Zum Onkel

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Zum Onkel
Gleisbauarbeiten in der Frankfurter Straße auf Höhe des Onkels (1983)
Restauration Onkel Lang (1905)

Zum Onkel war eine traditionsreiche Arbeiterkneipe in der Frankfurter Straße im Stadtbezirk Zellerau. Die Kneipe wurde im Frühjahr 2014 abgerissen, das Grundstück wurde mit einem Wohnblock mit Eigentums-Wohneinheiten bebaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Traditionslokal Zum Onkel befand sich im ältesten Gebäude des Stadtteils in der Frankfurter Straße 34. Das Haus wurde im 19. Jahrhundert, also Jahrzehnte vor der restlichen Bebauung der Zellerau errichtet. Denn 1863, als der Landwirt Johann Roth die Pläne zu einem Wohnhaus mit Scheune einreichte, gab es auf der ganzen Strecke von der Hufbeschlagschule bis zur Bürgerbräu und der Villa des Tabakindustriellen Leofried Adelmann allenfalls ein paar Schuppen und Gartenhäuschen. Bereits das Adressbuch von 1865 verzeichnet das Gebäude an der „Straße nach Zell rechts“ als Gastwirtschaft „Zur Vogelsburg“ des Garküchners Georg Brünner. Der Name stammte ursprünglich von einer benachbarten, viel älteren Bierwirtschaft „Södersburg“, die man bald nach ihrem Besitzer Lorenz Vogel umtaufte. Hier konnten sich Wanderer stärken, denen der Weg bis zum Zeller Tor zu weit wurde, oder die, in umgekehrter Richtung unterwegs, bereits nach dem steilen Anstieg der Zeller Straße eine erste Erquickung brauchten. Von Brünners Witwe an den „Restaurateur“ Adam Drescher verkauft, gelangte das Lokal später in den Besitz von Michael Scheuermann. Als 1896 Andreas Lang das Anwesen erwarb, nahm Scheuermann den Namen „Zur Vogelsburg“ mit in die Frankfurter Straße 21 – ins damalige Wohnhaus des Schriftstellers Leonhard Frank.

Bis 1920 wurde das Lokal von Herrn Lang geführt und hieß Zum Onkel Lang. Der Großvater von Rainer Pfannes - Rainer Pfannes betrieb das Wirtshaus zuletzt mit seiner Frau Anna-Maria - erwarb 1920 die Gaststätte, strich den Namenszusatz „Lang“ und führte das Lokal bis zu seinem Tod vor dem Zweiten Weltkrieg unter dem jetzigen Namen. Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 brannte das Gebäude zwar, wurde allerdings gelöscht und wiederaufgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Onkel zunächst im zerstörten Würzburg als Wohnraum für viele Menschen, bis Rainer Pfannes‘ Vater den Wirtshausbetrieb wieder aufnahm. Zwischenzeitlich wurde das Lokal verpachtet, bis es Rainer Pfannes mit seiner Frau 1977 übernahm. Aus Altersgründen schloss das Ehepaar die Gastwirtschaft Ende November 2013 für immer. Bierlieferant war zuletzt die Brauerei Lederer aus Nürnberg.

Ambiente[Bearbeiten]

Zuletzt handelte es sich um eine typische Stammkneipe mit vorrangigem Bierumsatz und kleinen Gerichten. Im Sommer gab es einen Biergarten unter altem Baumbestand.

In den früheren Jahren wurde die Wirtschaft weitaus umfangreicher genutzt: Sonntägliche Frühschoppen, Schafkopf- und Skat-Partien, Kappenabende im Fasching, Leichenschmäuse und Hochzeitsfeiern waren keine Seltenheit.

Abriss und Zukunft[Bearbeiten]

Das Ehepaar Pfannes klagte zuletzt über die Baufälligkeit des Gebäudes: Das Dach war undicht, der Keller feucht und die technische Infrastruktur des Hauses veraltet. Der neue Eigentümer des Hauses errichtete auf dem Grundstück 15 Eigentumswohnungen. Es handelt sich dabei um ein Zweckgebäude in moderner Bauweise, das sich in der Gebäudehöhe an den umliegenden Wohnblöcken orientiert. Eine Bürgerinitiative zum Erhalt von Gebäude und Garten hatte sich auf Initiative von Walter Gerner und Gerd Klein aus dem Dencklerblock gebildet, konnte den Abriss jedoch nicht verhindern: Im Frühjahr 2014 wurde ein Großteil des alten Baumbestandes gefällt und das alte Gebäude am 19. Mai 2014 komplett abgerissen.

Bilder vom Abriss[Bearbeiten]

Denkmalschutz[Bearbeiten]

Das Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz.

Ehemalige Anschrift[Bearbeiten]

Zum Onkel
Frankfurter Straße 34
97082 Würzburg

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort
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