Stiftung Juliusspital Würzburg

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Die Stiftung Juliusspital Würzburg ist eine allgemeine nicht-kommunale Stiftung öffentlichen Rechts mit Sitz in Würzburg.

Geschichte

Die Stiftung wurde am 12. März 1576 aus dem Privatvermögen von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn gegründet und heute durch den Oberpflegamtsdirektor vertreten.

Stiftungszweck

Nach der Stiftungsurkunde sollten Arme, Kranke, Waisen und Pilger Aufnahme finden: „allerhand Sorten Arme, Kranke, unvermugliche, auch schadhafte Leut, die Wund- und anderer Arznei notdürftig sein, desgleichen Waysen und dann füruberziehende Pilgram und dörftige Personen” (Quelle: Stiftungsurkunde von 1579).

Zweck der Stiftung ist der Betrieb und Unterhaltung eines Krankenhauses mit Apotheke, eines Senioren-, Pflege- und Pfründestifts und der entsprechenden Schulen in Würzburg, die Unterstützung von Personen, die aufgrund ihrer Behinderung und/oder geistigen Fähigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsplatz keine Arbeit finden, unentgeltliche Mahlzeiten für Arme und Studenten, kostenlose Freiplätze in ihrem Krankenhaus für Pfründner und Personen, die keinen Rechtsanspruch gegen Dritte auf Krankenhilfe haben sowie psychosoziale Beratung für Epilepsiekranke besitzen.

Stiftungsvermögen

Die Stiftung verfügt heute über 3.300 ha Wald, rund 1.100 ha landwirtschaftliche Güter und 177 ha Weinberge [1] [2]. Das Krankenhaus Juliusspital blickt auf eine über 430 Jahre alte Geschichte zurück Die Stiftung wurde mit land- und forstwirtschaftlichen Gütern als finanziellem Standbein ausgestattet. Sie ist gemeinnützig und unterhält aus ihren Erlösen das Krankenhaus (von 1593 bis 1921 Ort der Würzburger Universitätsklinik) sowie ein Senioren-, Pflege- und Pfründnerstift (Betreutes Wohnen/Alten- und Pflegeheim).

Bereits bei der Gründung war das Spital nicht nur Krankenhaus, sondern umfasste auch weitere Bereiche wie ein Waisenhaus für Kinder bis zum 14. Lebensjahr aus dem gesamten Hochstift Würzburg. [3] und eine Pilgerunterkunft.

Selbständige Stiftungen

Selbständige Stiftungen unter der Verwaltung des Juliusspitals [4]:

  • Allgemeiner Schulfond
  • Büttner-Vay-Witwenstiftung
  • Choramtsstiftung Lengfurt
  • Diemar-Balbus-Studienstiftung
  • Domkapitelsche Armenstiftung
  • Dries-Stipendienstiftung
  • Fegelein-Stipendienstiftung
  • Flender-Stiftung
  • Gebsattel-Fräuleinstiftung
  • Greiffenklau-Armenstiftung
  • Guttenberg-Armenstiftung
  • Krebser-Stipendienstiftung
  • Landschulfonds
  • Onymus-Kinderpflegestiftung
  • Prym-Stipendienstiftung
  • Richter-Stiftung
  • Riedheim-Stipendienstiftung
  • Rosenbach-Armenstiftung
  • Seitz-Stipendienstiftung
  • Strobel-Schulstiftung
  • Studentenfonds
  • Vereinigte Schulstiftung
  • Vereinigte Studienstiftung
  • Vornberger-Stipendienstiftung
  • Wechterswinkler Pfarrei- und Schulstiftung
  • Weyhers-Fräuleinstiftung
  • Wolfskeel-Münster Armenstiftung

Die steinerne Stiftungsurkunde

Lageplan

Im Durchgang des Fürstenbaus zum Park befindet sich die „steinerne Stiftungsurkunde” des Juliusspitals, die der Bildhauer Hans Rodlein 1576 schuf. Sie belegt neben der schriftlichen „Fundation” den Stiftungsauftrag des Juliusspitals. Da viele Menschen nicht lesen konnten, wollten die Stifter durch bildhafte Darstellung den Menschen näher bringen, welchen Auftrag sie für ihre Stiftung vorgesehen hatten.

Die steinerne Stiftungsurkunde des Juliusspitals ist aufgrund ihrer geschützten Anbringung über die Jahrhunderte bis heute im farbigen Original sehr gut erhalten geblieben. Sie befindet sich im Durchgang vom Innenhof zum Park.

Kontakt

Stiftung Juliusspital Würzburg
Juliuspromenade 19
97070 Würzburg

Ehrungen und Auszeichnungen

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  • Ludwig Weiß und Winfried Romberg: Helfen und Heilen - Der Stiftungsbrief Julius Echters als Leitbild für die Stiftung Juliusspital heute, Verlag Juliusspital Würzburg, ISBN 3-933964-05-9

Einzelnachweise

  1. Juliusspital Forstbetrieb
  2. Juliusspital Weingut
  3. Heinz Michler: Bildung wird in Würzburg großgeschrieben. Von der Lateinschule bis zum modernen Schul- und Bildungswesen: Schwerpunkte einer Entwicklung, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. v. Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 298-309, S. 303
  4. Stahleder: Archiv des Juliusspitals I. S. XVIII