Oskar Brenner

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Prof. Dr. Dr. h.c. Oskar Brenner (* 13. Juni 1854 in Bad Windsheim/Mittelfranken; † 12. Juni 1920 in Mindelheim/Unterallgäu) war Germanist und Professor an der Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Brenner besucht von 1864 bis 1866 das Gymnasium in Ansbach und anschließen bis 1872 ein Gymnasium in München. Brenner studierte in München und ab 1873 in Erlangen anfangs evangelische Theologie, dann klassische Philologie, bis er zur germanischen Philologie geführt wurde. 1877 wurde er promoviert. Noch in München konnte er sich für germanische Sprachen und Literaturen habilitieren und behandelte in Vorlesung und Übung das gesamte Germanische, mit besonderer Neigung freilich zu den älteren Sprachstufen, denen er bald eine germanische Altertumskunde anfügte.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

In den Jahren vor der Berufung als ordentlicher Professor hatte er sich den heimischen Mundarten und der Volkskunde zugewandt. 1892 erhielt er den Lehrstuhl für deutsche Philologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg als Nachfolger von Matthias Lexer. 1897 und 1898 war er Dekan der Fakultät. 1901 und 1902 war er Senator der Universität. 1919 wurde er emeritiert.

Rektor der Universität[Bearbeiten]

Von 1914 bis 1915 war Brenner Rektor der Universität Würzburg.

Forschungsgebiet[Bearbeiten]

„Bayerns Mundarten“ mit dem kennzeichnenden Untertitel „Beiträge zur deutschen Sprach- und Volkskunde“ (2 Bände 1892/95), vereinigten Darstellung und Sprachproben älterer und neuerer Zeit der drei Mundarträume Bayerns, griffen aber auch teilweise über die Staatsgrenze hinaus ins Thüringische, Obersächsische, Westböhmische. Die volkskundliche Forschung in Bayern, vornehmlich in Franken, wurde entscheidend gefördert durch die „Mitteilungen und Umfragen zur bayerischen Volkskunde“ (1895-1904), als deren Mitherausgeber Oskar Brenner zeichnete.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Nachlass[Bearbeiten]

Die wertvollen, aus langjährigen Umfragen zusammengetragenen und noch ungenutzten Sammlungen sind beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 unwiederbringlich zerstört worden.

Weitere Publikationen (Auszug)[Bearbeiten]

  • Mundarten und Schriftsprache in Bayern (1890)
  • Über die Entstehung der nordischen Götter- u. Heldensagen (1881–1889)
  • Altnorddeutsches Handbuch (1882)
  • Oskar Brenner und Johannes Schmidkontz (Hrsg.): „Mitteilungen und Umfragen zur bayerischen Volkskunde“ ,1895-1904
  • Mittelhochdeutsche Grammatik (1901)
  • Die lautlichen und geschichtlichen Grundlagen unserer Rechtschreibung (1902)

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Otto Basler, "Brenner, Oskar" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 587 f., Onlinefassung
  • Heidrun Alzheimer, Volkskunde in Bayern - Ein biobibliographisches Lexikon der Vorläufer, Förderer und einstigen Fachvertreter, Würzburg 1991, S. 37