Otto Volk

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Prof. Dr. Dr. Otto Volk (* 13. Juli 1892 in Neuhausen; † 21. März 1989 in Würzburg war Mathematiker, Astronom und Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Von 1910 bis 1914 studierte Otto Volk Katholische Theologie, Philosophie und Mathematik an der Universität Tübingen. 1914 legte er das Theologische Staatsexamen ab und wurde 1915 ordiniert. Anschließend studierte er weiter Mathematik in Tübingen und München und schloss 1917 das Studium mit der Ersten Dienstprüfung für das Höhere Lehramt ab. Anschließend ging er in den Höheren Schuldienst in Schwäbisch Gmünd und Feuerbach und legte 1918 die 2. Dienstprüfung für das Höhere Lehramt ab. 1918 wurde er zum Dr.-Ing. an der Technischen Hochschule München promoviert. 1920 wurde er erneut an der Universität München zum Dr. phil. promoviert. Er habilitierte sich 1922 an der Universität München und erhielt noch im gleichen Jahr einen Ruf an die neu gegründete Universität Kaunas in Litauen.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1930 nahm er einen Ruf an die Universität Würzburg an, um das 1929 durch den Tod von Emil Hilb frei gewordene Extraordinariat zu übernehmen. Ab 1937 war Volk Direktor des Mathematischen Seminars und Leiter des Astronomischen Instituts und der Sternwarte der Universität. Als 1937 die Naturwissenschaftliche Fakultät gegründet wurde, wurde er ihr erster Dekan. Mit der Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945 wurden alle Einrichtungen der Mathematik und Astronomie zerstört.

1949 wurde er wieder zum ordentlichen Professor an der Universität Würzburg ernannt, allerdings gleichzeitig aus gesundheitlichen Gründen pensioniert. Nach Lehraufträgen am Ohm-Polytechnikum in Nürnberg und an der Universität Köln erreichte er 1959 gerichtlich die Emeritierung und erhielt damit das Recht, wieder Vorlesungen in Würzburg anzubieten. Bis zum Sommersemester 1988 las er über Themen aus der Himmelsmechanik und der Geschichte der Mathematik.

Vater der Volkssternwarte Würzburg[Bearbeiten]

Als Fakultätsbeauftragter für praktische Astronomie bemühte er sich, in Würzburg wieder astronomische Beobachtungen zu ermöglichen. 1961 wurde unter seiner Leitung eine Notsternwarte auf der Kanzel des Hof Oberfrankfurt (Wohnhaus von Balthasar Neumann) in der Franziskanergasse eingerichtet. Bald begannen unter seiner Initiative Planungen für die „Sternwarte auf der Keesburg“. Nach zweijährigem Bau wurde 1966 die Volkssternwarte Würzburg an der Johannes-Kepler-Straße eingeweiht.

Nachlass[Bearbeiten]

Im Mathematischen Institut ist ein Gedenkzimmer für Otto Volk nach seinen Wünschen eingerichtet. Der Raum ist mit Möbeln aus seinem Nachlass ausgestattet. Hier finden sich sein alter Schreibtisch, ein Cembalo, eine große Standuhr, eine Büste von Lindemann, Bücherschränke und Bilder, inzwischen auch eine Sammlung historischer mathematischer Instrumente. Von seinem Wirken zeugt auch eine Gedenktafel am Turm der Neubaukirche, die an die Universitätssternwarte und an die Würzburger Astronomen erinnert, die dort ihre Beobachtungen durchgeführt hatten.

Otto-Volk-Stiftung[Bearbeiten]

Anlässlich seines 90. Geburtstages hat Otto Volk die nach ihm benannte Stiftung ins Leben gerufen. Da Otto Volk und seine Haushälterin Anna Guckes die Stiftung jeweils als Alleinerbin eingesetzt hatten, flossen der Stiftung nach deren Tod bedeutende Summen zu.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Otto Volk fand seine letzte Ruhestätte auf dem Würzburger Waldfriedhof.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]