Bernhard von Sachsen-Weimar

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Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar

Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar (* 16. August 1604 in Weimar; † 18. Juli 1639 in Neuenburg) war Feldherr im Dreißigjährigen Krieg und kurzzeitig Herrscher im Herzogtum Franken.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Bernhard war das elfte Kind (von 12) und der jüngste Sohn des Herzogs Johann III. von Sachsen-Weimar und dessen Ehefrau Dorothea Maria von Anhalt. Seine Ausbildung erhielt er kurze Zeit an der Universität Jena, dann aber bei seinem Verwandten Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg. Seine militärischen Aktivitäten im Dreißigjährigen Krieg begann Bernhard im Jahr 1622 auf Seiten der Gegner der katholischen Liga, zu der auch das Bistum Würzburg gehörte. Als im Jahr 1630 Gustav II. Adolf von Schweden in Deutschland auftauchte, begleitete Bernhard den Schwedenkönig auf seinem Siegeszug durch Franken, wo er die Festung Marienberg in Würzburg einnahm. Dabei wurde auch die dort befindliche Hofbibliothek zur Kriegsbeute. Nach Gustav Adolfs Tod bei Lützen übernahm Axel Oxenstierna die politische Führung. Den militärischen Oberbefehl teilten sich Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar und Gustav Graf Horn. Unter Bernhards Oberbefehl über die schwedischen Truppen vertrieb er die Kaiserliche Armee aus Sachsen.

Herzog in Franken[Bearbeiten]

Anfang 1633 übertrug ihm der schwedische Kanzler Axel Oxenstierna den Oberbefehl in Franken und belehnte ihn am 10. Juni förmlich mit dem hauptsächlich aus den eroberten Bistümern Bamberg und Würzburg neu gebildeten Herzogtum Franken; mit dessen Verwaltung betraute er zunächst seinen Bruder Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg. Bernhard wurde in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 vom überlegenen kaiserlich-spanischen Heer vernichtend geschlagen. Diese Niederlage kostete ihn sein Herzogtum.

Weiteres Leben[Bearbeiten]

Die wenigen Jahre bis zu seinem unerwarteten Tod (wahrscheinlich durch die Pocken) verbrachte er als weitgehend selbständiger Heerführer im Dienste Frankreichs im Kampf gegen die Kaiserlichen besonders im Rheinland.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav Droysen: Bernhard von Weimar. – Leipzig : Duncker & Humblot, 1885, 2 Bde.
  • Heinrich Bücheler: Bernhard von Sachsen-Weimar : der Cottodiere des Protestantismus. – in: Damals 22.1990. – S. 63–79.
  • Jörg-Peter Findeisen: Der Dreißigjährige Krieg : eine Epoche in Lebensbildern. – Darmstadt: Wissenschaftl. Buchgem., 1998. – S. 285–294.
  • Ariane Jendre: Diplomatie und Feldherrnkunst im Dreißigjährigen Krieg: Herzog Bernhard von Weimar im Spannungsfeld der französischen Reichspolitik 1633–1639. – Berlin, Univ. Diss., 1998.
  • Angelika Pabel: Fürstengeschenk und Kriegsbeute: Ein Einband aus der Werkstatt Weischner in der Universitätsbibliothek Würzburg. In: Einbandforschung, 29 (2011), S.62-66

Weblinks[Bearbeiten]