Gasthof zum Bayerischen Hof

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Kupferstich des Gasthofes zum Bayerischen Hof (nach 1802)

Der Gasthof zum Bayerischen Hof war ein renommierter Gastronomiebetrieb in der Würzburger Altstadt.

Lage und Geschichte

1802 erwarb der Gastwirt Franz Fritz den ehemaligen Domherrnhof Altlobdeburg (alte Nr.: Distrikt II, Nr. 599 [1] und richtete in dem Haus den „Gasthof zum Herzog zu Franken“ ein, der später „Gasthof zum Bayerischen Hof“ genannt wurde. [2] 1806 und 1812 fanden hier Konferenzen von Kaiser Napoleon mit seinen hier einquartierten Generälen statt. 1815 wohnte Johann Wolfgang von Goethe in dem renommierten Gasthof.

Baubeschreibung

Der Kupferstich zeigt links ein dreigeschossiges Gebäude, vermutlich aus dem frühen 18. Jahrhundert, mit Rustikalisenen [3] an den Ecken und einem hohen Satteldach. [4] Die Mittelachse mit dem rundbogigen Portal ist hervorgehoben. Das Mittelfenster im ersten Obergeschoss wird von einem gebrochenen Dreieckgiebel überhöht, in dessen Mitte ein von zwei Putten getragenes Wappen sitzt. Nach rechts folgt ein zweigeschossiges Gebäude in der Art der Profanbauten Antonio Petrinis. Die kleinen Fenster im Erdgeschoss deuten darauf hin, dass hier Wirtschafträume, Remisen und Stallungen waren. Im Obergeschoss wechseln Dreieck- und Segmentgiebel über den Doppelfenstern. Aus der Mitte gerückt sitzt in der neunten Achse von links eine Madonnenfigur. An dieses Gebäude schließt ein rechtwinklig in die Tiefe ziehender Flügel an, der ebenfalls zweigeschossig ist, jedoch ein höheres Satteldach hat. Ganz rechts begrenzt eine Gartenmauer mit rundbogigen Öffnungen und einem Tor das Grundstück.

Ende des Gasthofes

Um 1860 wurde der Gasthof aufgelöst und das Areal in drei Anwesen Domerpfarrgasse 2, Hofstraße 9 und 11) aufgeteilt. Das Haus Hofstraße 9 wurde bald darauf um ein Stockwerk erhöht.

Heutige Nutzung

Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurden die Häuser zerstört und das Grundstück auf neuem Grundriss vom Gebäude der Städtischen Sparkasse überbaut.

Siehe auch

Quellen

  • Ansichten aus dem alten Würzburg 1545 - 1945. Öffentliche Bauten und Höfe. Aus der Graphischen Sammlung des Mainfränkischen Museums Würzburg / Bearb. von Hanswernfried Muth. Kataloge des Mainfränkischen Museums Würzburg Nr. 13 ISBN 3-932461-16-9. S. 212

Einzelnachweise und Erläuterungen

  1. Uraufnahme im geoportal.bayern.de/bayernatlas
  2. Siehe hierzu auch: Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 85
  3. Die Lisene (von frz. lisière „Saum“, „Rand“‚ „Kante“), auch Mauerblende, ist im Bauwesen eine schmale und leicht hervortretende vertikale Verstärkung der Wand. Nähere Informationen bei Wikipedia [1].
  4. Das Satteldach, auch Giebeldach, ist die klassische, am häufigsten anzutreffende Dachform in kalten und gemäßigten Zonen. Es besteht aus zwei entgegengesetzt geneigten Dachflächen, die an der höchsten, waagerechten Kante, dem Dachfirst, aufeinandertreffen. Nähere Informationen bei Wikipedia [2].

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