Frankenhalle

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Frankenhalle (aufgenommen vom Steinberg)
Frankenhalle (aufgenommen aus der Scanzonistraße)
Frankenhalle (aufgenommen aus der Scanzonistraße)

Die Frankenhalle wurde 1927/1928 [1] in der Äußeren Pleich (nahe dem Kulturspeicher im Alten Hafen) errichtet.

Geschichte und Nutzung[Bearbeiten]

Das Gebäude diente bis 1999 als Viehversteigerungs- und Veranstaltungshalle. Auch Politiker hielten dort Reden: Neben Adolf Hitler (5. August 1930 Wahlkampfveranstaltung Reichstagswahl vor ca. 5.000 Zuschauern und 6. April 1932 als Kandidat fürs Reichspräsidentenamt vor ca. 4.000 Zuschauern) [2][3] und Hermann Göring (6. April 1932, 1938) sprachen in der Frankenhalle unter anderem Konrad Adenauer (Juni 1961) [4] und Franz-Josef Strauß. Musikalische Höhepunkte waren die Auftritte von Ten Years After (April 1970) [5], Black Sabbath oder auch AC/DC (1. Oktober 1977). [6] Ab 1999 stand die Halle leer, 2003 wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt. Bis 2013 sollte das 6.000 Quadratmeter große Areal der Frankenhalle zu einer Ausweichspielstätte für das Mainfranken Theaters (als ein multifunktionaler Veranstaltungsort) umgebaut werden. Die Pläne wurden jedoch aus Kostengründen wieder verworfen. Aktuelle Pläne sehen einen Verkauf des Areals an Investoren vor.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die von Kärrlein und Jäger geplante Frankenhalle zeichnet sich aus durch eine mächtige, stützenfreie Dachkonstruktion aus Holz. Diese ist wiederum im Bereich des Dachfirstes auf der kompletten Länge verglast, was einen natürlichen Lichteinfall von oben bewirkt.

Nach außen besticht die Frankenhalle durch eine schlichte, für die 1920er Jahre typische Außenfassade im Heimatstil, [1] die die Halle relativ unauffällig in ihr Umfeld eingliedert. In südöstliche Richtung schließt sich ein Kopfbau an, der die Sicht auf die Halle von der Veitshöchheimer Straße aus größtenteils verdeckt.

Das Innere der Frankenhalle ist bis auf wenige Außnahmen unverändert - so findet man Türen, Tribünen und weiteres Interieur noch im Originalzustand vor. Sehenswert sind insbesondere die komplett in Holz ausgeführten Zuschauertribünen, die geschwungenen Bankwangen vermitteln beinahe den Eindruck von Kirchenbänken. In der Halle hängen Werbebanden, die auf die Verwendung als Viehversteigerungshalle rückschließen lassen.

Es handelt sich um ein beeindruckendes, erhaltenswertes Bauwerk der Würzburger Stadtgeschichte.

Chronologie der Sanierungspläne[Bearbeiten]

