Brückenschoppen

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Brückenschoppen an der Alten Mainmühle
Brückenschoppen an der Alten Mainmühle

Der Brückenschoppen ist ein bei Einheimischen wie Touristen beliebtes, aber auch sehr kontrovers diskutiertes Wein-Angebot der Gastronomiebetriebe Alte Mainmühle, Mainwein Weinbistro (Initiator) und der Vollkornbäckerei Köhler auf der Alten Mainbrücke.

Beschreibung[Bearbeiten]

Als Brückenschoppen wird auf der Alten Mainbrücke Frankenwein (alternativ auch Hugo oder Aperol Spritz) in Schoppengläsern (0,25 Liter, mit Pfand) ausgeschenkt, der direkt auf der Brücke getrunken werden kann.

Vorzüge[Bearbeiten]

Von der Alten Mainbrücke bietet sich ein toller Ausblick auf den Main, zahlreiche Würzburger Sehenswürdigkeiten (stellvertretend seien genannt: Festung Marienberg, Käppele, Alter Kranen) und Weinlagen (Würzburger Schlossberg unterhalb der Festung, Würzburger Stein mit Stein-Harfe). Für einen musikalischen Rahmen sorgen gelegentlich Auftritte von Straßenmusiker auf der Brücke. Der Brückenschoppen wird wegen seiner besonderen Atmosphäre gerne in Reiseführern aufgeführt. Die Main-Post bezeichnete die Brückenattraktion gar als „Würzburgs schönste Nebensache“. [1]

Kontroverse[Bearbeiten]

Noch ungestört vom Brückenschoppen: Fahrradfahrer auf der Alten Mainbrücke (1932)

Das Angebot ist derart beliebt, dass es oftmals zu einem starken Andrang kommt, der wiederum Probleme mit sich bringt: Das überqueren der Brücke mit Fahrrad (die Brücke ist ein offizieller Fahrradweg, hier wechselt auch der Main-Radweg die Seite), Rollator, Kinderwagen oder Rollstuhl wird durch die Schoppentrinker erschwert und von den auf der Brüstung abgestellten Gläsern gehen weitere Gefahren aus (Glasscherben, Herabfallen auf den Oberen Mainkai). Die Gastronomen haben sich deshalb freiwillig dazu bereiterklärt, die Anzahl der gleichzeitig ausgegebenen Gläser zu begrenzen und je nach Bedarf einen privaten Sicherheitsdienst („Brücken-Wächter“) zu beschäftigen. [2]

Sehr kontrovers diskutiert und letztlich vom Stadtrat mehrheitlich abgelehnt wurde im Sommer 2016 ein Antrag der CSU-Stadträte Kurt Schubert und Emanuele La Rosa, die Brücke für Fahrradfahrer zu sperren und lediglich noch das darüberschieben der Fahrräder zu erlauben.

Auf großes Unverständnis stießen auch zwei von der Stadt Würzburg an den Brückenrampen angebrachte Schilder mit der Aufschrift „Zu viel Leut' da schieb ich heut“. Unter anderem ADFC Kreisverband Würzburg, VCD, die Arbeitsgruppe Radverkehr der Agenda 21 und der Bund Naturschutz kritisierten diesen einseitigen, nur an die Fahrradfahrer gerichteten Appell und kreierten einen Gegenvorschlag. [3] Die aufgestellten Schilder haben keine rechtsbindende Wirkung.

Umstritten sind auch die Preise, die mittlerweile für einen Brückenschoppen verlangt werden und weit über dem Einkaufspreis liegen. Dies hat dazu geführt, dass viele Brückenbesucher ihren eigenen Wein mitbringen.

Brückenschoppen-Lied[Bearbeiten]

Nachdem der Brückenschoppen in Würzburg immer wieder für Wallung gesorgt hat, wurde auf dem Improtheaterfestival 2015 wurde die Idee geboren, ein Lied über den Brückenschoppen zu kreieren- Der Brückenschoppen-Song wurde dann im Sommer 2017 erstmals präsentiert. „Eine Würzburg-Hymne, von der einem schlecht werden muss“ befand die Süddeutsche Zeitung nach der Veröffentlichung. „Sein Text ist ohne ortsübliche Spezialitäten, flüssig und möglichst großzügig dosiert, nicht zu ertragen“, heißt es dort weiter im Text. [4]

Ausschankschluss[Bearbeiten]

Ausschankschluss bei der Alten Mainmühle ist um 22.30 Uhr, bis 23 Uhr können noch Gläser zurückgegeben werden. Das Weinbistro Mainwein und die Vollkornbäckerei Köhler schließen mit 20.30 Uhr bzw. 20 Uhr bereits früher. 24 Stunden zugänglich gibt es beim Kupsch in der Domstraße einen Wein-Automat für Bocksbeutel.

Trivia[Bearbeiten]

Im Sommer 2017 wurde auch auf der Alten Mainbrücke in Kitzingen der Brückenschoppen unter der Bezeichnung „Stadt Schoppen“ eingeführt. [5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Post: „Der Brückenschoppen Würzburgs schönste Nebensache“ (6. Oktober 2016)
  2. Main-Post: „Brückenschoppen: Stadt Würzburg gibt sich tolerant“ (4. April 2014)
  3. Würzburg erleben: „Alte Mainbrücke: Statement von Radverkehrsorganisationen und Bund Naturschutz“
  4. Süddeutsche Zeitung: „Eine Würzburg-Hymne, von der einem schlecht werden muss“ (28. Juni 2017)
  5. InFranken.de: „Kitzingen hat eine neue Attraktion“ (21. Juli 2017)