Militärfriedhof

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Den Militärfriedhof in der Zellerau (an der heutigen Wörthstraße) ließ Fürstbischof Karl Philipp von Greiffenclau 1750 errichten. Gleichzeitig entstand das Militärspital auf der Bastion hinter dem Schottenkloster.

Der Friedhof wurde etwa 125 Jahre lang für militärische Bestattungen genutzt. Insbesondere während folgender kriegerischer Auseinandersetzungen:

  • 1813/14 wurden 233 Soldaten bestattet. Darunter 174 aus Frankreich, 40 aus dem Großherzogtum Würzburg und 11 aus Bayern. Dazu einige aus Baden, Württemberg und Russland.
  • 1866 fanden 236 Gefallene aus Bayern, Preußen und Württemberg hier die letzte Ruhe.
  • 1870/71 wurden 270 Personen beigesetzt, vor allem bayerische Soldaten und französische Kriegsgefangene.

Nach 1871 wurde der Friedhof zunächst nicht mehr genutzt. Das Leichenhäuschen wurde 1884 wegen Baufälligkeit abgebrochen. 1929/30 wurde das Gelände durch die Kuratie St. Jakob (die spätere Pfarrei Heiligkreuz) vom bayerischen Staat gepachtet. Es wurde dort 1932 ein Kindergarten eröffnet.

1945, in den letzten Tagen der Eroberung Würzburgs durch die Alliierten, waren durch Bombenangriffe auf die Zellerau noch viele Tote zu beklagen. Da die Mainbrücken gesprengt waren, mussten sie auf Zellerauer Gebiet bestattet werden. Dafür griff man wieder auf den alten Militärfriedhof zurück. Noch bis Ende April wurden hier Einzel- und Massenbegräbnisse durchgeführt. Später wurden diese Toten exhumiert und auf den Würzburger Hauptfriedhof überführt.

Der Kindergarten wurde in der Nachkriegszeit wieder aufgebaut und vergrößert. 1956 konnte die Pfarrei Heiligkreuz das Gelände käuflich erwerben. Einige Grabsteine waren bis mindestens 1965 erhalten. Heute erinnern nur noch das große Steinkreuz, ein hölzernes Grabkreuz und wenige Grab- bzw. Gedenksteine in der südwestlichen Ecke des Gartens der KiTa an den Militärfriedhof.

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Quellen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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