Erwin van Aaken

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Erwin van Aaken (* 9. Mai 1904 in Straelen am Niederrhein; † 28. Januar 2008 in Würzburg) war ein deutscher Architekt, der durch eine Vielzahl von katholischen Kirchenbauten bekannt wurde.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Erwin van Aaken wurde als ältestes von acht Kindern geboren. Sein Onkel war der Baumeister Albert Boßlet. Aus seiner 1948 geschlossenen Ehe gingen bis 1955 vier Kinder hervor. Sein ältester Sohn Stephan trat 1978 in das Büro ein und führt dieses fort, nachdem sich sein Vater erst 1996 im Alter von 92 Jahren zurückgezogen hatte.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach Besuch des Gymnasiums in seinem Geburtsort arbeitete er bereits ab 1923 im Architekturbüro seines Vaters, bevor er von 1925 bis 1927 an der Technischen Hochschule München Architektur studierte. Er unterbrach sein Studium, um als Zeichner im Büro seines Onkels Albert Boßlet zu arbeiten. Von 1928 bis 1930 setzte er das Studium fort und schloss es als Diplom-Ingenieur ab.

Bereits ab 1928 war ihm das Baubüro seines Onkels in Regensburg übergeben worden, das er bis 1932 leitete. Hier war er verantwortlich für die Bauausführung des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder sowie für das Krankenhaus in Schwandorf. Anschließend war er 1932 als Baureferendar beim Landbauamt Bamberg sowie beim Universitätsbauamt in Würzburg beschäftigt.

1933 zum Regierungsbaumeister ernannt, entschied er sich ab 1934 als selbständiger Architekt tätig zu sein und die Zusammenarbeit mit Albert Boßlet fortzusetzen. Von 1940 an arbeitete van Aaken als Statiker an der Landesgewerbeanstalt Bayern in Würzburg, bis er 1942 zum Kriegsdienst eingezogen und als Unteroffizier zum Straßen- und Brückenbau an der Ostfront eingesetzt wurde. Er absolvierte bis Januar 1945 eine Offiziersausbildung, um anschließend zum Baupionierbataillon 476 nach Treuburg zu kommen. Van Aaken erlitt einen Beindurchschuss und geriet in Heiligenhafen in britische Gefangenschaft.

Nach Entlassung aus der Gefangenschaft kehrte er nach Würzburg zurück und gründete zusammen mit seinem Onkel Albert Boßlet 1945 eine Arbeitsgemeinschaft. Erst nach Boßlets Tod 1957 führte er das Büro selbständig fort.

Architektonisches Werk[Bearbeiten]

Erwin van Aaken wurde überregional bekannt durch seine Kirchenbauten, die von seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Alfred Boßlet geprägt waren. Zu einem eigenständigen Stil fand er nach Boßlets Tod 1957 und der Weiterführung des vormals gemeinsamen Büros. Die Kirchenbauten in den 1960er und 1970er Jahren zeigen die Entwicklung eines individuellen künstlerischen Profils, das doch die grundlegenden Einflüsse Boßlets erkennen lässt. Im Kirchenbau gestaltete van Aaken unverkennbare Raumformen mit einer Bevorzugung von Oberlicht oder indirektem Licht.

In seiner gemeinsamen Zeit mit Boßlet wirkte er an so bedeutenden Bauten wie der Klosterkirche von Münsterschwarzach, der Herz-Jesu-Kirche der Marianhiller Missionare und der Pfarrkirche Unsere Liebe Frau in Würzburg mit. Sein Lebenswerk umfasst über 160 Kirchen in Deutschland. Dazu kommen noch zahlreiche Pfarrhäuser, Kindergärten, Gemeindezentren u.ä. Auch anspruchsvolle Renovierungsprojekte, wie z. B. das der Augustinerkirche in Würzburg, zählten zu seinem Tätigkeitsspektrum.

Bauten in Süddeutschland (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1927–1928: Herz-Jesu-Kirche der Marianhiller Missionare in Würzburg (als Mitarbeiter Albert Boßlets)
  • 1935–1938: Klosterkirche in Münsterschwarzach bei Kitzingen (als Mitarbeiter Boßlets, Fertigung der statischen Berechnung)
  • 1936–1937: Pfarrkirche Unsere Liebe Frau in Würzburg (als Mitarbeiter Boßlets)
  • 1951-1953: Pfarrkirche St. Josef der Bräutigam in Giebelstadt (als Mitarbeiter Boßlets)
  • 1958: Pfarrkirche Herz Jesu in Baden-Baden-Varnhalt (als Mitarbeiter Boßlets)
  • 1959–1961: Kirche St. Laurentius in Sieblos (Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe))
  • 1960–1961: Kirche in Faulbach
  • 1961: Kirche St. Theodard und St. Ägidius in Wörth
  • 1962: Kirche St. Gertrud in Leimersheim
  • 1962–1963: Pfarrkirche St. Vitus in Wülfershausen an der Saale
  • 1972–1974: Kirche zum Heiligen Geist in Michelstadt

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Coenen: Die katholische Pfarrkirche Herz-Jesu im Baden-Badener Stadtteil Varnhalt. Ein Spätwerk von Albert Boßlet. In: Die Ortenau. Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden 88 (2008), S. 355–364. (Online-Version des Aufsatzes)

Weblinks[Bearbeiten]

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