Schwanentor

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Portal des Spiegel- oder Schwanentors am Oberen Mainkai
Spiegeltor vor 1882

Das Schwanentor (auch: Spiegeltor) war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung entlang des Mainufers.

Namensgeber[Bearbeiten]

In den Ratsbüchern heisst der Ausgang südlich der Mainbrücke 1427 noch Spigelthor. [1] Dieser Name blieb ihm bis ins 17. Jahrhundert. Neben dem Tor bestand schon seit dem 16. Jahrhundert das Wirtshaus „zum Schwan“, das Anfang des 17. Jahrhunderts von der Stadt gekauft, erneuert und wieder verpachtet wurde. Von ihm erhielt das Tor nun die Bezeichnung „Schwanentor“.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Das einstige Spiegeltor war vor 1882 ein turmartiger Mittelbau mit einem wappengeschmückten Giebel, das nach Beschluss des Würzburger Rates vom 18. Mai 1584 anstelle eines älteren Tores mit gleichen Namen aus städtischen Mitteln errichtet wurde. Dieses Tor musste jeder passieren, der mit Waren vom Main in die Stadt gelangen wollte. Auf diesem Tor war eine Wohnung, die lange Zeit an den jeweiligen Stadtzimmermann vermietet wurde. Es trug außerdem ein Fallgatter; in den Stadtbaurechnungen 1503-1504 wird ein „Felgartern (!) am Bütnersthor“ aufgerichtet. Da es allmählich baufällig wurde, entschloss sich der Rat der Stadt 1584 auf Begehren von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn das Tor „etwas scheinlicher (prächtiger)“ zu bauen, worauf es dann vollkommen neu aufgebaut, das Portal in der strengen Renaissanceform vorgesetzt und es vor die Mauer herausgeschoben wurde.

Das Tor hatte ursprünglich nur zwei Obergeschosse; erst beim Umbau des anschließenden Hotels „zum Schwan“ 1881/1882 wurde ein drittes Geschoss eingeschoben, der Volutengiebel aber wieder aufgesetzt.

Wiederaufbau[Bearbeiten]

Das Gelände des ehemaligen Hotels zum Schwanen wurde beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 zerstört und bis Ende der 1970er Jahre ein unbebautes Ruinengrundstück zwischen Altstadt und Main. Nur das einstige Eingangsportal des Hotels, das ehemalige Schwanen- bzw. Spiegeltor war erhalten geblieben. 1977/1978 wurde das Areal des ehemaligen Hotels und einiger Nachbargrundstücke mit einem großen Geschäftshaus (heute: Wöhrl, von 1979 bis 1987 Hertie) neu bebaut. Der Stumpf des Treppenhausturmes mit einer Inschriftentafel (die so gut wie nicht mehr lesbar ist) sowie die einstige Tordurchfahrt wurden in den Neubau einbezogen. Auf der Mainseite steht das Portal des Tores als Spolie vor der Front des Gebäudes und bildet heute den Zugang zu einem Treppenaufgang. Architekt Alexander Raimund Freiherr von Branca hatte die Aufgabe erhalten, die Baulücke zu schließen, unter der Vorgabe, dass Größe und Material der Vorkriegsbebauung angeglichen werden sollten.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die Fassade des ehemaligen Spiegel- oder Schwanentor besteht auf der Feldseite mit rustizierten Pilastern, Kalkstein, im Stil der Renaissance aus dem Jahr 1584. Eine sekundär vermauerte Brunnenfassung aus Kalkstein stammt aus dem 16./17. Jahrhundert. Zur Büttnerstraße hin gibt es Reste eines polygonalen Treppenturmes und vermauerte, Fenster- und Torrahmungen aus dem 17./18. Jahrhundert. Alle Fragmente wurden wieder aufgebaut und in den Neubau integriert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ratsbücher1427 3 f. 218b

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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