Israelitische Sozialeinrichtungen

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In der Stadt Würzburg gab und gibt es Israelitische Sozialeinrichtungen: ein Kranken- und Pfründnerhaus, ein Landesheim und ein weiteres Altenheim.

Israelitisches Kranken- und Pfründnerhaus

Das Israelitische Krankenhaus wurde 1885 gegründet und diesem 1891 ein Pfründnerhaus angegliedert. Es wurde wie die Liegenschaft in der Bibrastraße 6 zuletzt als Sammelunterkunft zweckentfremdet. Das Israelitische Kranken- und Pfründnerhaus hingegen wurde vollständig zerstört.

Landesheim

Noch 1931 ergänzte der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern das Gebäude durch einen Neubau, das sog. Landesheim. Da das Landesheim beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 nur wenig beschädigt wurde, konnten hier ab Juli 1945 diejenigen einziehen, die die Shoa überlebt hatten und zurückgekehrt waren. Weitere Überlebende kamen in der ehemaligen Villa Mandelbaum an der Rottendorfer Straße und im Gebäude auf dem Jüdischen Friedhof unter.

Das jüdische Landesheim zwischen Dürerstraße und Valentin-Becker-Straße entwickelte sich ab 1945 zum neuen Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken. Viele Überlebende wohnten dort im Altersheim, ein Raum im Gebäude diente der kleinen Gemeinde als Synagoge. Seit den 1960er Jahren baute die Gemeinde dann auf dem gleichen Grundstück ihre Neue Synagoge, die 1970 eingeweiht werden konnte. Neben der Synagoge befanden sich im Gemeindezentrum eine Mikwe, ein Informationszentrum, eine koschere Küche, Gemeindesäle sowie Büroräume.

1987 kam das „Dokumentationszentrum zur jüdischen Geschichte und Kultur in Unterfranken“ (heute „Johanna-Stahl-Zentrum“) als neuer Mieter im Gebäude dazu. Nach dem Anwachsen der Gemeinde um etwa 1.000 Personen aus Osteuropa seit 1992 platzten die Räumlichkeiten der Gemeinde aus allen Nähten. Mit großer Unterstützung aus Gesellschaft und Politik gelang es, den Neubau des Geeindezentrums Shalom Europa anzugehen. Er wurde 2006 eingeweiht und zeigt in dem neuen Museum der Gemeinde die mittelalterlichen Grabsteine und eine Ausstellung zur jüdischen Religion.

Altenheim Konradstraße

In der Konradstraße 3 befand sich ab 1933 ein weiteres Altenheim der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus-Stiftung. Zuletzt wurde auch dieses Gebäude als Sammelunterkunft genutzt. Das Gebäude wurde im Krieg vollständig zerstört.

Siehe auch

Literatur

  • Remembrance and Encounter. Biographical Traces of Würzburg Jewry on the Occasion of the Visit of Former Jewish Citizens in Würzburg, 16 to 23 April 2012, ed. by the Johanna Stahl Center for Jewish History and Culture in Lower Franconia and the Stolperstein Initiative Würzburg, Würzburg 2012, S. 15-20, dt. Originalfassung.