Nicolino di Camillo

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nicolino „Nick“ di Camillo (* 25. November 1921 in Villamagna (Italien); † 3. Juli 2015 in Würzburg) gründete die erste Pizzeria Deutschlands 1952 in Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Als Küchenhelfer in einem Nürnberger Armyclub war di Camillio 1946 mit den Alliierten nach Deutschland gekommen. Viele US-Soldaten wollten Pizza essen. Ein Offizier brachte ihn auf die Idee, dieses Bedürfnis mit einem eigenen Lokal zu befriedigen.

Erste Pizzeria Deutschlands[Bearbeiten]

Nicolino hatte auf die aus Würzburg stammende Tänzerin des Nürnberger Opernhauses, Janina Schmitt, ein Auge geworfen. Bald darauf war man ein Paar und sein Schwiegervater in spe fand ein entsprechendes Objekt in der Elefantengasse und am 24. März 1952 eröffnete di Camillo sein Restaurant.

Das Lokal, das er dort mit seinem Kollegen Valerio als Pizzabäcker führte, hieß zunächst Capri, Gäste waren fast ausschließlich Amerikaner. Für Würzburger war Pizza unbekannt und unerschwinglich.

Mit der Zeit trauten sich immer mehr Einheimische ins Lokal, das später den Namenszusatz »Blaue Grotte« erhielt. Denn bis heute ist der Keller so gestaltet. US-Soldaten reisten an aus Bamberg, Ansbach, Schweinfurt oder Frankfurt und manche schickten über den Soldatensender AFN Würzburg einen Gruß, was die Grotte immer mehr bekannter machte.

Erfindung[Bearbeiten]

Um bekannt zu werden, veranstaltete das Wirtsehepaar kostenlose Pizza-Partys. Bei der Gelegenheit erfand er auch den heute überall verbreiteten Pizzakarton.

Verpachtung[Bearbeiten]

1971 verpachtete das Ehepaar das Capri an Giuseppe „Peppino“ di Camillo, den im November 2014 verstorbenen Bruder des Gründers, und eröffnete die Pizzeria Bologna am Dominikanerplatz. 1984 zogen sich die beiden von dort in den Ruhestand zurück.

Am 3. Juli 2015 verstarb Nicolino di Camillo im Alter von 93 Jahren in Würzburg.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]