Kaiserplatz
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Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97070
Lage
Der Kaiserplatz befindet sich in der Verlängerung des Bahnhofplatzes zwischen Kaiser- und Bahnhofstraße und bezeichnet sowohl die dortige Grünfläche als auch ein kleines Verbindungssträßchen. Auf dem Platz befindet sich das Kaisergärtchen, eine kleine umzäunte Grünanlage mit Schmuckbeeten und Magnolienbäumen. Nebenan - an der Stelle des heutigen C&A - befand sich einst das Buchner'sche Palais.
Namensgeber
Deutsche Kaiser gab es wieder seit dem 18. Januar 1871, an welchem Tage in Versailles die Wiederherstellung des Deutschen Reiches und damit die Schaffung der Kaiserwürde geschah, bis zum 8. November 1918, der den Deutschen die Revolution und damit die Republik brachte. Dem Kaiser stand das Präsidium des Bundes zu, welcher die Bezeichnung Deutsches Reich führte. Die Kaiserwürde war mit der Krone Preußens erblich verbunden. Träger der Regierungsgewalt waren die verbündeten Regierungen. Oberster Kriegsherr war der Kaiser, dem auch die im Namen des Reichs und der verbündeten Regierungen auszuübende Vollzugsgewalt zustand. [1]
Kaisergärtchen
Das Kaisergärtchen wurde im Jahr 1878 als Teil eines gründerzeitlichen Ensembles mit Teppichbeeten, Palmen und Magnolienbäumen angelegt. Da die Pflege der Teppichbeete sehr aufwändig war, wurden diese 1924 durch einfachere, rondellförmige und rechteckige Blumenbeete ersetzt. Ursprünglich angelegte Sandwege wurden in den 1930ern eingeebnet und stattdessen Rasen angepflanzt. Ende der 1970er Jahre gab es Überlegungen, das streng spiegelsymmetrische Kaisergärtchen von Fußwegen durchkreuzen zu lassen und so die beiden Übergänge zum Bahnhof zu einem mittig gelegenen Übergang zusammenzufassen. Diese Pläne wurden jedoch wieder verworfen. [2]
Zunächst umlief die Anlage ein niedriges schmiedeeisernes Gitter auf einer ebenso niedrigen Muschelkalkmauer, das später durch eine Ligusterhecke ersetzt wurde. [3] Das niedrige Mäuerchen um die Anlage hat eingebauchte Ecken - dies soll beim Betrachter der Anlage ein „Rundum-Geh-Effekt“ um das Kaisergärtchen auslösen. Dieser Effekt ist aufgrund von Fahrradständern und Taxistand nur noch eingeschränkt möglich.
Im Zuge der Umgestaltung der Kaiserstraße vom Sommer 2014 bis Frühjahr 2018 blieb das Kaisergärtchen unberührt. [4]
Stele an der Kaiserstraße
Seit 2018 erinnert eine Stele am Kaisergärtchen mit einem Plan der Straße an ihre jüdischen Geschäfte, deren Geschäftsbesitzer durch den NS-Staat bis 1938 enteignet und vertrieben wurden. Die Stele entstand auf Anregung der Nachkommen der Rechtsanwälte Stern und Haas, die sich ein Erinnerungszeichen für ihre Familien wünschten. Konzipiert wurde sie von Rotraud Ries, künstlerisch umgesetzt von Matthias Braun und Juhani Karanka und aus Spenden finanziert. Ihr Clou ist das zugehörige Online-Angebot mit der Geschichte jedes Betriebs und jeder Praxis sowie Kurzbiographien aller Besitzer unter https://denkort-deportationen.de/stele-kaiserstrasse/.
Trivia
Besonders sehenswert ist das Kaisergärtchen im Frühling, wenn die Magnolien und Blumenbeete in voller Blüte stehen.
Bilder
Kaisergärtchen und Hauptbahnhof (um 1910)
Kaisergärtchen und Buchnersches Palais (1913)
Unternehmen
- C&A (Kaiserplatz 1)
ÖPNV
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Nächste Bahnstation: | Würzburg-Hauptbahnhof |
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 210
- ↑ Ausschreibung der Stadt Würzburg: Städtebaulicher Ideenwettbewerb Kaiserstraße, S. 6)
- ↑ Gärten und Grünanlagen in Würzburg. Ihre Entwicklung und Bedeutung. Ausstellungskatalog der Staatlichen Archive Bayerns 1990. S. 248 f., ISBN: 3-921635-15-2
- ↑ Main-Post: „Umbau Kaiserstraße“ (27. Februar 2013)