Hof Kürnach

Aus WürzburgWiki

Dies ist die bestätigte sowie die neueste Version dieser Seite.

Hof Kürnach oder Hahnenhof (vor 1945)

Der Hof Kürnach oder Hahnenhof war ein historisches Gebäude im Stadtbezirk Altstadt im Hahnenhof 1 und 2 (alte Nr.: II. Distrikt 341 [1]).

Lage

Der Hof befand sich hinter dem Falkenhaus am Oberen Markt und grenzte nach Norden zu an den ehemaligen Sandhof. Gegenüber stand seit dem Mittelalter das Dietricher Spital. Dazwischen floss ein Teil des Wassers der Kürnach in Richtung Main, bildete aber auf dem heutigen Marktplatz einen Sumpf, den man „Rigol“ nannte. [2]

An den Rigol grenzte nicht nur das Dietricher Spital, sondern auch die Häuser der Gerber, die im 14. Jahrhundert in die Vorstadt Pleich zogen und ihre Häuser an Juden verkauften.

Namensgeber

Namensgeber war der Bach Kürnach, der hier floss.

Geschichte

Den Hof Kürnach besaß zwischen 1265 und 1274 Heinrich von Bayreuth, der zu jenen Patriziern gehörte, die 1274 als Anhänger Bischofs Berthold I. von Henneberg aus der Stadt gewiesen wurden. [3]

Das Dietricher Spital besaß in Kürnach die „Groß-Erb-Hube“ [4] mit dem dazugehörigen Hof, der auch in Kürnach bis heute Hahnenhof genannt wird. 1346 vererbrechte das Dietricher Spital 5 Morgen Weingarten „uf den Röthen“ am Wachtelberg an die Witwe Kunne Otte. [5]

Aber auch den 4. Teil des großen Zehents (Getreide und Wein), der eigentlich ganz den Bischöfen von Würzburg zustand, erhielt das Dietricher Spital, wohl schon als Ausstattung des Spitals mit Einkünften aus der Landwirtschaft. 1809 wurde das Dietricher Spital in ein „Königliches Fräuleinstift“ umgewandelt, der 4. Teil des Kürnacher großen Zehents erhielt noch 1815 dieses Stift. [6]

Man darf annehmen, dass der Würzburger „Hahnenhof“ oder „Hof Kürnach“ ursprünglich der Ort war, an den die Zehentabgaben aus Kürnach und die Gülten aus dem Kürnacher Hahnenhof abgeliefert werden mussten.

Ende des Hofes

Der Hof wurde beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 völlig zerstört.

Siehe auch

Quellen und Literatur

Erläuterungen, Hinweise und Einzelnachweise

  1. Uraufnahme im geoportal.bayern.de/bayernatlas
  2. Siehe hierzu den Abschnitt „Geschichte“ des Artikels Kürnach (Gewässer).
  3. Streit zwischen Poppo III. von Trimberg und Berthold I. von Henneberg. Beide wollten Bischof von Würzburg sein. Es kam zur sog. Cyriakus-Schlacht bei Kitzingen 1266. Henneberg wurde geschlagen und verfiel dem Bann. Sein Nachfolger wurde 1274 Berthold II. von Sternberg, der die Anhänger des Hennebergers aus der Stadt verwies.
  4. Eine Groß-Erb-Hube (auch Groß-Erb-Hufe) ist ein historischer Begriff aus dem Agrar- und Feudalwesen, der eine besonders große, erblich übertragbare landwirtschaftliche Nutzfläche inklusive Hofstelle bezeichnet. Sie war im Mittelalter und der frühen Neuzeit ein „Hubengut“, das einer Bauernfamilie zur Existenzsicherung diente. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  5. Staatsarchiv Würzburg, MB, LXXXII, S. 235
  6. Staatsarchv Würzburg, RentAmt Würzburg, r.d.M. Nr. 31
  7. Die „Chronik 1225 Jahre Kürnach“ kann in der Gemeindeverwaltung Kürnach, Zimmer 2, käuflich erworben werden.

Kartenausschnitt

Die Karte wird geladen …
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von WürzburgWiki. Durch die Nutzung von WürzburgWiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.