Lorenz von Bibra

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Fürstbischof Lorenz von Bibra
Grabplatte für Lorenz von Bibra

Lorenz von Bibra (* 1459 in Mellrichstadt; † 6. Februar 1519 in Würzburg) war Herzog in Franken und Fürstbischof im Bistum Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Lorenz von Bibra entstammt einer angesehenen fränkischen Adelsfamilie. Sein Vater war Hans von Bibra, Amtmann in Diensten des Hochstiftes Würzburg. Nach der Schulzeit im Kloster Vessra studierte Lorenz 1472 in Heidelberg, 1477 in Erfurt und Bologna. Nach der Priesterweihe wird er 1488 Domizellar in Würzburg und 1491 von Erzbischof Berthold von Mainz zu dessen Kaplan ernannt.

Bischof von Würzburg[Bearbeiten]

Im Februar 1494 wurde Lorenz von Bibra zum Würzburger Dompropst gewählt und am 12. Mai 1495 ernannte ihn das Domkapitel einstimmig zum Bischof von Würzburg. Am 23. Mai 1495 teilten Dekan und Domkapitel den Bürgermeistern, dem Rat und den Bürgern von Würzburg und seiner Vorstädte die Wahl schriftlich mit, verbunden mit der Aufforderung, dem Bischof und Domkapitel zu huldigen und den Treueid zu schwören. Die Huldigung der Stadt Würzburg folgte prompt am 25. Mai. Wie bereits bei seinem Vorgänger Rudolf II. von Scherenberg gingen auch bei Lorenz von Bibra die Bestrebungen weiter, die Befugnisse des Stadtrats einzuschränken und selbst eine stärkere obrigkeitliche Kontrolle auszuüben.

Lorenz von Bibra war ein beliebter und angesehener weltlicher und geistlicher Herrscher und bekannt als Schlichter in Streitfragen. Er wurde oft angerufen, um als Schiedsrichter Streitigkeiten zu lösen. Als Förderer des Humanismus und Mann der Renaissance versuchte er eine Reform der Katholischen Kirche im Kleinen. Das Bistum Würzburg blühte während seiner Regentschaft finanziell auf. Unter seiner Herrschaft wurden ab 1496 erstmals Würzburger Münzen mit Jahreszahlen in arabischen Ziffern geprägt. [1] Er ließ die Festung Marienberg im Stil der Renaissance ausbauen und die Wehranlagen erweitern. Freundschaftliche Beziehungen unterhielt er zum Reformator Martin Luther und zum Würzburger Bildhauer Tilman Riemenschneider.

Lorenz von Bibra starb in Würzburg auf der Festung Marienberg. Kurz vor seinem Tod beauftragte er den Domdekan und weitere Testamentsvollstrecker, unter anderem auch Bürgermeister und Stadtrat von Würzburg um Verzeihung zu bitten, falls er in seiner Herrschaft gegen sie gehandelt hätte. Das Verhältnis zur Stadt und zum Fürstbischof war in der 24-jährigen Regierungszeit nicht immer spannungsfrei gewesen, aber doch ohne größere Unruhen oder gar Aufruhr gegen die Obrigkeit verlaufen. Angesichts der Lebensmittelverknappung und der daraus folgenden Teuerungen und Hungersnöte war dies sicherlich keine Selbstverständlichkeit.

Grablege[Bearbeiten]

Das Grab von Lorenz von Bibra befindet sich im Kiliansdom. Sein Grabmal wurde von Tilman Riemenschneider gefertigt.

Grabmal für Lorenz von Bibra (Gesamtansicht)
Grabmal für Lorenz von Bibra (Teilansicht)
Grabmal für Lorenz von Bibra (Detailansicht)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Schäfer: Ein wirtschaftliches Zentrum seit tausend Jahren, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. von Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1979, S. 382-395, S. 394a

Quelle[Bearbeiten]

  • Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg - Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs, Band 1, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2001, S. 150 ff., ISBN 3-8062-1465-4

Literatur[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Rudolf II. von Scherenberg Bischof
1495 - 1519
Konrad II. von Thüngen