Haus Schöneck

Aus WürzburgWiki
(Weitergeleitet von D-6-63-000-330)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Haus Schöneck
Haus Schöneck (1915)

Das Haus Schöneck (auch Haus zum schönen Eck) befindet sich an der Ecke Otto-Wels-Straße / Marktplatz im Stadtbezirk Altstadt.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das Gebäude ist ein vornehmes Bürgerhaus aus der Zeit der Renaissance [1] und wurde urkundlich bereits 1525 erwähnt. [2] Die zweigeschossige Anlage auf rechteckigem Grundriss besitzt an der südlichen Stirnseite einen Volutengiebel. An der Südwestecke befindet sich ein schöner Polygonerker, der durch die beiden Obergeschosse reicht. Die Ecken sind in beiden Geschossen mit männlichen bzw. weiblichen Hermen [3] besetzt.

Das „Haus zum Schönen Eck“ ist ein dreigeschossiger Satteldachbau mit Sandsteingliederung und reich verziertem Eckerker mit Haube und Laterne in Ecklage um 1590 und wurde 1950/1952 vereinfacht wieder aufgebaut. Den Erker hat man restauriert, der Giebel dagegen verlor seine charakteristische Treppenform mit den steinernen Zieraufbauten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Architekt des Gebäudes war ein Herr Edert. Dieses Haus der „Johanniter-Commende Lebens und zinsbar“ war seit dem 16. Jahrhundert im Besitz des Händlers Helmuth, was ihm den Namen „Helmuthshaus“ einbrachte. Das im Jahr 1597 mit einem Polygonerker ausgeschmückte „Helmuthshaus“ war in den Jahren 1598 bis 1618 wiederholt Absteigquartier für prominente Persönlichkeiten. Aus dem Polygonerker soll im November 1610 Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn mit seinem Amtsbruder aus Bamberg, Johann Gottfried von Aschhausen, einem Preisfechten auf dem Platz zugeschaut haben. Zur Bischofswahl von 1617, durch die Aschhausen Nachfolger Echters wurde, kam hier der päpstliche Nuntius Antonio Albergati an.

Nach seiner Zerstörung beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 und dem Wiederaufbau diente es ab 1950 als Entresol für das Galanterie- und Lederwarengeschäft Keil, das bereits vor 1945 ein „Fachgeschäft in Koffer und Lederwaren“ in dem Haus hatte. [4] Heute hat hier die Filiale der „Württembergische Metallwarenfabrik AG (WMF)“ ihren Sitz.

Bildergalerie[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Dom


Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Felix Mader: Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern. Band XII, Hrsg.: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, R. Oldenbourg Verlag München/Wien, Würzburg 1915 (Abt. Bürgerhäuser S. 626 f.)
  • Rudolf Pfister: Das Würzburger Wohnhaus im XVI. Jahrhundert mit einer Abhandlung über den sogenannten Juliusstil. Winter-Verlag, Heidelberg 1915
  • Heiner Reitberger: Das alte Würzburg. Mainpresse Richter Druck und Verlags-GmbH & Co. KG, Würzburg 1977, S. 47
  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Würzburg, Nr. D-6-63-000-330

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Renaissance [ʀənɛˈsɑ̃s] (französisch für „Wiedergeburt“) beschreibt eine europäische Kulturepoche hauptsächlich des 15. und 16. Jahrhunderts. Nähere Informationen zum Thema bei Wikipedia [1]
  2. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 267
  3. Herme (griechisch ἑρμῆς hermes) bezeichnet in der antiken Kunst einen Pfeilerschaft mit aufgesetztem Kopf und Schultern. Nähere Informationen hierzu bei Wikipedia [2]
  4. Würzburger Wohnungsbuch 1937, Druck und Verlag Universitätsdruckerei H. Stürtz A.G., Würzburg 1937, S. 254

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …