Kupsch

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Kupsch Logo
Filiale in der Weingartenstraße 1921
Filiale in Lohr mit Personal (1930)
Filiale im Kaufhaus am Markt (vor 1945)
Filiale in Schweinfurt (1959)
Hauseigene Weinkellerei
ehemalige Filiale in der Hans-Löffler-Straße

Kupsch ist eine Supermarktkette, die mit 27 Filialen [1] in Unterfranken und insbesondere auch in Würzburg ansässig ist. Bei den Supermärkten handelt es sich um Vollsortimenter, die größtenteils mit Metzgerei und Bäckerei ausgestattet sind. Traditionell einen hohen Stellenwert hat bei der Supermarktkette Kupsch außerdem die Weinabteilung, die eine große Auswahl an Frankenwein umfasst. Kupsch war ab der ersten Ladeneröffnung 1914 in der Domstraße lange Zeit ein familiengeführtes Unternehmen: Zuerst von Bernhard Kupsch und Familie, später dann von dessen Nachfolgern. Im Jahr 2000 wurden die Kupsch-Märkte von der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen übernommen.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Am 9. Mai 1914 wurde das Unternehmen vom Einzelhändler Bernhard Kupsch mit der Beteiligung des Lebensmittelbetriebs „Schade & Füllgrabe” aus Frankfurt am Main in der Rechtsform einer GmbH als „Kupsch & Co. GmbH“ gegründet. Bernhard Kupsch übernahm dabei im Alter von 33 Jahren die alleinige Geschäftsführung. Der erste Kupsch eröffnete im Juli 1914 in der Domstraße 34 - daneben gab es noch zwei weitere Kupsch-Filialen: In der Schweinfurter Straße 9 (Zentrale) und in Grombühl am Wagnerplatz 3. [2] Das Sortiment umfasste unter anderem Kolonialwaren, Konserven, Kaffee, Tee, Wein und auch Südfrüchte. Letzteres war für die damalige Zeit ein Fortschritt. Typisch für die Region war außerdem die hauseigene Weinkellerei.
  • Im Oktober 1921 eröffneten erstmals auch außerhalb von Würzburg Filialen. Die erste Filiale außerhalb war in Gemünden beheimatet. 1926 eröffnete die 19. Filiale in Ochsenfurt. In den 1920er- und 1930er Jahren expandierte Kupsch stark, so dass sich zwischen 1924 und 1932 die Zahl der Märkte von 11 auf 42 erhöhte - ein Plus von 39 Märkten.
  • 1925 erfolgte der Neubau des Lager- und Verwaltungsgebäudes im Stadtbezirk Grombühl in der Grombühlstraße 52. Schon 1930 musste das Gebäude umfangreich erweitert werden.
  • 1936 schieden die Teilhaber „Schade & Füllgrabe” mit einer Abfindung aus - die GmbH wurde zum Einzelunternehmen „Bernhard Kupsch”. Einige Filialen wurden außerderm verselbstständigt, so dass es 1939 noch 36 Filialen gab.
  • Das dunkelste Kapitel in der Firmengeschichte erlebte Kupsch bei den Luftangriffen auf Würzburg: 2/3 aller Verkaufsstellen und das Hauptgebäude in Grombühl wurden zerstört. So wurden 1944 bereits zwei Filialen in Schweinfurt durch Fliegerbomben getroffen.
  • Ab 1945 erfolgte der Wiederaufbau, ein neues Vertriebsnetz wurde geschaffen und neun Jahre später zählte das Unternehmen Kupsch bereits wieder 30 Filialen mit 350 Mitarbeitern.
  • 1950/1951 wurde das Lager in Grombühl wiederaufgebaut. 1955 eröffnete Kupsch zusammen mit Severin in der Domstraße die bis dahin größte Verkaufsstelle.
  • 1962 eröffnete die neue Kupsch-Zentrale in der Nürnberger Straße (heute EDEKA) auf einem knapp 11.000 Quadratmeter großem Grundstück mit Produktion, Logistik, Verwaltung und Management. Es handelte sich dabei um typische Zweckbauten dieser Zeit mit Kühl- und Tiefkühlräumen, Lagerräumen, Weinkeller, eigener Kaffeeröstung etc.
  • In den Folgejahren expandierte Kupsch weiter. Die Märkte wurden zu reinen Selbsbedienungsläden umgewandelt - man passte sich dem Zeitgeist an.
  • 1964 feierte Kupsch 50-jähriges Jubiläum. Im Zuge dessen wurden einzelne Produkte zu den Preisen von 1914 verkauft (zwei Becher Margarine 90 Pfennig, Tafelöl 1,35 DM, zehn Beutel Vanilin Backpulver für 55 Pfennig).
  • Ab 1965 gab es Fleischwaren-Abteilungen in den Filialen. Im Zuge dessen wurde in Rottendorf 1973 eine Frischwarenzentrale geschaffen (heute EDEKA).
  • Eine Blütezeit erlebte das Unternehmen in den 1970er und 1980er Jahren: Weit über 70 Filialen gehörten zur Kupsch GmbH.
  • In den 1990er Jahren geriet Kupsch in eine wirtschaftliche Schieflage. Das Unternehmen konnte sich kaum noch aus eigener Kraft finanzieren.
  • Vor der Übernahme durch die EDEKA Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH im Jahr 2000 gab es 74 Kupsch-Märkte. Unter dem Motto „Kupsch bleibt Kupsch” blieb das Kupsch-Logo („K” mit Waage) erhalten - es gab keine Umfirmierung.
  • Es folgte nach der Übernahme ein bemerkbarer Umstrukturierungsprozess: Viele kleinere, unrentable Kupsch-Filialen wurden geschlossen. Betroffen waren insbesondere auch kleinere Stadtteil-Märkte (z.B. Sanderstraße, Danziger Straße, Hans-Löffler-Straße), aber auch Läden in den Ortszentren (z.B. Kitzingen, Hammelburg, Münnerstadt, Rottendorf). Ausschlaggebend waren Veränderungen auf der Angebots- und Nachfrageseite, sowie unternehmensinterne Gründe der EDEKA-Gruppe.

