Kilian Stauffer

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Br. Kilian Stauffer OFMConv (* um 1659 in Beromünster/Kanton Luzern; † 29. Juni 1729 in Würzburg) war Franziskanerminorit, Kunstschreiner, Altarbauer und Stuckmarmorierer aus der Schweiz.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Mit zwanzig Jahren trat Stauffer in das Franziskanerkloster in Würzburg ein und erlernte das Kunstschreinerhandwerk. Neben zahlreichen Arbeiten innerhalb des Klosters und der Klosterkirche, nahm er auch externe Sakralkunstaufträge, beispielsweise des Hochstifts Würzburg an. Nachdem er im Auftrag und zur vollsten Zufriedenheit von Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg in der Wallfahrtskirche Fährbrück gearbeitet hatte, erhielt er zum Dank für seine Arbeit im Gütertausch das verfallene Kloster Schönau bei Gemünden/Main. Gemeinsam mit zwei Franziskanerbrüdern aus dem Würzburger Minoritenkloster bezog er am 11. April 1699 die Klosterruine an der Fränkischen Saale und baute die bestehende Kirche in barocker Manier um. Die Weihe des wiedererstandenen Kirchenbaus wurde am 27. Juli 1710 vollzogen.

Genre[Bearbeiten]

Er machte sich insbesondere einen Namen als Spezialist für Altäre, mit in Marmor täuschend echt nachgebildetem Material.

Werke in Stadt und Landkreis Würzburg[Bearbeiten]

Über den seitlichen Durchgängen des Hauptaltars in der Wallfahrtskirche Fährbrück stehen die Figuren der Namenspartone des Erbauers Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg: auf der linken Seite Johannes der Täufer und auf der rechten Seite der heilige Gottfried († 1115). Auf der Spitze des Altars sitzen zwei Engel, die das Wappen des Fürstbischofs halten.
  • Kirchenschiff der Wallfahrtskirche

  • Kanzel

  • Linker Seitenaltar

  • Hauptaltar

  • Rechter Seitenaltar

  • Siehe auch[Bearbeiten]

    Quellen[Bearbeiten]

    • Johannes Mack: Der Baumeister und Architekt Joseph Greissing - Mainfrankischer Barock vor Balthasar Neumann. Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, VIII. Reihe, Quellen und Darstellungen zur fränkischen Kunstgeschichte, Band 16, Würzburg 2008 in: Mainfränkisches Jahrbuch 61, 2009, S. 415-420
    • Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche biographische Enzyklopädie. 2. Ausgabe, Band 9, Schlumberger - Thiersch, Saur, München 2008, S. 619

    Weblinks[Bearbeiten]

    Hinweise[Bearbeiten]

    1. Bei der sogenannten stilgemäßen Restaurierung 1880 bis 1882 nach den Plänen des Regensburger Domvikars Georg Dengler beseitigte man bis auf die Kanzel fast alle Spuren des 17. und 18. Jahrhunderts in der Franziskanerkirche, so auch die Altäre von Kilian Stauffer.
    2. Im Auftrag von Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau erhielt die Universitätskirche im 18. Jahrhundert eine neue Innenausstattung. Die blieb ihr jedoch nicht lange erhalten; das meiste davon ging verloren, als das Gebäude zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Zuge der Säkularisation profaniert und anschließend als Akten- und Bücherdepot genutzt wurde. Selbst der barocke Hochaltar sowie die Seitenaltäre und die Kanzel wurden entfernt und verkauft.