  • Ende 2008 schlug der damalige Stadtkämmerer und heutige Oberbürgermeister Christian Schuchardt vor, die Frankenhalle zu einer multifuntionalen Ausweichspielstätte für das Mainfranken Theater umzubauen. Für die notwendigsten Sanierungsarbeiten stellte der Stadtrat 230.000 Euro bereit.
  • Im Mai 2009 wurde zur Bestandserhaltung ein umfangreicher Gaseinsatz zur Holzwurm- und Hausbock-Bekämpfung eingeleitet. Die Halle wurde hierzu mit großen schwarz-rot-goldenen Planen verhüllt (Firmenfarben des ausführenden Unternehmens) und der Dachstuhl begast. Die Maßnahme kostete 100.000 Euro. Mit den weiteren 130.000 Euro wurde unter anderem das Dach grob abgedichtet. Die Hallensanierung sollte 9,5 Millionen kosten. [7]
  • 2010 wurden die veranschlagten Sanierungskosten auf 15,3 Millionen angehoben[8] und ein Jahr später nach Nachbesserungen wieder auf etwa 10 Millionen Euro korrigiert.
  • 2011 gab es ein Auf- und Ab für die Sanierungspläne: Erst stimmte der Stadtrat den Plänen mit der Ausweichspielstätte zu, noch im selben Jahr wurde aufgrund fehlender Mehrheit wieder zurückgerudert. Seit Mitte Januar 2011 hatte unterdessen der Coworking-Verein Würzburg die Räume im Kopfbau der Frankenhalle bezogen.
  • 2012 stellte unter anderem die Regierung von Unterfranken eine staatliche Förderung in Aussicht. Der Stadtrat traf dennoch keine finale Entscheidung und gab im Februar 2013 ein Gutachten in Auftrag, das die Folgekosten analysieren sollte. Laut diesem Gutachten müsste die Stadt jährlich zwischen 135.000 und 553.000 Euro an Betriebskosten zuschießen. Ein Jahr zuvor wurde dieser Posten noch auf 265.000 Euro geschätzt. [9]
  • Im Mai 2013 wurde das Thema als „Bekanntgabe“ (ohne Abstimmung) im Stadtrat auf die Tagesordnung gesetzt. Trotz fehlender Abstimmung zeichnete sich ab, dass die bestehenden Pläne keine Mehrheit finden. Für die Sanierung sprachen sich SPD und Grüne aus, Gegenwind gab es von CSU, FDP und den kleineren Parteien. [10] Anfang Juni wurden mögliche Alternativen als Ausweichspielstätte durchgesprochen - unter anderem eine von der CSU-Fraktion favorisierte Zeltlösung, die sich letztendlich als untauglich erwies. Vorgestellt wurde außerdem eine Mischnutzung für die Frankenhalle, bei der das Theater nur ein Mieter von vielen wäre. Möglich wäre auch eine Kooperation mit dem Theater Augenblick. [11] Unmittelbar danach kam von der CSU-Fraktion der Vorschlag, die Frankenhalle zu verkaufen. Dies wurde jedoch schon 2002 und 2006 erfolglos versucht. [12] Im Sommer 2013 gründete sich außerdem eine etwa 60 Personen umfassende Initiative aus Mitgliedern des Arbeitskreis (AK) Denkmalschutz, Coworking Würzburg e.V. und Mitarbeitern des Mainfranken Theaters, die den Erhalt der Frankenhalle als Ziel hatte. Angedacht waren unter anderem Aktionstage. [13]
  • Im Dezember 2016 forderte Alt-Oberbürgermeister Georg Rosenthal, dass die Frankenhalle wieder auf die politische Tagesordnung kommen solle. Er sei davon überzeugt, dass das Konzept einer Veranstaltungshalle eine Wiedervorlage verdient. [14]
  • Im März 2018 brachte der Würzburger Stadtrat ein Angebotsverfahren für das Frankenhalle-Areal auf den Weg. Im Juli 2018 wurden die Ergebnisse dem Stadtrat in einer nichtöffentlichen Sitzung präsentiert. Diese Vorgehensweise sorgte bei der Presse für Kritik. [15] Ein potentieller Investor gab daraufhin seine Pläne für ein „Grünes Stadttor“ öffentlich bekannt. Die Stadt Würzburg verkündete wiederum, dass die Investorenpläne „zu gegebenem Zeitpunkt“ der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. [16]
  • Im Oktober 2018 entschied sich der Würzburger Stadtrat mehr Transparenz in die Sache „Frankenhalle“ zu bringen. Drei interessierte Investoren, die die ehemalige Viehauktionshalle kaufen und entwickeln möchten, dürfen ihre Konzepte in einer öffentlichen Sitzung voraussichtlich am 6. November präsentieren. Die Entscheidung des Stadtrats, mit welchem Bieter Verhandlungen über den Verkauf des Areals aufgenommen werden, fällt dann einige Wochen später hinter verschlossenen Türen. [17]
  • Im November 2018 stellten drei Würzburger Investoren ihr Konzepte für die Halle, Nebengebäude und den Rest des 6000 Quadratmeter großen Grundstücks vor, welches sie entwickelt hatten. Die Beethovengruppe, Maiberg Wohnbau GmbH und W&S Immobilien GmbH stellten ihre Vorschläge im Umwelt- und Planungsausschuss erstmals öffentlich vor. Einig ist allen Konzepten, dass die denkmalgeschützte Halle erhalten und zugänglich werden soll und, dass dahinter ein Neubau mit einer Tiefgarage entsteht. Dort sollen Wohnungen oder Büros Erlöse bringen. Denn mit der Halle, deren Sanierung einiges kosten wird, ist weniger zu verdienen. Knapp zwei Millionen Euro will die Stadt mindestens für das gesamte Areal haben. [18]

Denkmalschutz[Bearbeiten]

Auszug aus der bayerischen Denkmalliste:

„Veranstaltungshalle und Viehauktionshalle, sog. „Frankenhalle“, zweigeschossiger Massivbau mit Walmdächern, querstehender Kopfbau und Hallenbau mit verglastem Firstbereich, im Innern stützenfreie Holzkonstruktion mit Tribünen, anschließender langgestreckter eingeschossiger Satteldachanbau mit verglastem Firstbereich, teilweise verändert, Heimatstil, Kärrlein und Jäger, 1927/28; zugehöriges eingeschossiges Nebengebäude mit Walmdach und gleicher Fassadengestaltung.“

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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