Unternehmensführung[Bearbeiten]

  • Gründer ist Bernhard Kupsch, der das Unternehmen zusammen mit „Schade & Füllgrabe“ aus Frankfurt am Main führte. Ab 1936 dann ohne den Teilhaber „Schade & Füllgrabe”.
  • Im Anschluss übernahm Bernhards Sohn Hermann Kupsch die Geschäftsführung.
  • Anschließend wiederum dessen Sohn Bernhard Kupsch (Übergabe im Jahr 1980 der das Unternehmen als geschäftsführender Gesellschafter mit seinem Vater Hermann zusammen leitete).
  • Im Jahr 2000 Übernahme durch EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen.

Marketing[Bearbeiten]

Regionale Produkte[Bearbeiten]

In aller Frische. Kupsch

Seit Bestehen des Unternehmens spielen regionale Produkte in den Kupsch-Märkten eine elementare Rolle. Lange Zeit zählten zu dem Unternehmen auch eine eigene Metzgerei (Bernhard's Metzgerei, heute: Franken-Gut Fleischwaren GmbH), eigene Bäckerei (Bernhard's Backhaus) und eigene Weinkellerei. Die Nähe zum Erzeuger, kurze Lieferwege und damit verbunden ein schonenden Umgang mit der Umwelt wird von dem Unternehmen nach wie vor explizit beworben. [3] Dies spiegelt sich auch im Werbeslogan von Kupsch wieder: „In aller Frische. Kupsch”

Kupsch-Gesicht

Kupsch-Gesicht[Bearbeiten]

Im Vorfeld des 100-jährigen Jubiläums entdeckte die EDEKA-Handelsgesellschaft das „Kupsch-Gesicht“ wieder für sich: Dieses wurde in den 1990er Jahren von Kupsch als Werbemittel eingesetzt und ist deshalb insbesondere bei Stammkunden noch bekannt. Die Augen des Gesichts werden beispielsweise durch Obst / Gemüse oder Frankenrechen symbolisiert.

Verknüpft mit dem „Kupsch-Gesicht” sind Aussagen, wobei der erste - vermeintlich negative - Satz immer hervorgehoben ist. Nachfolgend einige Beispiele:[4]

  • Wir sind von vorgestern. Als Würzburger Traditionsunternehmen sind wir seit 1914 für Sie da.
  • „Frische” ist bei uns ein alter Hut. Hier bekommen Sie seit jeher Erntefrisches auf den Tisch.
  • Für Sie machen wir keine großen Sprünge. Genießen Sie regionale Frische ohne lange Lieferwege.
  • Bei uns werden nicht alle Kunden gleich behandelt. Auf Ihre Wünsche und Anliegen gehen wir individuell ein.
  • Unseren Kunden machen wir es nicht leicht. Bei dieser Vielfalt haben Sie die Qual der Wahl.

Das Motiv findet unter anderem auf Einkaufstüten und Werbeplakaten Verwendung.

Trivia[Bearbeiten]

Der Gründer Bernhard Kupsch war Namensgeber der Kupsch-Siedlung (heute: Lehmgrubensiedlung).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auskunft EDEKA Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH; Stand: März 2013
  2. Main-Post: Mit dem Erbe sorgsam umgehen (03.12.2006)
  3. Kupsch.de: Regionalität bei Kupsch
  4. Kupsch.de: Flagge zeigen und Farbe bekennen: Kupsch zeigt wieder (s)ein Gesicht

Literatur[Bearbeiten]

  • Schmidt-Dubro, Eckhard: 50 Jahre Bernhard-Kupsch-GmbH Würzburg: Hoppenstedt Verlag, Darmstadt, 1964 (mit vielen Abbildungen; in der Universitätsbibliothek bestellbar)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Das Kapitel Geschichte basiert auf Angaben der Facebook-Gruppe „In aller Frische Kupsch” [1]
  • Kupsch-Homepage