Zentralstellwerk Würzburg Hbf

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Stellwerk Würzburg Hauptbahnhof.JPG

Das Zentralstellwerk Würzburg Hbf ist ein technisches Bauwerk in der Ständerbühlstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Drucktastenstellwerk vom Typ Dr S 600 der Fa. Siemens wurde am 6. Mai 1984 in Betrieb genommen und entstand im Zuge der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg. Es ersetzte das alte Drucktastenstellwerk im Hauptbahnhof, dass über dem Mittelbahnsteig E (Gleis 8/9) über dem Treppenaufgang durch das Bahnsteigdach aufragte, sowie eine Reihe kleiner mechanischer Stellwerke im östlichen bzw. westlichen Gleisvorfeld.

Technische Merkmale[Bearbeiten]

Die Stellwand des Würzburger Hauptbahnhofs im Obergeschoss war bei ihrer Indienststellung mit 7.600 Tischfeldern eine der größten in Deutschland und gleichzeitig die größte in einem Stellwerk dieser Bauart. Von hier werden über 290 Weichen, 485 Signale und 202 km Gesamtstreckenlänge durch 1.308 Tasten bedient. Das Stellwerk in Würzburg war eines der ersten in Deutschland, das den Abfahrtsauftrag für einen Personenzug, anstatt manuell mit der Abfahrtskelle durch den Aufsichtsbeamten am Bahnsteig, auf elektrischem Wege an den Lokführer übermittelte. Dazu wurden auf allen Ausfahrtssignalen oben ein zusätzliches Lichtzeichen angebracht, das bei erteiltem Abfahrtsauftrag einen grünen Lichtkreis zeigt und dem Lokomotivführer so die Information zur Abfahrt gibt. Das Lichtzeichen wird mittels Schlüsselschalter vom Bahnsteig ausgelöst.

Technische Bedeutung und Streckenbereich[Bearbeiten]

Neben der Verantwortung für das gesamte Streckenetz im Hauptbahnhnof, dem östlichen und westlichen Gleisvorfeld, erstreckt sich auf die Durchgangsgleise im Rangierbahnhof Würzburg und den kompletten Bahnhof Veitshöchheim. Das Stellwerk ist zuständig für die Neubaustrecke bis zum Abzweig Rohrbach (Lkr. Main-Spessart und der Übergabe an die Stellwerke Lohr am Main bzw. Burgsinn. Nach Süden gilt der Verantwortungsbereich bis zum Abzweig Heidingsfeld. Mainabwärts geht der Bereich auf der KBS 800 bis zum Haltepunkt Thüngersheim mit Übergabe an den Fahrdienstleiter im Bahnhof Retzbach-Zellingen und nach Osten bis zur Übergabe an den Fahrdienstleiter im Bahnhof Rottendorf. Der Rangierbahnhof Würzburg erhielt am 20. Juni 2010 ein elektronisches Stellwerk ESTW-A im gleichen Gebäude für den Güterzug- und Rangierverkehr, das die elektrischen und mechanischen Einzelstellwerke Wraf, Wref, Wrm, Wrw und Wrzf ersetzte, die teilweise noch aus dem Jahr 1924 stammten.

Abteilungen[Bearbeiten]

Im fünfstöckigen Gebäude ist im obersten Stockwerk die Fahrdienstleitung untergebracht. Darunter befanden sich die Signalmeisterei und die Nachrichtenmeisterei, sowie Sozial- und Ausbildungsräume. Im Atrium in der Mitte des Gebäudes standen auf einer Kiesfläche Exponate verschiedener Signalanlagen in Originalgröße, die zu Schulungszwecken voll funktionsfähig waren. Die Nachrichtenmeisterei wurde nach der Privatisierung der Deutschen Bundesbahn aufgelöst.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]