Philipp Viktor George

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Philipp Viktor George

Philipp Viktor George (* 13. Januar 1855 in Ochsenfurt; † 22. November 1939 in Nürnberg) war ein königlich-bayerischer Offizier und Ehrenbürger von Ochsenfurt.

Familiäre Zusammenhänge

Er wurde als viertes Kind des Konditors und Musikers Emil Franz George (* 24. April 1814 in Regensburg; † 15. März 1883 im Juliusspital Würzburg) und der Regina Barbara Hoch (* 18. März 1819 in Ochsenfurt; † 16. April 1900 in Würzburg) in Ochsenfurt geboren. Er hatte zwei ältere Brüder namens Max [Anm. 1] und Oskar [Anm. 2] und zwei Schwestern namens Margarete [Anm. 3] und Babette [Anm. 4].

Leben und Wirken

George wuchs in der schmalen Häuserzeile zwischen Hauptstraße und Kirche auf, besuchte die Schule in Ochsenfurt und erhielt privaten Lateinunterricht bei Benefiziat Hartung. In den 1870er Jahren besuchte er das Kgl. Gymnasium in Würzburg mit Hilfe des Ganzornstipendiums (50 fl. jährlich). [1] Anschließend trat er in das bayerisches Kadettenkorps München ein welches er 1876 als Fähnrich mit dem Abitur verließ.

Militärische Laufbahn

Am 23. November 1877 erhielt er den Rang des Seconde-Lieutnants im 9. königlich-bayerischen Infanterie-Regiment in Würzburg. 1886 wurde er Premierlieutnant in der 9. Kompanie desselben Regiments. 1893 beförderte man ihn zum Hauptmann und Kompanieführer der 12. Kompanie des 9. Infanterieregiments. Mit dem 28. März 1893 wurde er zur Disposition gestellt und 1900 zum Kommando der 2. Infanteriebrigade versetzt. Hier teilte man ihn als Bezirksoffizier im Bezirksamt Vilshofen ein. 1901 erhielt er das Dienstauszeichnungskreuz II. Klasse. Am 4. März 1901 wurde er zur Diposition mit dem Dienstgrad eines Majors der 12. Infanteriebrigade charakterisiert. Seinen Abschied von der Königlich bayerischen Armee erhielt George 1903 von der 12. Infanteriebrigade.

Pensionierung

Er zog nach München und lebte dort als pensionierter Offizier in einer Wohnung in der Innenstadt. Philipp George entdeckte die von seinem Vater geerbte Liebe zur Musik neu und komponierte selbst mehrere Volks- und Heimatlieder über Ochsenfurt. In seiner Zeit im Militär und in München riss seine Verbindung nach Ochsenfurt und vor allem zu seiner Mutter nach Würzburg nie ab. Er beteiligte sich mit geistreichen Artikeln am literarischen Diskurs in München und begann seine Memoiren zu verfassen. 1928 folgte der Druck seines Buches „Erlebnisse eines Alten Ochsenfurters“.

Ehrenbürger der Stadt Ochsenfurt

George wurde zwischen 1929 und 1939 vom Stadtrat der Stadt Ochsenfurt zum Ehrenbürger ernannt.

Letzte Ruhestätte und Nachruf

Todes-Anzeige für Philipp Viktor George

Die Beerdigung erfolgte unter großer Anteilnahme am 25. November 1939 im Stadtfriedhof Ochsenfurt. In seinem Nachruf heißt es:

„In den späten Abendstunden des vorgestrigen Tages durchlief unser Städtchen die Trauerkunde, daß der Herr Major Philipp George, ein Alt-Ochsenfurter, in Nürnberg im Kreise lb. Verwandter verschieden ist. Wer hätte ihn nicht gekannt, den lb. alten Herrn im Silberhaar, wie er alljährlich um die Frühlingszeit in den Anlagen, in den Gassen und Winkeln der Stadt, in Tälern und auf Höhen der Umgebung seine morgentlichen und abendlichen Spaziergänge unternahm, wo jedes Haus und jeder Stein, Busch und Baum ihn als lb. alten Bekannten begrüßten, oder, wenn er im Friedhof zwischen den Gräberreihen wandelnd die Inschriften der Grabkreuze studierte und Zwiesprache pflegte mit den vielen, die einst seine Jugendgespielen waren und nun schon längst vor ihm zur ewigen Ruhe gegangen sind.
Auf Major George paßt so recht das Dichterwort: Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat so liebt wie du. Größtes Verständnis brachte er den Bestrebungen des Verschönerungsvereins Ochsenfurt entgegen. Nicht bloß mit Worten der Anerkennung, auch mit pekuniären Leistungen unterstützte er die Bestrebungen und keine Neuerung auf diesem Gebiet entging seinem prüfenden Auge. Als erfolgreicher Sucher und Forscher war er im Städtischen Archiv ein ständiger Gast, und wenn er aus der Erlebnisfülle seiner 84 Jahre berichtete, war es eine Lust, sein dankbarer Zuhörer zu sein. Trotz seines hohen Alters pflegte er noch Dichtkunst und Musik und die Kurkapellen verschiedener Badeorte hatten einzelne seiner musikalischen Erzeugnisse auf ihr Programm gesetzt. Echte, herzerfrischende Heimatliebe spricht aber aus dem von ihm gedichteten und vertonten Heimatlied: Alt-Ochsenfurt am Mainesstrand und zu Tränen konnte es den alten Herrn rühren, wenn ihm auf seinen einsamen Spaziergängen die wohlvertrauten Klänge aus fröhlichen Kinderkehlen entgegenschallten.
Nun hat die Heimat, der sein späteres Denken und Schaffen so innig verbunden war, ihn ganz in Besitz genommen. Möge die Heimaterde ihm leicht sein!
Die Heimatstadt Ochsenfurt aber möge dem lieben Toten, der soviel Gutes im Verborgenen gestiftet hat, ein treues Andenken bewahren.“ [2]

Publikationen

  • Erinnerungen eines alten Ochsenfurters. Verlag Fritz & Rappert, Ochsenfurt 1928

Siehe auch

Quellen

Anmerkungen

  1. Bruder: Maximilian * 12. Oktober 1846 in Ochsenfurt. Ca. 1861 Amputation des linken Unterschenkels nach Schlittschuhunfall. Träger einer Prothese. 12. Mai 1863 aus der Schule entlassen. Stadt- und Markschreiber im Ochsenfurter Bezirksamt. 1873 Abschluss. 1874 Amtschreiber in Frickenhausen. 1875 Amtschreiber in Augsburg.
  2. Bruder: Oskar Josef * 8. Oktober 1849 in Ochsenfurt 1870-1871 Krieg gegen Frankreich im 14. Infanterieregiment Besatzungssoldat in Bar le Duc, eingezogen in Nürnberg. Heirat 11. Februar 1882 in Ochsenfurt. Gerichtschreiber. Später Gerichtsvollzieher in Königshofen/Grabfeld und Erlangen. Gestorben 1916.
  3. Schwester: Margarete * 6. Januar 1852 in Ochsenfurt. Heirat mit Alois Dümler aus Aub.
  4. Schwester Babette * 28. Januar 1859 in Ochsenfurt. Lebte bei ihrer Mutter und starb 1909.

Einzelnachweise