Würzburger Innere Leiste

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Weinlage Innere Leiste (Blick in Richtung Osten)
Weinlage Innere Leiste (Blick in Richtung Westen)
Schänzle
Innere Leiste im Herbst

Die Würzburger Innere Leiste am Südhang des Marienbergs ist eine der sonnenreichsten Weinlagen der Stadt.

Namensgeber[Bearbeiten]

Ihren Namen hat die Leiste als Flur- und Weinlagenbezeichnung wegen ihrer Länge und geographisch bedingten, verhältnismäßigen Schmalheit erhalten. [1]

Lage[Bearbeiten]

Das Areal erstreckt sich am südlichen Abhang des Marienbergs zwischen dem Kühbach und der Festungsanlage. Durch die Weinberge führt der Weinwanderweg Schlossberg und Leiste. Hier befindet sich auch der Maschikuliturm, ein Vorwerk der Festung.

Das anschließende Tal in Richtung Höchberg, durch das die Leistenstraße führt, wird nach dem Gewässer als Kühbachsgrund oder nach der Lage als Leistengrund bezeichnet. Die Benennung der Erhebung als Leistenberg findet sich gelegentlich in älterer Literatur[2].

Weinbau[Bearbeiten]

Die Weinlage Innere Leiste (die Weinberge der Äußeren Leiste befanden sich am gegenüberliegenden Hang am Käppele) ist ähnlich wie der Würzburger Stein durch ein besonderes Mikroklima geprägt: Einerseits reicht die Weinlage in den hitzigen Würzburger Talkessel hinein, die Südausrichtung bietet außerdem eine intensive Sonneneinstrahlung. Andererseits wird die Innere Leiste durch Kaltlufteinbrüche aus dem Norden durch Bebauung und Bepflanzung geschützt.

Eine Besonderheit ist auch der Boden aus mittlerem Muschelkalk, eine tonhaltige Sedimentsschicht aus Kalkalgen und Muscheln.[3] Der Boden speichert die Wärme der Sonne besonders lange. Aufgrund der guten Rahmenbedingungen werden hier insbesondere auch Prädikatsweine angebaut (VDP-klassifiziert), beispielsweise Riesling Spätlese des Weingut am Stein.[3]

Besonders herausragende Weine wachsen insbesondere am Höllenschlund, wie der Weinberg am westlichen Ende der Inneren Leiste auch genannt wird. [4] An Sommertagen hat es in diesem Bereich bis zu 60 Grad, was sich wiederum am Name wiederspiegelt: Weinbergsarbeiter erfanden diesen, weil es hier höllisch heiß ist und deshalb der trockene Schlund brennt, wenn man nichts trinkt.

Gelegentlich wird die Bezeichnung Höllenschlund auch auf das Schänzle übertragen: Hierbei handelt es sich um etwas mehr als 100 Silvaner-Rebstöcke, die innerhalb des Vorwerkes Höllenschlund der Bastion St. Johann Baptist gepflanzt wurden und durch die historischen Mauern von allen Seiten von Wind geschützt sind. Der Wein (etwa 200-300 Liter), der hier am südöstlichsten Zipfel der Inneren Leiste entsteht, wird exklusiv für Arvato Vogel Druck gelesen und kann nicht käuflich erworben werden. [4]

Bewirtschaftet wird die Innere Leiste vom Weingut Bürgerspital, Weingut am Stein und Staatlichen Hofkeller.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christine Loos: Der Weinbau am Marienberg zur Zeit der fürstbischöflichen Hofkammer bis ins bayerische Ärar. Würzburg, 1970. (UB 55/Rp 17,370)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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