Villa Simon

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Villa Simon in der Neubergstraße 24 (um 1925)

Die Villa Simon war ein stattliches Anwesen in der Neubergstraße 24 / Ecke Felix-Dahn-Straße gegenüber der Schillerschule im Stadtbezirk Sanderau.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick über die Sanderau mit dem Haus Neubergstraße 24 (1938)
Ausschnitt Stadtplan Würzburg 1925: Bereich Neubergstraße / Felix-Dahn-Straße

Der Entwurf und Bau des Anwesens wurde Anfang der 1920er Jahre von Karl Simon, einem jüdischen Würzburger Kaufmann und Inhaber des Kaufhauses Zapff in der Kaiserstraße, beim Münchner Architekten Max Neumann in Auftrag gegeben. Simon hatte bereits seit 1921 bei der Modernisierung seines Kaufhauses eng mit Neumann zusammengearbeitet und griff deswegen bei der Planung seines Privathauses auf ihn zurück. Im Jahr 1925 war die Villa mit einem schönem Garten fertiggestellt. [1]

Wachsender Verfolgungsdruck gegen das florierende Kaufhaus Zapff Mitte der 1930er Jahre seitens der Gestapo-Stelle Würzburg und anderer, konkurrierender Würzburger Textilunternehmen erzwang ab August 1937 die Schließung des Unternehmens. Im Würzburger Wohnungsbuch von 1938 (Redaktionsschluss: Oktober 1937) wird Karl Simon zum letzten Mal als Eigentümer der Villa in der Neubergstraße 24 erwähnt. Im Februar 1939 emigrierte das Unternehmerpaar Karl und Minna Simon über London nach Los Angeles in die USA, wo sich bereits ihr Sohn Fritz aufhielt. In den Würzburger Adressbüchern 1940 und 1941 sind für die Neubergstraße 24 eingetragen: „Roth, W. London, Drescher, M. Kaufmann und Drescher Melusnie“; im Würzburger Adressbuch 1943: „Drescher, Melusnie, Drescher, Marcel, Kfm.“.

Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde die Villa Simon schwer beschädigt.

Abriss und Neubau[Bearbeiten]

Als nach dem Zweiten Weltkrieg in Würzburg der Wiederaufbau allerorts sichtbar war und die Ansprüche der Patienten stiegen, begann Dr. med. Franz Seißer die Suche nach finanzierbaren Objekten. Unter vielen Angeboten fand endlich ein größeres Grundstück sein Interesse: Die Ruine der einstmals prächtigen Villa des reichen jüdischen Großkaufmanns Karl Simon in der Neubergstraße 24 / Ecke Felix-Dahn-Straße. Der amerikanische Unterhändler der in Amerika lebenden Angehörigen des von den Nazis vertriebenen Kaufmanns stimmte einem Verkauf sofort zu, als er vom beabsichtigten Verwendungszweck hörte. Nach dem Abriss der Ruine konnten die Bauarbeiten unter dem Architekten Georg Joa (aus dem Architekturbüro Feile-Joa) beginnen und gingen zügig voran. Nach knapp einjähriger Bauzeit, im Herbst 1956, stand die Klinik.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Villa wird zum ersten Mal im Würzburger Wohnungsbuch von 1926 (Redaktionsschluss: Oktober 1925) auf Seite 143 erwähnt: „Simon, Karl, Kaufmann, Neubergstr. 24 P u. I, Inhaber d. Fa. Wilhelm Zapff, Kaiserstr. 1“. Im Würzburger Wohnungsbuch von 1925 (Redaktionsschluss: Oktober 1924) ist unter „Neubergstraße“ eine Hausnummer 24 nicht zu finden. Auf Seite 142 ist dort zu lesen: „Simon, Karl, Kaufmann, Rüdigerstr. 4 II, Inhaber d. Fa. Wilhelm Zapff, Kaiserstr. 1“.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort
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