Caspar Schott

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P. Prof. Caspar Schott SJ, auch Kaspar Schott und Gaspar Schott (* 5. Februar 1608 in Königshofen/Grabfeld; † 22. Mai 1666 in Würzburg) war Jesuitenpater, Mathematik-Professor, wissenschaftlicher Autor und Pädagoge der Barockzeit.

Leben und Wirken

Schott besuchte das Jesuitengymnasium in Würzburg und trat am 30. Oktober 1627 in Trier in den Jesuitenorden ein. Am 6. November 1629 begann er ein Philosophie- und Theologiestudium an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. 1631 musste er, wie auch sein Fakultätskollege Athanasius Kircher, im Dreißigjährigen Krieg vor den anrückenden Schweden fliehen. Schott beendete sein Studium der Philosophie, Theologie und Mathematik in Palermo auf Sizilien und lehrte dort, mit Unterbrechungen, Philosophie, Moraltheologie und Mathematik. 1652 wurde er nach Rom gesandt, um bei Forschungen am Römischen Kolleg mitzuarbeiten.

Professor in Würzburg

Bereits 1655 sandte ihn sein Orden wieder nach Deutschland. Über Mainz kehrte er nach Würzburg als Professor für Mathematik und Physik zurück. Caspar Schott war einer der bedeutendsten Professoren der Universität Würzburg. Ihm war allerdings nur eine relativ kurze Lebenszeit beschieden, denn er starb bereits im Alter von 58 Jahren in Würzburg.

Erfinder

1668 wird der von ihm erdachte Rechenkasten Cistula, eine digitale Rechenmaschine zum Multiplizieren und Dividieren vorgestellt.

Wissenschaftlicher Fachbuchautor

Als Enzyklopädisten zeigt ihn sein „Cursus mathematicus“ (1661), in dem er in 28 „Büchern“ ausführlich die mathematischen Wissenschaften darstellte.

Experimentelle Physik

Schott führte auf der Festung Marienberg Experimente zum Vakuum mit den Magdeburger Halbkugeln des Otto von Guericke (1602-1686) durch, die der Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn auf dem Reichstag zu Regensburg erworben hatte. Schott berichtete darüber in der Technica curiosa (1664) und machte sie damit allgemein bekannt.

Experimentelle Physiologie

Schott war einer der ersten Experimentalphysiologen, auf dessen Beobachtungen wichtige Erkenntnisse für den Taubstummenunterricht beruhen. [1]

Literarische Würdigung

Von Umberto Eco wurde Caspar Schott in seinem Roman „Die Insel des vorigen Tages“ in der Figur des „Pater Caspar Wanderdrossel“ dargestellt.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ralf Vollmuth und Gundolf Keil: Beständigkeit und Fortschritt: Die Würzburger Medizin im Spiegel der Jahrhunderte. Ein Beitrag zur Erstgründung der Universität Würzburg vor 600 Jahren, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 22 (2003), S. 7-20, S. 11