Georg Friedrich Daumer

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Georg Friedrich Daumer

Georg Friedrich Daumer (* 5. März 1800 in Nürnberg; † 13. Dezember 1875 in Würzburg) war Religionsphilosoph und Dichter.

Leben und Wirken

Im Juli 1828 wurde Daumer vom Nürnberger Rat mit der Erziehung des Findlings Kaspar Hauser betraut, den er in seiner Wohnung aufnahm. Nachdem Hauser dort im Oktober 1829 angeblich Opfer eines Attentats geworden war, wurde dieser bei einer Kaufmannsfamilie untergebracht. In den folgenden Jahren verfasste Daumer insgesamt vier Publikationen über Hausers mysteriöse Herkunft und über seine Entwicklung.

Daneben publizierte er vor allem lyrische, religionskritische und philosophische Werke. [1]

1840 gründete Daumer mit seinem Schwager den ersten Deutschen Tierschutzverein.

Nachdem er seit seiner Pensionierung 1832 einige vor allem gegen das protestantische und pietistische Christentum gerichtete Schriften verfasste und 1848 in Mahomed und seine Werke den Islam als eine dem Christentum moralisch überlegende Religion dargestellt hatte, trat der als Protestant erzogene Daumer 1858 zum katholischen Glauben über (Sein Antrag, in die jüdische Gemeinde aufgenommen zu werden, wurde abgelehnt).

Privatgelehrter in Würzburg

Unter anderem schrieb er die Texte zu über 60 Liedern des Komponisten Johannes Brahms. In Würzburg wohnte er, da die Auszahlung seiner Pension an einen Wohnsitz in Bayern gebunden war, ab 1860 in der Weingartenstraße (Sanderau), wo Brahms ihm 1871 einen Besuch abstattete.

Letzte Ruhestätte

Daumer ist auf dem Würzburger Hauptfriedhof bestattet.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Richard Zürrlein: Literatur im provinziellen Umfeld, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 377-466, S. 382 f.