Bahnhof Gelchsheim

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Ehemaliger Bahnhof Gelchsheim im Jahre 2018
VT 95 im Bahnhof Gelchsheim 1991
Bahnhof Gelchsheim 1984
Bahnhof Gelchsheim mit Diesellok und Güterzug

Der ehemalige Bahnhof Gelchsheim war Kreuzungsbahnhof am Streckenkilometer 15,4 der Gaubahn (ehem. KBS 415) von Ochsenfurt nach Weikersheim. Im November 1907 wurde er mit Eröffnung der Strecke in Betrieb genommen wurde.

Lage

Der Bahnhof lag westlich des Gelchsheimer Ortskerns südlich des ehemaligen Bahnübergangs der Staatsstraße 2422 zwischen Gelchsheim und Riedenheim. Heute liegt das Areal direkt am Gaubahn-Radweg. Der Gaubahn-Radweg verläuft hier nicht auf der Trasse, sondern macht einen Bogen um das Areal.

Ausstattung

Das Agenturgebäude war ein einstöckiges Gebäude aus Holz mit angebauter Stückgutlagerhalle. Der Bahnhof hatte ein Durchgangsgleis, ein Überholgleis mit zwei unbefestigtenm Außenbahnsteigen. Zum nahe gelegenen Baywa-Lagerhaus bestand ein Gleisanschluss. 1963 wurde auch hier eine große Rübenverladerampe gebaut, von der aber nichts mehr erkennbar ist. Seit 2017 steht das Lagerhaus leer.

Rübenverladung
Bis 1960 Handverladung. 1961 wurde ein Torkran aufgestellt. 1963 Bau einer Hochrampe.

Bahnhof heute

Im ehemaligen Agenturgebäude Gelchsheim befindet sich heute ein Aufenthaltsraum (mit historischen Bildern der Gaubahn) für Radfahrer und Wanderer und eine öffentliche Toilette. Außerdem wurde auf dem einstigen Gelände ein Picknickplatz eingerichtet. Gezeigt wird auch eine historische Rangierlok der Gaubahn. Lediglich Gleisanlagen, die Laderampe und die Rübenverladung wurden abgerissen. Der letzte Dampfzug fuhr am 3. Mai 1992. An die einstige Bedeutung als Bahnhof erinnert noch die Bahnhofstraße.

Hinter dem Agenturgebäude befindet sich der Wertstoffhof der Gemeinde Gelchsheim.

Bildergalerie

Lagerhaus

Das 1914 erbaute Lagerhaus am Bahngelände in der Nähe der Riedenheimer Straße wurde 1929 zu einem stattlichen Gebäude erweitert und mit den damals neuesten technischen Anlagen, Arbeitsgeräten und Maschinen versehen. Es machte Gelchsheim aufgrund seiner günstigen Lage zum bäuerlichen Mittelpunkt im südlichen Teil des Ochsenfurter Gaues.

Das für die Landwirtschaft wichtige Gebäude blieb trotz starker Kriegseinwirkung auf den Ort unbeschädigt. In der Nacht vom 19. Juli auf den 20. Juli 1947 vernichtete ein Großbrand das Baywa-Lagerhaus. Die Ursache suchte man in einer elektrischen Störung; die Brandkommission stellte fest, dass der Brand durch Kurzschluss von außen entstand war. Der oder die Täter blieben unbekannt. Das gesamte Gebäude brannte mit wertvollen Lagerbeständen (u.a. 120 Zentner Raps aus der neuen Ernte) bis auf die Grundmauern nieder. Verwalter Valentin Geiling und seine Mitarbeiter führten den Betrieb in seinem Privathaus und in Notlagerstätten innerhalb des Ortes weiter, bis 1950 das neue Lagerhaus aufgebaut war und betriebsfertig bezogen werden konnte. Dieses Lagerhaus ist ebenfalls noch erhalten. [1]

Baudenkmal

In der Liste der Baudenkmäler in Gelchsheim des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege ist der Bahnhof Gelchsheim unter der Denkmalnummer D-6-79-135-57 zu finden.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Fred Helmerich: Gelchsheim im Ochsenfurter Gau mit seinen Ortsteilen Oellingen und Osthausen. Hrsg.: Marktgemeinde Gelchsheim 1985, S. 164 f.

Kartenausschnitt

► Lage des Bahnhofs Gelchsheim im BayernAtlas, Topogr. Karte 1:25.000 von 1960: https://v.bayern.de/XbMwm
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