Franz Xaver Sterkel

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Franz Xaver Sterkel

Johann Franz Xaver Sterkel, zuweilen auch „Abt Sterkel“ genannt (* 3. Dezember 1750 in Würzburg; † 21. Oktober 1817 ebenda) war Pianist, Musiklehrer und Komponist sowie Hofkapellmeister in Mainz und Aschaffenburg.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Sterkel wurde als Kind des Ratsbediensteten Johann Adam Sterkel und seiner Ehefrau Susanne Franziska geboren. Sterkels Stiefbruder war Friedrich Lehritter, der ab etwa 1785 mit Unternehmergeist Verbindungen vom Hoforchester zu bürgerlichen Konzertveranstaltern knüpfte. [1]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Sterkel widmete sich bereits in der Kindheit der Musik, erlernte das Klavier- und Orgelspiel. Sterkel war im Würzburger Juliusspital Schüler von Franz Xaver Kürzinger. In Würzburg studierte er ab 1764 Theologie und erhielt Orgelunterricht bei Albrecht Adam Kette und Georg Weismandel. 1774 wurde er zum Priester geweiht.

Musikalische Laufbahn[Bearbeiten]

Seine musikalische Laufbahn begann er 1768 als Organist am Stift Neumünster, wo er seit 1778 als Vikar wirkte. Zehn Jahre später hatte er sich durch seine Kompositionen bereits große Bekanntheit verschafft.

Sein virtuoses Klavierspiel weckte die Aufmerksamkeit des Mainzer Kurfürsten, der ihn 1778 als Hofpianist und Hofkaplan anstellte. 1779 bis 1782 begab sich Sterkel auf Studienreise nach Italien; ab 1782 wirkte er als Komponist, Pianist, Organist der Hofkapelle in Mainz und in der kurfürstlichen Sommerresidenz Aschaffenburg, wo ihn 1791 der 21-jährige Beethoven besuchte und mit dem er im selben Jahr auch in Bad Mergentheim zusammentraf. 1793 zum Mainzer Hofkapellmeister ernannt, wechselte er durch die politischen Wirren der Zeit des Deutsch-Französischen Krieges mehrmals seinen Dienstort. 1798 bis 1802 hielt sich Sterkel in Würzburg auf, wo er drei Messen für den Hof schrieb. Danach war er wieder in Aschaffenburg tätig, kehrte jedoch 1816 nochmals nach Würzburg zurück und starb dort ein Jahr später in seiner Wohnung am Bruderhof 6.

Werke[Bearbeiten]

Sterkel hinterließ ein umfangreiches Werk der Klavier- und Kirchenmusik. Darunter vier große Messen und neun Sinfonien, zahlreiche Vokalkonzerte und Lieder. Mit großer Empfindsamkeit sprach er das Publikum seiner Zeit besonders an. Große Bewunderung erfuhr er als Pianist. Von seinem Wirken wurde auch das Frühwerk Beethovens beeinflusst.

Musikgeschichtliche Bedeutung[Bearbeiten]

Sterkel hat durch sein, dem „Empfindsamen Stil“ zuzuordnendes, Klavierspiel und durch seine Kompositionen (in den Pfarrarchiven der Diözese Würzburg sind zwei Messen und neun Sinfonien zu finden), die zwischen der Musik der Italiener, der Mannheimer Schule und Beethoven vermitteln, musikgeschichtliche Bedeutung erlangt.

Die Messe A-Dur wurde 1802 für die Würzburger Hofkapelle komponiert und stellt insbesondere an die Sopran-Solistinnen sehr hohe Anforderungen. 1989 sangen Domsingknaben, Domorchester und Solisten das Werk beim Mozartfest und in der Christmette, am Pfingstsonntag 2000 erklang die Messe zum 250. Geburtstag Sterkels.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Hinrich Stahmer: Musik in der Residenz. Würzburger Hofmusik, Stürtz-Verlag, Würzburg 1983, S. 106-108

Quellen[Bearbeiten]

  • Oskar Kaul: Musica Herbipolensis. Aus Würzburgs musikalischer Vergangenheit. Verlag Siegfried Greß, Marktbreit 1980. ISBN 3-920094-16-6. S. 124
  • Aschaffenburg Online über Franz Xaver Sterkel
  • Erich Staab: Die Kirchenmusik von Johann Franz Xaver Sterkel (1750-1870), schriftliche Hausarbeit zur Staatlichen Prüfung für Kirchenmusiker, Musikhochschule Detmold 1988
  • Klaus Hinrich Stahmer: Musik in der Residenz. Würzburger Hofmusik, Stürtz-Verlag, Würzburg 1983, S. 89 f.
  • Axel Beer und Dagmar Schnell: Johann Franz Xaver Sterkels Briefwechsel mit seinen Verlegern. Schott, Mainz u.a. 2001. ISBN 3-7957-1338-2
  • Michael Kämmle (Hrsg.), Lexikon Fränkischer Musiker, Nürnberg, 2012, S. 45.

Weblinks[Bearbeiten]