Augustinerkloster Fährbrück

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Das Kloster der Augustiner-Chorherren Fährbrück ist eine Klostergemeinschaft des Augustinerordens in gleichnamigem Ortsteil von Hausen bei Würzburg.

Gründung durch die Redemptoristen[Bearbeiten]

Am 13. März 1867 gründeten die Redemptoristen aus Gars am Inn das Kloster Fährbrück mit drei Mönchen im vorhandenen Mesnerhaus neben der Kirche. Ein Jahr später hatten sie das Gebäude zu klösterlichen Zwecken umgebaut und „Klösterlein“ genannt. Durch die Enge und Feuchte wurde aber ein Neubau dringend notwendig. Die Redemptoristen kauften ein Bauernhaus nebst Gastwirtschaft, das sich an gleicher Stelle wie das heutige Klostergebäude befand. Die Redemptoristen rissen das Haus ab und errichteten ein neues Kloster.

Vertreibung der Redemptoristen[Bearbeiten]

1873 wurden die Redemptoristen aufgrund der Kulturgesetze Otto von Bismarcks im preußisch-deutschen Kulturkampf aus Fährbrück vertrieben. Im Gesetz vom 11. Mai 1873 wurde von jedem Geistlichen eine Schulausbildung, eine gewisse Universitätsbildung durch Studium und das Ablegen einer staatlichen Prüfung verlangt. Ein Reichsgesetz vom 4. Mai 1874, betreffend die Verhinderung der unbefugten Ausübung von Kirchenämtern, erlaubte renitenten Geistlichen gegenüber gewisse Aufenthaltsbeschränkungen, ja sogar die Landesverweisung. Das preußische Gesetz vom 31. Mai 1875 verbot alle Orden oder ordensähnlichen Kongregationen, ausgenommen jene, die sich der Krankenpflege widmeten.

Vakanz[Bearbeiten]

Von 1873 bis 1880 wurde die Wallfahrt vom Pfarrer aus Hausen bei Würzburg betreut. In dieser Zeit erwarb sich Pfarrer Kaspar Rothenbucher große Verdiente um die Wallfahrtskirche. Er ließ sie ausmalen und einen neuen Gnadenaltar aufstellen.

Übernahme durch die Augustiner[Bearbeiten]

1880 rief Pfarrer Kaspar Rothenbucher die Augustiner nach Fährbrück. Sie zogen in das neuerbaute Kloster der Redemptoristen ein und übernahmen auch deren geistiges Erbe. Obwohl die Wohnsituation mit dem vor sieben Jahren errichteten Haus gelöst war, wurde die Niederlassung der Augustiner in Fährbrück vom Ministerium rechtlich zunächst nicht als selbständiges Kloster genehmigt, sondern als Filiale des Augustinerklosters Münnerstadt betrachtet. Erst am 6. April 1891 wurde die Klostergründung der Augustiner in Fährbrück offiziell als eigenständig bestätigt, jedoch mit der Auflage, lediglich zwei Patres zuzulassen und keine Novizen aufzunehmen.

Von Anfang an wollten die Augustiner den Neubau des Klosters von den Redeptoristen abkaufen. Diese jedoch hatten zunächst die Hoffnung auf Rückkehr. Als sich diese nicht erfüllte, wurde das Haus geschätzt und am 5. Januar 1893 der Verkauf mit Genehmigung des Ministeriums vollzogen. Schon im Juli des gleichen Jahres errichteten die Augustiner einen Erweiterungsbau. Schließlich bekam das Kloster im Jahre 1934 seine heutige Form und Größe. Im Neubau wurde eine Vorbereitungsschule mit 25 Klosterschülern untergebracht.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Räumung des nationalsozialistischen Kinder-Landverschickungslagers in Fährbrück zogen wegen Wohnungsnot in Würzburg 25 Ritaschwestern und Novizinnen ins Fährbrücker Kloster ein. 1946 kehrten sie nach Würzburg zurück. In das Kloster zogen wieder Schüler ein, jedoch wurde aufgrund des Schülermangels die Präparandenschule im Jahr 1962 aufgelöst.

Das Kloster heute[Bearbeiten]

Im Jahre 2007 schlossen das Bischöfliche Ordinariat Würzburg und der Provinzial der Augustiner einen Vertrag, der die Übernahme der Gebäude seitens der Diözese vorsieht und den Augustinern ein Mietrecht einräumt. 2011 konnte die Provinzleitung der Augustiner mit dem Bischöflichen Ordinariat in Würzburg eine Vereinbarung treffen, die es den Augustinern ermöglicht, bis 2019 in Fährbrück zu bleiben. Die Brüder wohnen jetzt zur Miete im einstigen Eigentum. Die Diözese hat die Gebäude gekauft, die Augustiner von deren Erhaltung entlastet und trägt so wesentlich dazu bei, dass Augustiner von hier aus weiterhin im fränkischen Land wirken können. Im Jahr 2013 bestand der Konvent aus sieben Patres und einem Bruder.

Pfarreiengemeinschaft Fährbrück[Bearbeiten]

Neben der Pilgerbetreuung sind die Augustiner-Chorherren auch für die Seelsorge in sieben benachbarten Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft Fährbrück zuständig. Am 24. Januar 2010 wurde in der Wallfahrtskirche Fährbrück von Domvikar Christoph Warmuth von der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum Würzburg im Namen von Bischof Friedhelm Hofmann die Pfarreingemeinschaft Fährbrück errichtet. Diese besteht aus den Pfarreien St. Cyriakus, St. Laurentius und St. Maria Magdalena (Gramschatz), St. Wolfgang (Hausen) mit der Filiale St. Alban (Erbshausen-Sulzwiesen), St. Vitus (Hilpertshausen) mit der Filiale St. Nikolaus (Rupprechtshausen), St. Lambertus (Opferbaum) und St. Ottilia (Rieden).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]