Ehrenhain mit Mahnmal 16. März 1945
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Der Ehrenhain mit Mahnmal 16. März 1945 ist eine regionale Gedenkstätte für die Opfer und Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 sowie des Ersten und Zweiten Weltkriegs.
Lage
Die Gedenkstätte befindet sich linksseitig neben dem Haupteingang des Hauptfriedhofs gegenüber des Ringparks zwischen Martin-Luther-Straße und Beethovenstraße.
Geschichte und Beschreibung
In den Anlagen vor dem Hauptfriedhof hat die Stadt Würzburg im Jahre 1876 zum ehrenden Andenken an ihre im Deutsch-Französichen Krieg von 1870/71 gefallenen Söhne einen auf der Vorderseite mit Eisernem Kreuz und Adler geschmückten Obelisken aufrichten lassen, links- und rechtsseitig davon Gedenksteine.
Auf der vorderseitigen Tafel am Obeliken befindet sich die Inschrift:
- Die / Stadt Würzburg / ihren / für das Vaterland / im / deutsch-französischen Kriege / 1870-71 / gefallenen Söhnen / zum ehrenden Gedächtniss / Errichtet 1876.
Auf weiteren Tafeln sind 25 Namen aufgezeichnet, darunter die Hauptleute Georg Macher und Georg Feuerlein vom 9. königlich-bayerischen Infanterie-Regiment, Leutnant Thomas Lohren vom 2. königlich-bayerischen Feldartillerie-Regiment, der durch den letzten Granatschuss aus Paris am 17. Januar 1871 getötet wurde.
Am Rande zur Umfriedungsmauer des Hauptfriedhofs stehen das Heeres-Flugabwehr-Denkmal für die verstorbenen Flak-Helfer im Zweiten Weltkrieg und das Denkmal für die Gefallenen der 2. Staffel der Fernaufklärungsgruppe 123 1939-1945.
Mahnmal 16. März 1945
Das Mahnmal 16. März 1945 wurde errichtet zum Gedenken an die ca. 3.600 Opfer des Luftangriffs vom 16. März 1945 auf Würzburg. [1]
In der Mitte wurde eine Denkmalplatte des Würzburger Bildhauers Fried Heuler in den Boden eingelassen, die symbolisch einen Mann, eine Frau und zwei Kinder überlebensgroß in Todesstarre zeigt. Sie wurde aus Diabasstein [2] gefertigt. In dem Massengrab liegen 2.965 geborgene Tote des Bombenangriffs auf Würzburg. Der Hauptfriedhof selber war durch die Bombardierung nicht mehr benutzbar (keine Friedhofswärter, aufgerissene Gräber, umgestürzte Grabsteine). [3]
Vor dem Mahnmal steht eine Säule mit der Inschrift „+ DREITAUSEND MÄNNER FRAUEN UND KINDER DIE BEI DER ZERSTÖRUNG WÜRZBURGS IHR LEBEN LASSEN MUSSTEN HABEN WIR HIER ZUR LETZTEN RUHE BESTATTET + FRIEDE IHREN ARMEN SEELEN FRIEDE UNSERER ARMEN STADT +“.
Von 2016 bis 2017 wurde die bestehende Denkmalanlage mit der Skulptur Fried Heulers beidseitig mit einer 45 cm hohen und 50 cm breiten Einfassung aus aus Muschelkalk gerahmt. In die Einfassung sind Sitzgelegenheiten integriert, zugleich dient sie als Ablage für Kränze und Kerzen.
Jeweils 16 Glasscheiben mit 0,50 m Breite und 1,50 m Höhe sind auf beiden Seiten der Gedenkstätte in die Elemente eingespannt. Auf 30 Glasscheiben sind die knapp 1.600 bekannten Namen der hier bestatteten Opfer angebracht. Eine Glasscheibe bleibt frei für Namensergänzungen, auf einer weiteren Glasscheibe wird die Anzahl der unbekannten Opfer symbolisch visualisiert.
Die Zwischenräume zwischen den Glasscheiben sind an den den vorhandenen Baumreihen ausgerichtet, die beidseitig das Areal einfassen. Durch die Anordnung der Einfassung mit den Glasscheiben wird ein virtueller Raum erzeugt, der Schutz und Ruhe bietet, sogleich aber Ausblicke in den Park zulässt.
Bildergalerie
Gedenkveranstaltung
Immer am 16. März findet an dem Mahnmal eine Gedenkveranstaltung statt.
Siehe auch
Quellen und Literatur
- August Memminger: Würzburger Friedhofwanderung, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921 (Stadtbücherei Würzburg Den)
- Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 1. bis 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921-1924 (Online-Fassung der 2. Auflage)
- „Gedenkstätte 16. März 1945 - Erweiterung des Denkmals für die Opfer der Bombardierung Würzburgs“ auf www.matthias-braun.com
Weblinks
Einzelnachweise, Erläuterungen und Hinweise
- ↑ Stadtarchiv Würzburg (Hrsg.): „Dreitausend Männer, Frauen und Kinder haben wir hier zur letzten Ruhe bestattet“. Eine Dokumentation zu den Toten des Massengrabs vor dem Würzburger Hauptfriedhof und zu den Kriegstoten in Würzburg während der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Sonderveröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Bd. 14, Würzburg 2020. 186 S., ISBN: 978-3-87707-176-2
- ↑ = basaltisches Ergussgestein
- ↑ Roland Flade: Hoffnung, die aus Trümmern wuchs. 1945 bis 1948: Würzburgs dramatischste Jahre. Main-Post, Würzburg 2008, ISBN: 3-925232-60-5 (mit vielen Zeitzeugenberichten), S. 78 Zeitzeuge Otto Stein: Samstag, 24. März 1945. Transport der Schwester zum Massengrab.