolino di Camillo nannte die Pizzeria „Bier- und Speisewirtschaft Capri“. An die Außenwand des Restaurants schrieb er „Sabbie di Capri“ („Sand von Capri“) - auch eine Anspielung auf die nahegelegene Sanderstraße. Der Name wurde gewählt, weil sich Capri auf Deutsch, Englisch und Italienisch genauso ausspricht wie es geschrieben wird.

Aktuell läuft die Pizzeria unter der Bezeichnung „Capri und Blaue Grotte“. Dabei ist das „Capri“ (benannt nach der gleichnamigen Felseninsel im Tyrrhenischen Meer im Golf von Neapel) das Speiselokal im Erdgeschoss und die „Blaue Grotte“ das Kellergewölbe, welches seit 1956 der namensgebenden Grotte nachempfunden ist.

Angebot

  • Fränkische und mediterrane Küche
  • Fränkische Weißweine
  • Internationale Rotweine aus Spanien und Italien
  • Biere: Würzburger Hofbräu Sternla, Mönchshof, Keiler, Kapuziner

Anschrift

Capri Blaue Grotte
Elefantengasse 1
97070 Würzburg
Telefon: 0931 - 35831243
Email: capriblauegrotte@mail.de

Öffnungszeiten

  • Dienstag - Samstag: 17.00 - 22.00 Uhr
  • Sonntag - Montag: Ruhetag
  • Küche: Dienstag - Donnerstag bis 21.00 Uhr, Freitag und Samstag bis 22.00 Uhr

ÖPNV

Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Sanderring


Trivia

Um bekannt zu werden veranstaltete das Wirtsehepaar di Camillo kostenlose Pizza-Partys. Bei der Gelegenheit erfand Nicolino di Camillo den heute überall verbreiteten Pizzakarton.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Oliver Janz, Roberto Sala (Hrsg.): Dolce Vita? Das Bild der italienischen Migranten in Deutschland. Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2011, S. 70/71 (Digitalisat)
  • Nikola Treutlein/Katharina Hitz: Würzburg genießen und entdecken. Südwest-Verlag, 1995, ISBN 3-517-01821-X, S. 61.

Pressespiegel

Weblinks

Einzelnachweise

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