Regierungsgebäude

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Regierung von Unterfranken am Petersplatz

Das Regierungsgebäude, der Dienstsitz der Regierung von Unterfranken, befindet sich am Peterplatz. Der Gebäudekomplex aus den 1950er Jahren, an dessen Ausgestaltung zahlreiche Künstler der Region mitwirkten, steht seit 2002 unter Denkmalschutz.

Entstehung[Bearbeiten]

Ab 1850 war die Regierung von Unterfranken in den Baulichkeiten des ehemaligen Benediktinerklosters St. Stephan untergebracht. Diese wurden im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und waren nicht mehr nutzbar. Der erste Regierungspräsident der Nachkriegszeit, Adam Stegerwald, nahm mit seinen Mitarbeitern die Tätigkeit im Mai 1945 zunächst im heutigen Landratsamtgebäude und der Burkarder Schule auf. Anfang der 1950er Jahre wurde dann ein öffentlicher Architekturwettbewerb für einen Neubau der Regierungsgebäude am Standort des ehemaligen Stephansklosters am Peterplatz ausgeschrieben. Der Baukomplex mit vier kubischen Baukörpern nach Plänen von Regierungs-Baurat Wilhelm Hauenstein [1] wurde von 1954 bis '56 errichtet.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Der Hauptbau ist ein fünfgeschossiger Kubus mit tiefem Innenhof. Daran angelagert sind nach Südosten mehrere gestaffelte Nebenbauten. Durch den Zugang zu einer Grünfläche abgeteilt steht vor dem Hauptbau ein zusätzliches dreigeschossiges Gebäude an der Stephanstraße. Es bildet den östlichen Abschluss des Peterplatzes und gestaltet andererseits die westliche Einfassung des Wilhelm-Schwinn-Platzes.

Baudenkmal[Bearbeiten]

Aus der Würdigung anlässlich der Anerkennung als Baudenkmal im Jahr 2002:

"Der Wert des Regierungsgebäudes aus der Mitte der 1950er Jahre liegt in seiner funktionalen Architektur, die übergeordnete städtebauliche Belange berücksichtigt und künstlerisch bis ins Detail gestaltet. Der Gebäudekomplex prägt in seiner Anlage und in seiner mehrteiligen Kubatur das Straßen- und Ortsbild entscheidend, architektonische Gestaltung, Farbigkeit und Oberflächen entfalten auch von Nahem und im Innern große Wirkung. Der Gebäudekomplex besitzt eine Fülle an raumgebundenen bauzeitlichen Kunstwerken, die in dieser Zahl und Qualität in Würzburg und Unterfranken nur sehr vereinzelt anzutreffen sind (Rathaus Aschaffenburg) und eine Reihe bedeutender Künstler vereint. Schließlich handelt es sich um den einzigen Neubau einer bayerischen Bezirksregierung nach dem 2. Weltkrieg und seinerzeit um das wichtigste Profangebäude des Bezirks Unterfranken.“ [2]

Kunst am Bau[Bearbeiten]

Die Bauten zeigen zahlreiche künstlerisch gestaltete Details. Wie in der Nachkriegszeit üblich wurden dabei insbesondere idyllische, unverfängliche Motive gewählt. Auch regionale Bezüge sind klar zu erkennen.

  • Prof. Blasius Spreng gestatete ein Attikafries ("Löwenfries") entlang der Fassade des Hauptbaus. Von ihm stammt auch der mit bunten Mosaiken verzierte Brunnen im Innenhof (gestaltet mit der Künstlerin Therese Steger) sowie das Fußbodenmosaik und die „Mäander“ im Eingangsbereich.
  • Bildhauer Raimund Haas schuf eine „Vase“ im Innenhof. Das 30 Zentner schwere Kunstwerk aus Muschelkalk mit filigranen Metallintarsien thematisiert die „Menschheit“.
  • Das Staatswappen und die Wappen der unterfränkischen Landkreise im Eingangsbereich wurden von Lothar Forster gestaltet.
  • Otto Sonnleitner schuf das Denkmal für die ehemalige Klosteranlage am Zugang zur Grünfläche, die sich zwischen Regierungsgebäude und Stephanskirche erstreckt. In rotem Sandstein ist das Kloster in der Bombennacht 1945 als Relief herausgearbetet, die Geschichte ist ebenfalls als Relief hinzugefügt. Der Künstler erstellte auch das Relief „Sommerliches Leben“ im 1. Obergeschoss, und das Stuckrelief „Pferde“.
  • Weitere Stuckreliefs stammen von Fried Heuler: „Mutter mit Kindern“ und „Ländliches Idyll“.
  • Auf einer blauen Wand zeichnete Klaus Rother die „Fränkische Geschichte“ nach.
  • Die Wandverkleidungen in den Sitzungssälen stammen von Ingram Spengler.
  • Das Fußbodenrelief bei der Kantine entwarf Prof. Oskar Martin, der auch das Mosaik im westlichen Treppenhaus des Baus an der Stephanstraße schuf.
  • Von Wolfgang Lenz stammt das Pendant im östlichen Treppenhaus.
  • Prof. Friedrich Eska gestaltete die Empore im Speisesaal.

Generalsanierung[Bearbeiten]

1996 bis 2006 wurde der Baukomplex generalsaniert.

Auszeichnung[Bearbeiten]

Das Regierungsgebäude erhielt 2006 eine Anerkennung im Rahmen des Antonio-Petrini-Preises.

Literatur[Bearbeiten]

  • 50 Jahre Regierungsgebäude am Peterplatz. Vom Wiederaufbau bis zum Abschluss der Generalsanierung. Hrsg.: Regierung von Unterfranken. 2006. (Stadtbücherei Magazin, Drk 4 Reg)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Kern: Die Bildende Kunst abseits der Zentren, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter-Verlag, Würzburg 2002, S. 247-316, S. 271
  2. 50 Jahre Regierungsgebäude am Peterplatz. Vom Wiederaufbau bis zum Abschluss der Generalsanierung. Hrsg.: Regierung von Unterfranken. 2006. S. 19

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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