Valentinskapelle (Frickenhausen am Main)

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Valentinskapelle in der Weinlage Frickenhäuser Kapellenberg bei Frickenhausen am Main
Eingang zur Valentinskapelle

Die Valentinskapelle ist ein Baudenkmal mitten in den Weinbergen überhalb der Marktgemeinde Frickenhausen am Main.

Lage

Die katholische Weinbergskapelle liegt direkt an der Kapellensteige und ist namensgebend für die Frickenhäuser Weinlage Kapellenberg.

Geschichte

1692 wurde Valentin Zang, Gemeinderat und zweiter Bürgermeister von Frickenhausen am Main, von einer vollständigen Leibeslähmung an allen Gliedern befallen. In seiner Not legte er ein Versprechen ab: Wenn ihn Gott von seinem Leiden befreie und ihm die Gesundheit wieder schenke, wolle er zu Ehren seines Namenspatrons und aller Heiligen eine Kapelle bauen lassen. Seine Bitte fand Erhörung.

Der Bau der Kapelle konnte jedoch nicht sofort in Angriff genommen werden, da zuvor einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen waren. Erst 1699 bestätigten Bischöfliches Ordinariat und Domkapitel die Stiftung. Die Gemeinde stellte auf dem Hutberg den Bauplatz zur Verfügung. Am 16. April wurde der Grundstein gelegt. Am 1. Juni 1699 traf auch die Bestätigung des neu gewählten Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths ein. Schon Anfang September konnte der Bau abgeschlossen werden. Am 9. September 1699 fand die feierliche Weihe der Kapelle statt.

Die Nachkommen Valentin Zangs blieben bis zum 10. April 1810 im Besitz der Kapelle. Michael und Vincence Zang verkauften die Kapelle mit dem dazugehörigen Weinberg an den Weinhändler Josef Sebastiany in Augsburg, der Haus und Weinberge im Ort besaß. Er stattete die Kapelle mit einem neuen Altar, neuen Betstühlen und einer kleinen Empore aus. Dem Dach setzte er ein Glockentürmchen auf und baute auf der Südseite eine Sakristei an. Unter dem Sakristeibau wurde eine Eremitenzelle für einen frommen Klausner eingerichtet. Dort befand sich ein Holzlager mit Strohpolster, ein Steintisch und ein Wasserausguss. Die Wände zierten einige Heiligengemälde. [1]

1823 ging die Kapelle mit Weinberg an den Weinhändler Felix Müller und von diesem 1859 an Josef Lippe über. Seit dem 4. November 1931 sind Kapelle und Weinberg im Besitz der Landwirts- und Winzerfamilie Pfeuffer. 1990/91 brachten Bernhard Pfeuffer und seine Ehefrau Apollonia erhebliche Mittel auf, um Kapelle und Ausstattung in einem würdigen Zustand zu erhalten.

Patrozinium

Der Hl. Valentin von Rom († 14. Februar 269 in Rom) war der Überlieferung nach ein armer, ehrsamer Priester, der ein blindes Mädchen geheilt haben soll.

Baubeschreibung

Das kleine Gotteshaus ist ein Saalbau mit Satteldach, geschweiften Giebeln und Dachreiter mit Glockendach, sowie südlichem, abgesetztem Anbau. Der Innenraum ist eingewölbt und zwei Rippenkreuzjochen und doppelt gekehlten gotisch nachempfundenen Rippen, die sich im Scheitelpunkt unter einem runden Schlussstein treffen, der das ursprüngliche Frickenhäuser Wappen und das Büttnerzeichen zeigt.

Der Altar ist ein Aufbau des 18. Jahrhunderts mit zwei kannelierten Säulen, mit seitlichen Girlanden und Vasen. Das obere ovale Altarbild zeigt den Hl. Valentin als Patron der Kapelle. Das Hauptbild, ein Ölgemälde, stellt den Tod Christi am Kreuz mit Maria und Johannes dar. Nach dem Bericht von Jakob Walter von 1904 stammt es aus dem ehemaligen Mönchshof.

Regelmäßige Veranstaltungen

Am Ostermontag findet eine Dankprozession zur Valentinuskapelle statt zum Dank dafür, dass Frickenhausen im Zweiten Weltkrieg vor größeren Schäden bewahrt wurde. Sie geht auf ein Gelübde aus der Zeit nach dem Ende des Krieges zurück und fand im Jahr 1946 erstmals statt.

Seit 1996 ist jedes Jahr am vierten Sonntag im September die Frickenhäuser Traubensegnung auf dem Grillplatz oberhalb der Valentinuskapelle. Der Frickenhäuser Bürgerverein sorgt dabei für das leibliche Wohl.

Siehe auch

Quellen und Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Mathilde Oeder: "Die Valentinuskapelle bei Frickenhausen". In: Die Frankenwarte 1925 Nr. 2

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