Christian Naser

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Dr. Christian Naser (* 1959 in Dillingen a. d. Donau) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Computerphilologe und Historiker. Er ist darüber hinaus mit der Erforschung und dem Erhalt von Baudenkmälern in Würzburg und Umgebung befasst.

Leben und Wirken

Christian Naser studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Germanistik und Latein und schloss 1987 mit dem Magistertitel ab. 1993 wurde er mit der Arbeit „Der geistliche Streit. Synoptischer Abdruck der Fassungen A, C, B und D. Kommentar und Motivgeschichte“ promoviert. [1] Seit 1987 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Philologie, zunächst in der Sprachwissenschaft, dann in der Mediävistik und aktuell in der Neueren Abteilung. Sein Zuständigkeitsbereich sind die EDV-Belange in philologisch ausgerichteten Forschungsprojekten. So übernahm er 1987 die EDV-Betreuung der Würzburger und Eichstätter Projekte des Sonderforschungsbereichs 226 (= Wissensorganisierende und wissensvermittelnde Literatur im Mittelalter). Ab 1994 betreute er die fünf Einzelprojekte der interdisziplinären DFG-geförderten Forschergruppe „Das Bild des Krieges im Wandel vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit“. Seit 2005 ist Christian Naser für die EDV-Belange des von der DFG geförderten Langzeitprojekts der historisch-kritischen Jean-Paul-Ausgabe, seit April 2020 für das von der Thyssen-Stiftung geförderte Projekt „Die historisch-kritische Edition Jean Pauls Flegeljahren“ und seit 2022 für das Projekt der Bayerischen Akademie der Wissenschaften „Sprachgitter digital: Die historisch-kritische Jean-Paul-Ausgabe“ zuständig. 2020 übernahm Christian Naser außerdem die Leitung des von den Freunden Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. geförderten Häuserprojekts, dessen Ziel es ist, auf Grundlage archivalischer Quellen Daten zur Erforschung der Bau- und Stadtgeschichte Würzburgs zur Verfügung zu stellen.

Politische Laufbahn

Dr. Naser ist stellvertretender Vorsitzender der „Zeller Mitte - Freie Wähler e.V.” und seit 2020 Mitglied des Marktgemeinderates in seinem Wohnort Zell a. Main, wo er seit 1985 lebt.

Publikationen

  • Literatur für Laienbrüder. In: Würzburger Fachprosa-Studien. M. Holler zum 60. Geburtstag, hrsg. v. G. Keil unter Mitwirkung von J. G. Mayer u. Chr. Naser, S. 248–321. Würzburg 1995.
  • Der geistliche Streit. Synoptischer Abdruck der Fassungen A, C, B und D. Kommentar und Motivgeschichte. Phil. Diss. Würzburg 1993. (= Texte und Wissen, 2). Würzburg 1995.
  • Ein Text wird „berechenbar“. Wissenschaftliche Textdaten-Verarbeitung am Institut für deutsche Philologie. Die „Weltchronik“ des Heinrich von München. In: Würzburg – Heute. Mainfränkische Zeitschrift für Kultur und Wirtschaft 1998 (Nr. 66), S. 43–45.
  • Aufbau einer elektronischen Bibliothek zur Literatur des Mittelalters. In: Konrad Goehl, Johannes Gottfried Mayer (Hrsg): Editionen und Studien zur lateinischen und deutschen Fachprosa des Mittelalters. Festgabe für Gundolf Keil. Würzburg 2000, S. 403–418. [2]
  • Automatisierungs- und Kontrollmöglichkeiten durch die EDV bei der Herstellung einer kritischen Edition. In: Jahrbuch der Jean-Paul-Gesellschaft, Bd. 46; Würzburg 2011, S. 11–27.
  • Das vergessene Schloß. Balthasar Neumanns Weinhändlerpalais in Zell. Würzburg 2013, ISBN 978-3-8260-5297-2
  • Der Gesandtenbau der Würzburger Residenz. Balthasar Neumann und die Entstehungsgeschichte des „Neuen Baus“ dargestellt anhand der Hofkammer-Protokolle der Jahre 1748–1751 und der Rechnungsbücher der Jahre 1748–1751 und 1764–1768. Würzburg 2015, ISBN 978-3-8260-5820-2
  • Häuserbuch ohne Häuser. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 71 (= Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg, Bd. 142). Würzburg 2019, S. 11–38, ISBN 978-3-88778-573-4
  • Migration und Vernetzung in Franken vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Dargestellt anhand der Gemeinde Zell am Main und der Residenzstadt Würzburg. 2 Bde. Würzburg 2020, ISBN 978-3-8260-6338-1 [3]
  • Migration und Vernetzung in Franken vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Buchvorstellung im Hinblick auf Böhmen.
  • Entdeckung im Rahmen des "Würzburger Häuserprojekts": Lokalisierung einer mittelalterlichen Synagoge und ihrer Mikwe. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 73 (= Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg, Bd. 144). Würzburg 2021, S. 23–53, ISBN 978-3-949015-03-8
  • Das Weinhändlerkartell. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 73 (= Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg, Bd. 144). Würzburg 2021, S. 341–350, ISBN 978-3-949015-03-8
  • Balthasar Neumanns Weinhändlerschloß. Das Zeller Palais als Kristallisationspunkt der wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung der fränkischen Weinhändler im 18. Jahrhundert, 2 Bde. Würzburg 2022, ISBN 978-3-8260-7538-4
  • Der Gesandtenbau der Würzburger Residenz als Nachfolgebau des Neumannschen Ensembles von Doppeltoranlage und „neuem garten gebäu“. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 74 (= Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg, Bd. 145). Würzburg 2022, S. 183–222, ISBN 978-3-949015-05-2

Siehe auch

Weblinks

Jean Paul-Projekt (DFG / Akademieprojekt)

Bau- und Wirtschaftsgeschichte

Weitere Forschungsprojekte

  • Wissensorganisierende und wissensvermittelnde Literatur im Mittelalter [Sonderforschungsbereich 226: Würzburg / Eichstätt 1984-1992] [1].
  • Das Bild des Krieges im Wandel vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit [Forschergruppe 1994-2000] [2].
  • Die historisch-kritische Edition von Jean Pauls (1763-1825) „Flegeljahren“: Die unbekannten handschriftlichen Vorarbeiten nebst Edition des Drucks (1804/05). [Fritz Thyssen Stiftung 2020-2023]: [3].
  • Narragonia Latina. Kommentierte zweisprachige Hybridedition der lat. Narrenschiffe von J. Locher und J. Badius (1497/1505). [DFG-Projekt 2021-2024]: [4].

Einzelnachweise