Kürnacher Hahnenhof

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Der Kürnacher Hahnenhof war ein Hof des Würzburger Dietricher Spitals in Kürnach.

Lage

Der Hof lag im Ortszentrum an der heutigen Stelle der Stichstraße Hahnenhof.

Geschichte

Am 8. März 1346 gab das Würzburger Dietricher Spital der Witwe Kunne Otte in Kürnach fünf Morgen Weingärten uf den rüthen (am Wachtelberg) in Erbpacht. Sie leistete dafür dem Spital jährliche Abgaben.

1581 beschreibt Julius Echter von Mespelbrunn die Verteilung des großen Zehents von Kürnach folgendermaßen: „Nachdem der Zehnt Uns und Unserem Stift zum halben Teikl, und der andere Halbteil dem Spital zu Sant Ditterichen zu Wirtzburg, und dem Spital zu Kitzingen und alß jedem ein Vierteltheil zugehört ....“ [1] Das Dietricher Spital holte 1581 nicht nur seine Einnahmen von den Gütern der „Groß-Erb-Hube“ [2], sondern auch den vierten Teil des Kürnacher großen Zehents, die Abgaben an Korn, Hafer, Weizen und Gerste. Es musste allerdings dafür abwechselnd mit dem Kitzinger Spital und dem Kürnacher Schultheiß der Gemeinde einen Stier und einen Eber halten. Noch 1798 war der Hof dem Dietricher Spital in Würzburg zins- und lehenbar. [3]

Das Dietricher Spital hatte seine Besitzungen in Kürnach, die Felder der „Groß-Erb-Hube“, in einem Zins- und Lagerbuch aufgeschrieben, das im Staatsarchiv Würzburg aufbewahrt wird. 1809 wurde das Dietricher Spital in ein „Königliches Fräuleinstift“ umgewandelt. Gegenüber (hinter dem Falkenhaus) gab es ebenfalls einen Hahnenhof, in den wohl die Zehntabgaben und die Abgaben des Kürnacher Hahnenhof eingeliefert werden mussten.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Christine Demel: Chronik 1225 Jahre Kürnach. 779 - 2004. Selbstverlag Gemeinde Kürnach 2004, S. 462. [4]

Einzelnachweise Erläuterungen und Hinweise

  1. Staatsarchiv Würzburg, Kürnacher Dorffsordnung v. 1581, MS 358
  2. Eine Groß-Erb-Hube (auch Groß-Erb-Hufe) ist ein historischer Begriff aus dem Agrar- und Feudalwesen, der eine besonders große, erblich übertragbare landwirtschaftliche Nutzfläche inklusive Hofstelle bezeichnet. Sie war im Mittelalter und der frühen Neuzeit ein „Hubengut“, das einer Bauernfamilie zur Existenzsicherung diente. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  3. Gemeindearchiv Kürnach, Kürnacher Schatzungsbücher
  4. Die „Chronik 1225 Jahre Kürnach“ kann in der Gemeindeverwaltung Kürnach, Zimmer 2, käuflich erworben werden.

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