Jüdischer Kulturbund Würzburg

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Der Jüdische Kulturbund Würzburg war im nationalsozialistischen Würzburg eine von jüdischen Initiatoren ins Leben gerufene Selbsthilfeorganisation für vom Berufsverbot betroffene jüdische Künstler.

Geschichte[Bearbeiten]

Was sich in der Weimarer Republik an antijüdischen Aggressionen nur gelegentlich entladen konnte, war seit der Machtergreifung der Nazis am 30. Januar 1933 [1] offizielle Politik oder wurde zumindest in immer größerem Umfang auch in Würzburg geduldet. Otto Hellmuth, Gauleiter der NSDAP in Unterfranken, organisierte bereits am 11. März 1933 die Schließung jüdischer Geschäfte und des populären Central-Cafés. Es folgten weitere Boykottaktionen sowie Berufsverbote für zahlreiche jüdische Rechtsanwälte und Ärzte sowie die Zwangsverweisung vieler Juden von den höheren Lehranstalten und der Universität, ebenso wie Betätigungsverbote jüdischer Vereine, darunter die Studentenverbindungen, deren Häuser beschlagnahmt wurden.

Angesichts dieser Entwicklung wurden Zusammenhalt und Selbsthilfe immer wichtiger. Viele jüdische Künstler, Musiker und Schauspieler verloren ihre Engagements und auch der Besuch von kulturellen Veranstaltungen wurde Juden verwehrt. Als Reaktion auf die Ausgrenzung reagierten engagierte Juden mit dem verstärkten Aufbau eines unabhängigen, jüdischen Kulturbereichs. Im Juli 1933 wurde die Gründung des „Kulturbund Deutscher Juden“ in Berlin genehmigt. In der Folge bildeten sich an zahlreichen Orten regionale Kulturbünde, so auch in Würzburg der Jüdische Kulturbund Würzburg.

Die regionalen Kulturbünde, unter ihnen auch der Würzburger, wurden gezwungen, sich bis zum August 1935 im Reichsverband jüdischer Kulturbünde in Deutschland (RJK) zusammenzuschließen. Der RJK wurde dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unterstellt. Die Veranstaltungen des Bundes, die der Zensur unterlagen und von der Gestapo überwacht wurden, mussten einzeln vom Reichskulturwalter Hans Hinkel [2] genehmigt werden. Um die Tätigkeit der Kulturbünde zu sichern, richtete der RJK darüber hinaus eine Selbstzensur ein. Im Juli 1937 waren unter dem Dach des RJK 120 selbstständige Organisationen, darunter auch Synagogen und Kulturvereine, vereinigt.

Ende des Kulturbundes[Bearbeiten]

1941 wurde der Jüdische Kulturbund Würzburg aufgelöst. Viele seiner Mitglieder und Funktionäre wurden deportiert und ermordet.

Mitglieder (Auswahl)[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Hinweise[Bearbeiten]

  1. Nähere Informationen zur Machtergreifung der Nazis bei Wikipedia [1]
  2. Zur Person Hans Hinkel siehe Wikipedia [2]