Turmhügel Ingolstadt

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Ehemaliger Standort Turmhügel Ingolstadt, im Hintergrund die Kauzenmühle

Vom ehemaligen Turmhügel Ingolstadt (auch Kauzenturm bzw. Kautzenturm, Landschloss Ingolstadt, Wasserburg „Alt- oder Groß-Ingolstadt“) ist heute nichts mehr erhalten.

Lage

Das Landschloss Ingolstadt stand etwa 80 Meter nördlich der Kauzenmühle und somit etwa 700 Meter südwestlich der Kirche von Ingolstadt in Unterfranken, einem Ortsteil des Marktes Giebelstadt im Landkreis Würzburg.

Geschichte

Der Turmhügel Ingolstadt ist eine abgegangene Turmhügelburg (Motte). [1] Es handelt es sich um einen spätmittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Turmhügel. Die Wasserburg wurde im 12. Jahrhundert von den Herren von Ingolstadt errichtet und war Lehen der Bischöfe von Würzburg. Der Wassergraben wurde vom Ingolstadter Bach gespeist, der damals um die Burg herum zum Standort der späteren Kauzenmühle führte. [2] Die Wasserburg war in Besitz der Herren Hund von Wenkheim, als sie erstmals 1441 von einem Heer der Stadt Rothenburg erobert und zerstört wurde. Am 4. Juni 1525 verschanzten sich dort etwa 200 Bauern, wobei die ruinöse Anlage endgültig zerstört wurde.

1833 wurde bei Grabungen das Gebiet wie folgt beschrieben: „An der Kautzenmühle liegt ein Hügel von der Gestalt eines abgestumpften, kreisrunden Kegels, dessen Umfang 200 Schritte, und dessen Höhe 15 bis 18 Fuß beträgt; er liegt in einem Sumpfe, welcher jetzt noch mit geringer Mühe zu einem See umgeschagen werden könnte, wozu der Mühlenbach das Wasser liefern würde; dann wäre der ganze Hügel mit Wasser umgeben. In dem Mittelpunkte desselben stand ein hoher viereckiger Thurm, welcher gänzlich demolirt wurde, um hierdurch die gewonnenen großen Quater zu Bauten zu verwenden.“ [3] Der Fund von menschlichen Knochen unter vielen anderen Fundstücken wurde damals als Hinweis auf einen möglichen, heidnischen Opferplatz interpretiert. Auch der Burgstall Guttenberg wurde im 19. Jahrhundert als germanisches Grabmal und die Burgruine fälschlicherweise als germanischer Leichenopferplatz interpretiert.

Heutige Überreste

Von der ehemaligen Anlage ist heute nichts erhalten. Gebäude- und Grabenstruktur zeichnen sich noch auf Luftbildern ab. Ob die dort befindliche Geländeerhebung mit Keller zur früheren Anlage gehörte ist unklar.

Bildergalerie

Ehemaliger Standort des Landschlosses Ingolstadt:

Siehe auch

Quellen

Weblinks

Erläuterungen und Einzelnachweise

  1. Eine Motte (frz. motte: „Klumpen“, „Erdsode“) ist ein vorwiegend in Holzbauweise errichteter Burgtyp, dessen Hauptmerkmal ein künstlich angelegter Erdhügel mit einem meist turmförmigen Gebäude ist. Siehe Wikipedia: Motte (Burg)
  2. Kautzenmühle in der Uraufnahme und topographischen Karte im BayernAtlas
  3. Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg, Bd. 1, 1833, S. 92 ff.

Kartenausschnitt

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