Ehemalige Handelskammer

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Ehemalige Handelskammer in der Neubaustraße

Die Handelskammer war die Vorgängerorganisation der heutigen Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt.

Geschichte

Die Würzburger Kaufmannschaft besitzt seit dem Ende des 17. Jahrhunderts eine amtliche Vertretung. Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths erteilte mit seiner Handelsordnung vom 7. August 1699 dem Handelsstand grundlegende Privilegien. Er etablierte die Kaufmannschaft zu einer Elite und Garde der Fürstbischöfe, zur "Handelsreuterei" oder Handelskompagnie zu Pferde. Besondere Förderung erfuhr die Handelsvertretung durch die revidierte Handelsordnung von 1742 des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn und durch die Prüfungs-Ordnung des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim von 1770.

Namensgebung

Als Namen der Kaufmannskorporation nennen die Protokollbücher: „Die Handlung“, dann „Die inkorporierten Handelsleuth“, später „Der Handelsvorstand“ und von 1812 ab „Die Handelsinnung“. Die Ordnungen und Privilegien blieben bis 1827 in Kraft, bis das Handelswesen eine gesetzliche Regelung durch die Regierung erfuhr. Die Handelsinnung wurde damit zum Handelsverein. Am 19. Mai 1843 erhielt die Handelskorporation den Namen Handelskammer von Unterfranken und Aschaffenburg. Von 1850 bis 1868 bestanden Gewerbe-, Fabrik-und Handelsräte. Durch die Verordnung vom 20. Dezember 1868 wurde die "Handels-und Gewerbekammer" gegründet.

Kammergebäude

Zunächst gab es nur ein ständiges Büro im Rathaus, später ein Domizil auf Mietbasis seit 3. August 1887 im Hof Heidenheim in der Franziskanergasse 14, anschließend ab 1891 in Stubers-Haus (Domerschulstraße 10) und in der Kurie Teutleben (Domerschulstraße 6).

Infolge der Reorganisation der Vertretung durch die Verordnung von 1908 als „Handelskammer“ mit vermehrter Mitgliederzahl machte sich die Erwerbung eines eigenen Heimes nötig. Im Herbst 1912 wurde hiefür das Anwesen der Photographenwitwe Galvagni an der Neubaustraße erworben, die Stadtverwaltung trat ferner unentgeltlich zwei kleinere Grundflächen an der Ottostraße und am Zwinger ab. Die Projektierung und die Leitung des Baues erfolgte durch den Architekt Fritz Saalfrank die finanziellen Mittel wurden durch freiwillige Spenden und Anteilzeichnungen Würzburger Handels-und Industriefirmen aufgebracht. Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. April 1913, die Einweihung des Hauses am 27. April 1914.

Baubeschreibung

Äußerlich trägt das schöne Gebäude die Formen des späten Barockstils; über dem Erdgeschoß sind die Embleme von Handels-und Industriezweigen, über dem Saalgeschoß die Wappen der unterfränkischen Handelsgremien angebracht. Schöne Kunstgitter zieren die Eingänge außen und im Innern. Besonders erwähnenswert war der große Sitzungssaal im ersten Obergeschoss.

Heutige Nutzung

Nach dem Neubau der IHK in der Mainaustraße wird das Gebäude durch die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Würzburg genutzt.

Siehe auch

Quellen

Kartenausschnitt

Ehemaliger Standort
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