Herta Mannheimer

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Herta Mannheimer

Herta Mannheimer (* 6. Mai 1891 in Bütthard; † 10. September 1943 in Auschwitz) wirkte als Stadträtin in Heidingsfeld von 1924 bis 1929 und starb im Konzentrationslager.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Herta Mannheimer kam als Kind von Salomon Mannheimer und Johanna Mannheimer, geb. Wolf, zur Welt. Sie hatte zwei Schwestern: Selma und Berta. 1905 zog die Familie nach Heidingsfeld und lebte dort in der Kirchgasse 12. Der Vater erhielt hier 1911 das Bürgerrecht. Die Familie lebte vom Handel mit Mehl und Landprodukten.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Herta Mannheimer war zeitweise als Krankenpflegerin tätig, sonst aber nicht berufstätig. Wie damals üblich, führte sie nach dem frühen Tod der Mutter den Haushalt und kümmerte sich um den Vater.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Herta Mannheimer und der Heidingsfelder Stadtrat

Herta Mannheimer war engagierte Sozialdemokratin. Bei den Kommunalwahlen 1924 wurde sie als einzige Frau in den Heidingsfelder Stadtrat gewählt, dem sie bis zur Eingemeindung nach Würzburg im Jahr 1930 angehörte. Sie war im Heidingsfelder Stadtrat Mitglied im Schulausschuss und Armenrat.

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

In der Turngemeinde Heidingsfeld hatte sie eine führende Rolle inne und leitete die Damenriege des Vereins. Auch war sie aktives Mitglied des Jüdischen Kulturbundes Würzburg.

Emigration und Deportation[Bearbeiten]

Nach dem Tod ihres Vaters emigrierte sie im August 1937 nach Holland. Sie lebte zunächst in Martensdijk in der Nähe von Utrecht. Ab dem 29. Oktober 1942 war sie in Amsterdam (Merwedeplein 37) gemeldet. In diesem Haus wohnte auch Anne Frank mit ihrer Familie. Ab dem 9. März 1943 war Herta Mannheimer im Durchgangslager Westerbork [1] untergebracht. Von dort aus wurde sie am 7. September 1943 nach Auschwitz deportiert und sofort nach ihrer Ankunft am 10. September 1943 in die Gaskammer geschickt.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt Würzburg (Hrsg.): Frauen in Würzburg - Stadtführer & Lesebuch, Echter Verlag, Würzburg 1996, S. 82
  • Reiner Strätz: Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945. I. Teilband. Schöningh 1989. S. 370
  • 115 Jahre SPD-Ortsverein Heidingsfeld Traditionell fortschrittlich – eine kleine Chronik, Heidingsfeld, 2013, S. 6

Weblinks[Bearbeiten]

Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Nähere Informationen zum Durchgangslager Westerbork bei Wikipedia [1]