Bergherbrunnen

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Bergherbrunnen war eine frühere Ansiedlung auf der Hochfläche des Steinberges.

Namensgeber

Namensgeber der Siedlung ist eine Wasserquelle, die bereits von Würzburger Winzern zur Trinkwasserentnahme und zur Bewässerung der Weinlage Stein genutzt wurde. Mutmaßlich entstand daher der umgangssprachliche Begriff, da sie das Wasser vom Berg her holten.

Geschichte

In einer Urkunde von 1164 übertrug Bischof Heinrich II. von Stühlingen den Besitz der Brüder Otto und Arno in Bergherbrunnen auf deren Bitte hin als vollendete Schenkung in das Hochstift Würzburg in der Art und Weise, dass die beiden genannten Brüder die Güter für sich und ihre Nachkommen vom Domdekan wieder zurück erhalten und jährlich am Kilianstag dem Domstift eine angemessene Spende zukommen lassen.

Bischof Hermann I. von Lobdeburg gründete 1232 mit Zustimmung des Würzburger Domkapitels auf locum nostri iuris Bergherbrunnen ein Kloster, cenobium, von Sanktimonialen [1] mit dem Namen fons virginis sanctae Mariae, das also der hl. Maria geweiht war. Die Gott geweihten Frauen sollten die Regel des hl. Benedikt folgen, und zwar mit der Ausrichtung des Zisterzienserordens. Die geistliche und weltliche Jurisdisdiktion behielt sich der Bischof vor. Die Äbtissin musste dem Bischof Gehorsam leisten, die Schwestern und Konversen der Äbtissin. Der Propst, der ein Ordensgeistlicher sein sollte, aber nicht dem Zisterzienserorden angehören musste, wurde durch die Äbtissin und die Schwestern mit dem Rat des Bischofs gewählt und musste dem Bischof Gehorsam leisten, die übrigen Kleriker des Ortes dem Propst. Der Archidiakon [2] hatte über die Personen im Kloster keine Gewalt, der Würzburger Bischof hatte das Patronat über das Kloster, er verzichtete auf Vogteiansprüche gegenüber dem Kloster, nicht aber auf die Vogteirechte gegenüber den Gütern. Das Kloster war von der Abgabe von Zehnten befreit. [3]

Die Niederlassung Bergherbrunnen erwies sich aber offenbar als nicht geeignet, der Boden war dürr, mager und unfruchtbar und das Kloster litt unter einem nicht geringen Mangel an Holz. Daher sollte das Kloster in das Dorf Ezzelshausen verlegt werden, ein lustiger platz und von wegen des furlissenden wassers und anstossenden holtzere zu einem closter bequem und nutz. Der Ort war aber ein Afterlehen des Siboto von Etzelhausen vom Grafen Poppo VII. von Henneberg, und dieser wiederum hatte den Ort als Lehen vom Würzburger Bischof, in dessen Eigentum der Ort war. Der Würzburger Bischof musste als der Verlegung zustimmen, was er auch tat.

► Zur weiteren Geschichte des Klosters siehe Artikel Ezzelshausen.

Ende der Besiedelung

Die Besiedelung ist spätestens im Bauernkrieg beendet und 1530 geht das Gut an die Stadt Würzburg über.

Heutige Bebauung

Heute liegt das landwirtschaftliche Anwesen Rotkreuzhof auf dem ehemaligen Siedlungsgebiet.

Siehe auch

Quellen und Literatur

Weblinks

Erläuterungen, Hinweise und Einzelnachweise

  1. Sammelbezeichnung für Nonnen und Chorfrauen.
  2. Archidiakon (auch Erzdiakon) war in der römisch-katholischen Kirche die Bezeichnung für einen Amtsträger, der von der Spätantike bis in die Frühe Neuzeit als Stellvertreter eines residierenden Bischofs wesentliche Verwaltungsaufgaben wahrnahm. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  3. Ingrid Heeg-Engelhart, Anmerkungen, S. 595 mit Anm. 11