Albert I. von Hohenberg

Albert I. Graf von Hohenberg (namentlich auch Albrecht), nach anderer Zählung Albert II. (* um 1303 in Rottenburg am Neckar; † 25. April 1359 in Stein am Rhein) war 1334/1335 Bischof von Konstanz, von 1345 bis 1349 Fürstbischof von Würzburg und ab 1349 Bischof von Freising sowie ab 1356 nochmals Bischof von Konstanz.
Familiäre Zusammenhänge
Albert entstammte dem ostfränkischen Adelsgeschlecht der Hohenberg.
Geistliche Laufbahn
Da die Grafen von Hohenberg Verwandte der Habsburger waren und sein Vater Verbündeter König Ludwigs des Bayern, hätte Albert eigentlich gute Aussichten gehabt, Bischof in seinem Heimatbistum Konstanz zu werden. Bei der Bischofswahl 1333 unterlag er aber dem vom Papst bestätigten Nikolaus von Frauenfeld. Sein Vater versuchte 1334 durch eine Belagerung der Bischofsresidenz in Meersburg vergeblich, seinen Sohn dennoch durchzusetzen.
Als Ausgleich für den Konstanzer Bischofsstuhl ernannte ihn König Ludwig zum Hofkanzler und übergab ihm das Amt eines Reichslandvogts im Elsass. Hier unterband er 1338 und 1340 die Judenverfolgungen. Im Auftrag des Königs war er mehrfach in diplomatischer Mission in Rom, Frankreich und England. Bei einer solchen Reise ließ er sich aber 1342 von Papst Clemens VI. überreden, auf die päpstliche Seite zu wechseln. Trotz der päpstlichen Unterstützung gelang aber auch der zweite Versuch nicht, 1344 Bischof von Konstanz zu werden.
Bischof von Würzburg
Auch gegenüber dem Würzburger Domkapitel konnte er sich nicht durchsetzen. Nachdem 1345 Albrecht II. von Hohenlohe einstimmig zum Bischof gewählt worden war, versuchte Papst Clemens VI. ihn als Bischof durchzusetzen. Albert schickte Bevollmächtigte nach Würzburg, die die Geschäfte übernehmen sollten, was aber misslang. Entgegen einer zeitgenössischen Darstellung von Lorenz Fries scheint Albert aber selbst das Bistum Würzburg nie betreten zu haben.
Schließlich übertrug ihm der Papst 1349 das Bischofsamt in Freising. Das Wahlrecht des Domkapitels wurde übergangen. Deshalb konnte er erst auf Druck des Papstes und der Habsburger 1351 in Brugg im Aargau die Bischofsweihe empfangen.
Namensdifferenz und Zählweise
Nach Zählung der Freisinger Bischöfe ist er „Albert II. von Hohenberg“. Er wird auch als Albrecht bezeichnet. In der Abfolge der Würzburger Bischöfe ist er daher „Albrecht I. von Hohenberg“. Genealogisch betrachtet ist er Graf „Albert V. von Hohenberg“.
Siehe auch
Quellen und Literatur
- Klaus Wittstadt: Würzburger Bischöfe 742 - 1979, Echter Verlag, Würzburg 1979, ISBN: 3-429-00628-7
- Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg Teil 2 - Die Bischofsreihe von 1254 bis 1455. In: Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Germania Sacra - Neue Folge 4 - Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Berlin 1969, S. 72 ff. ISBN: 9783110012910 (Online-Fassung)
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| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Otto II. von Wolfskeel | Bischof 1345 - 1349 |
Albrecht II. von Hohenlohe |
