Zeller Laubhütte

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Die Zeller Laubhütte ist ein Relikt jüdischen Gemeindelebens in der Marktgemeinde Zell am Main.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Anwesen von Mendel Rosenbaum in Zell befanden sich ein Betraum und die bis heute gut erhaltene Laubhütte, in der das jährliche Laubhüttenfest der Juden gefeiert wurde.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das ehemalige Waschhaus, sog. Sukka ist ein eingeschossiger Massivbau mit flachem Satteldach, im Kern nach 1607, Umbau zur Sukka in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Religiöser Hintergrund[Bearbeiten]

Das Laubhüttenfest (hebräisch: Sukkot) ist vom Ursprung her ein Erntedankfest (auch "Fest des Einsammelns" genannt) und wird gefeiert, nachdem die Ernte vollständig eingebracht wurde. Das Laubhüttenfest ist nach Rosch Haschana und Jom Kippur das letzte der hohen Feiertage des Monats Tischri. Es dauert vom 15. bis zum 21. Tag des Monats, aber nur der erste und der letzte Tag dieser Woche sind Feiertage, an denen das öffentliche Leben in Israel ruht. Die Kinder haben in dieser Zeit Schulferien und an vielen Orten herrscht Volksfeststimmung. Sukkot bedeutet "Hütten", da das zentrale Gebot dieses Festes fordert, während der Festwoche in provisorischen Hütten zu wohnen. Da die Sukka (Hütte) unter freiem Himmel stehen muss und ihr Dach aus Ästen, Zweigen und Laub besteht, übersetzte Martin Luther Sukkot mit dem Wort "Laubhüttenfest". Das Wohnen in diesen einfachen Hütten soll daran erinnern, dass das Volk Israel Zeiten erlebte in denen es als einfaches Nomadenvolk durch die Wüste zog und keine Ernte einbringen konnte.

Lage[Bearbeiten]

Die Laubhütte befindet sich im Judenhof der Marktgemeinde Zell.

Heutiger Bauzustand[Bearbeiten]

Für gewöhnlich werden Laubhütten nur für die Woche des Festes errichtet, die Rosenbaums investierten in diesen verputzen Massivbau besonders viel kreative Energie. So beispielsweise ein bewegliches Holzdach auf Schienen, das es ermöglichte, zwischen den aufgeschichteten Pappelzweigen hindurch den Himmel zu erspähen. Über 100 Jahre nach der letzten Feier der Familie wirkt vieles wie gerade erst zurück gelassen.

Freundeskreis[Bearbeiten]

Der „Freundeskreis der Zeller Laubhütte“ erforscht das Kleinod seit Jahren oder trieb die finanziellen Mittel für die Sanierung auf. Der Freundeskreis wurde am 27. November 2008 im Gasthaus Hotel Rose (Zell) ins Leben gerufen. 2014 beschloß der Marktgemeinderat, die Laubhütte als Denkmal freizustellen.

Ausstellung[Bearbeiten]

Eine Wanderausstellung "Einblicke in die Zeller Laubhütte" zeigt Fotografien und Texte rund um das historische Gebäude. Nach Ausstellungen im Rathaus Zell und im Sommer 2016 im Jüdischen Kulturmuseum in Veitshöchheim gezeigt wurde, machte die Ausstellung vom 9. bis 24. Februar 2017 im Foyer des Würzburger Rathauses Station. Vom 17. Juni bis 30. Juli werden die Exponate in den WeinKulturGaden in Thüngersheim zu sehen sein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Einblicke in die Zeller Laubhütte, Artikel in: Der Kessener, Ausgabe Dezember 2015, S. 10
  • Altes Testament, 3. Mose, Kap. 23

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]