Berthold Blumentrost

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Berthold Blumentrost, auch Berthold von Hall (* um 1290 in Schwäbisch Hall; † nach 1360) war Arzt, Medizinschriftsteller, Kanoniker und Scholastiker in Stift Haug.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Es ist anzunehmen, dass der aus einem fränkischen Geschlecht stammende Berthold Blumentrost kurz nach 1300 in Paris studierte, dort zum Magister promoviert wurde und (vermutlich) in Bologna ein Medizinstudium abschloss. Blumentrost wurde zunächst „canonicus“ in Wimpfen und erhielt vom Papst am 20. November 1326 als Stiftsherr ein zusätzliches Kanonikat an St. Johannes in Stift Haug. Er wurde wohl schon kurz danach aufgrund seines vorangegangenen Studiums an der Stiftsschule eingesetzt, dort ist er 1334 als Rektor bezeugt. 1340 reiste er im Auftrag des Bischofs als Gesandter zum Mainzer Erzbischof. Zwischen 1341 und 1345 wurde er als Mitglied einer bischöflichen Kommission erwähnt, die sich um die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Würzburger Klöstern bemühte. Am 13. April 1344 wurde Berthold Blumentrost zum Scholaster ernannt. Enge Beziehungen unterhielt er zu Domdekan Eberhard von Riedern ( † 27. Oktober 1350), als dessen Testamentsvollstrecker er fungierte, indem er das Prämonstratenserinnenkloster in Tückelhausen dem Kartäuserorden übereignete. Seine letzte Ruhestätte fand Berthold Blumentrost im Wimpfener Kollegiatsstift.

Bertholds Erbe[Bearbeiten]

Um die Einführung der Universitätstradition in Würzburg hat sich Blumentrost im 14. Jahrhundert dadurch verdient gemacht, dass er bereits zwischen 1345 und 1361 Vorlesungen abhielt. [1] Medizingeschichtlich werden ihm mehrere medizinische Traktate zugeschrieben, wobei es auch zu Verwechslungen mit dem Würzburger Arzt Ortolf von Baierland gekommen war.

B. Blumentrost: Lokalisation verschiedener Gehirnfunktionen

Blumentrost entwarf unter anderem eine „Karte“ des menschlichen Gehirns bzw. von dessen Hohlräumen („cellulae“) und legte darin das Erinnerungsvermögen (lateinisch memoria) in den Hinterkopf des Menschen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Konrad Goehl: Berthold Blumentrosts Giftbüchlein „Tractatus de cautelis venenorum“ - neu gelesen, in: Editionen und Studien zur lateinischen und deutschen Fachprosa des Mittelalters, Festgabe für Gundolf Keil, hrsg. von Konrad Goehl und Johannes Gottfried Mayer, Verlag Königshausen & Neumann GmbH, Würzburg 2000, S. 67-126
  • Gundolf Keil: Berthold Blumentrost, in: Verfasserlexikon - Die deutsche Literatur des Mittelalters, 2. Aufl., I (1978), Spalte 904-906
  • Enno Bünz: Stift Haug in Würzburg. Untersuchungen zur Geschichte eines fränkischen Kollegiatstiftes im Mittelalter, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 627 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rüdiger Krist: Berthold Blumentrosts „Quaestiones disputatae circa tractatum Avicennae de generatione embryonis et librum meteorum Aristotelis“. Ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte des mittelalterlichen Würzburgs, Teil I: Text, Verlag Königshausen & Neumann GmbH, Würzburg 1987 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 43); und Julia Maria Ries: [...], Teil II: Glossar, medizinische Dissertation, Würzburg 2003 (http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/frontdoor/index/index/docId/507)