Albrecht von Wallenstein

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Albrecht von Wallenstein

Albrecht Reichsfürst von Wallenstein (eigentlich: Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein) (* 24. September 1583 in Hermanitz/Tschechien; † 25. Februar 1634 in Cheb/Eger) war während des Dreißigjährigen Kriegs oberster Heerführer der kaiserlichen Truppen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Seine Eltern starben als er elf Jahre alt war und er wurde vom Schwager seiner Mutter erzogen. Während dieser Zeit besuchte er die Lateinschule in Goldberg und kurzzeitig die protestantische Akademie in Altdorf. Nach dem Tod seines Vormunds begab er sich bis 1602 auf Bildungsreise während der er vermutlich an einer italienischen Universität studierte. Während der nächsten Jahre arbeitete er im Dienste verschiedener Herren als Knappe und trat zum Katholizismus über. 1604 nahm er als Fußknecht an einem Feldzug gegen ungarische Protestanten teil und sah erstmals den Kommandeur der kaiserlichen Artillerie, Graf Johann T'Serclaes von Tilly. Es folgte seine Beförderung zum Hauptmann. Nachdem 1612 Matthias von Habsburg zum Kaiser gewählt wurde, stieg Wallenstein zum kaiserlichen Kämmerer auf. 1617 ersuchte ihn Erzherzog Ferdinand im Krieg gegen Venedig um Hilfe. Da einzig Wallenstein diesem Hilferuf nachkam, auf eigene Kosten ein Heer aufstellte und auch noch an dessen Spitze den langen Marsch auf sich nahm, war Ferdinand tief beeindruckt. Als 1619 Kaiser Matthias verstarb und Ferdinand als Ferdinand II. sein Nachfolger wurde, ernannte er Wallenstein im Jahr 1620 zum Mitglied des Hofkriegsrates in Wien und stattete ihn mit zahlreichen Vollmachten aus.

Kaiserlicher Heerführer[Bearbeiten]

Nachdem die Dänen 1625 die Elbe und die Weser überquert hatten und Kaiser Ferdinand II. in Geldnöten war, rekrutierte Wallenstein ein Heer aus eigenen Mitteln mit 20.000 Mann und wurde zum kaiserlichen Heerführer ernannt. Am 25. April 1626 gewann er bei Dessau mit seinem Heer die erste große Schlacht gegen die Dänen. 1627 baute er ein neues Heer auf und schlug 1628 die Dänen erneut auf deren eigenem Gebiet. Wallenstein wurde auf dem Reichstag zu Regensburg im Jahr 1630 als Oberkommandierender des kaiserlichen Heeres abgesetzt und Graf Tilly zum Nachfolger ernannt. Nach dessen Tod sah der Kaiser keinen anderen Ausweg mehr, als erneut mit Wallenstein zu verhandeln. Aufgrund der drohenden Niederlage wurde Wallenstein am 14. April 1632 erneut Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen. Bei der Schlacht bei Lützen fiel der schwedische König Gustav II. Adolf von Schweden. Da Wallenstein in eigenem Interesse, gegen den Willen des kaiserlichen Hofes, Friedensverhandlungen führte, wurde er im Januar 1634 als Heerführer abgesetzt und kurz darauf während eines Festbanketts ermordet.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Friedrich Schiller widmete ihm ein dreiteiliges Drama, das in "Wallensteins Lager" und "Wallensteins Tod" seinen Namen trägt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]