Künstlerhäuser Abtsleitenweg 2 und 4

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Künstlerhäuser im Abtsleitenweg 2 und 4

Die Künstlerhäuser Abtsleitenweg 2 und 4 sind Baudenkmäler in der Stadt Würzburg. Der Stadtheimatpfleger Dr. Hans Steidle wie auch eine Privatperson hatten die Prüfung auf Denkmaleigenschaft im Juli 2022 beim Denkmalamt in München angeregt. Kulturreferent Achim Könneke bezeichnet die Eintragung der Häuser in die Denkmalliste, die sich an den Meisterhäusern in Dessau orientieren, aber eine eigene Formensprache der 1950er- und 1960er-Jahre haben, als „richtig und angemessen“ und die Gebäude als sehr erhaltenswert.

Lage

Die beiden denkmalgeschützten Anwesen befinden sich im Abtsleitenweg 2 und 4 im Stadtbezirk Frauenland.

Geschichte

Die beiden Anwesen entstanden 1961 bis 1963 auf Grundstücken, die die Stadt Würzburg auf Erbpachtbasis vergeben hatte. Nach dem Tod der Eigentümer und längerem Leerstand erwarb sie die Stadt Würzburg im Rahmen des Vorkaufsrechts zurück.

Baubeschreibung

„Zwei Künstlerhäuser mit Atelierwerkstätten des Malers Curd Lessig und des Bildhauers Helmut Weber, zweigeschossige Wohn- und Atelierhäuser mit flach geneigten Sattel- bzw. Pultdächern, 1961 von Walther Kuntz.“

Der Würzburger Architekt Walther Kuntz orientierte sich bei seinen Entwürfen an den Meisterhäusern in Dessau, die Walther Gropius in den Jahren 1925/1926 als ineinander verschachtelte kubische Baukörper entwickelt hatte. „Die beiden Anwesen“, schreibt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in der Begründung zur Denkmaleigenschaft, „stellen zwei aufeinander bezogene Wohn- und Ateliergebäude (…) dar, die mit ihren Werken die Nachkriegsmoderne der Region im sakralen und profanen Bereich entscheidend mitgeprägt haben und als Orte des Kunstschaffens von hoher geschichtlicher Bedeutung sind. (Sie) entstanden nach dem Vorbild der Dessauer Meisterhäuser im Stil des Neofunktionalismus der späten 1950er-Jahre. (…) Die Gebäude prägt eine insgesamt ungewöhnlich vollständige Erhaltung des bauzeitlichen mit wandfesten, z.T. künstlerisch gestalteten Ausstattungselementen, der Grundrissdisposition, der Fassadenverkleidung, den markanten Eingangsgestaltungen sowie den Atelier- und Werkstatträumen.“

Den Vorplatz und das Treppenhaus des Hauses Weber prägen aus Granit- und Kalksteinbruchplatten gestaltete Bodenbeläge wie auch Naturholzverkleidungen an den zum Vorplatz hin orientierten Fassaden. Im Wohnhaus Lessig findet sich ein Betonglasfenster im Treppenhaus des Wohnhauses, das vermutlich selbst vom Bauherrn entworfen worden ist. Grundsätzlich sind die beiden Anwesen im Aufbau ähnlich und bestehen jeweils aus einem zweigeschossigen Wohnteil mit loggienartigen Balkonen zu je drei Zimmern und Küche im Erdgeschoss bzw. Nassraum im Obergeschoss und einem Werkstattteil mit über zwei Geschosse reichenden großen Ateliers. Die jeweiligen Teile sind mit einem dazwischen angelegten Treppenhaus miteinander verbunden.

Das Maleratelier besitzt eine schmale Empore und ein Büro, das die Betrachtung der Kunstwerke aus größerem Abstand ermöglichte. Das Bildhaueratelier verfügt über eine Laufkatze, einen horizontal beweglichen Kran zum Bewegen schwerer Objekte.

Bildergalerie

Künstlerhaus von Curd Lessig im Abtsleitenweg 2
Künstlerhaus von Helmut Weber im Abtsleitenweg 4

Siehe auch

Quellen und Literatur

Weblinks

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